Wie Windparks den Meeresboden formen - Sedimenttransport an Offshore-Windenergieanlagen verstehen
Wann: Mi, 15.04.2026, 18:00 Uhr bis 19:00 Uhr
Wo: Universität Hamburg, digital – Zoom
Dr.-Ing. Mario Welzel / Dr. Christian Jordan, beide Ludwig-Franzius-Institut für Wasserbau und Ästuar- und Küsteningenieurwesen, Leibniz Universität Hannover
Öffentliche Vorlesung im Rahmen des Allgemeinen Vorlesungswesens
Schutz und nachhaltige Nutzung unserer Meere und Küstenregionen
Aktuelle Ergebnisse aus der Forschungsmission sustainMare der Deutschen Allianz für Meeresforschung
Offshore-Windenergieanlagen greifen in die natürlichen Strömungs- und Sedimentprozesse der Meere ein und verändern damit den Meeresboden in ihrer Umgebung. Rund um die Fundamente entstehen Vertiefungen (Kolke), weil dort Strömungen und Wellen das Sediment verstärkt mobilisieren und abtransportieren. Diese lokalen Veränderungen können sich - je nach Standort, Wassertiefe, Sedimenttyp und Belastung durch Wellen und Strömungen - bis in das großräumige Umfeld der Windparks auswirken und langfristig auch den regionalen Sedimenthaushalt beeinflussen.
Neueste Erkenntnisse aus systematischen, großskaligen Laborversuchen zeigen einen bislang unerforschten Einfluss der Strömungsprozesse und Wirbel auf den Erosionsprozess an Offshore-Strukturen über unterschiedliche Skalen, die eine wichtige Rolle für das Ausmaß und die Entwicklung der Kolke spielen. Weitere Studien mit hochaufgelösten Vermessungsdaten von mehreren Hundert Anlagen liefern neue Einblicke in reale Kolktiefen im Feld und deren Abhängigkeit von Faktoren wie Korndurchmessern.
Der Vortrag gibt einen anschaulichen Überblick, wie Kolke entstehen und wie sie den Sedimenttransport in und um Offshore-Windparks verändern können. Gleichzeitig taucht er etwas tiefer in aktuelle Erkenntnisse ein und thematisiert, welche offenen Fragen sich daraus für die marine Umwelt und die nachhaltige Planung zukünftiger Windparks ergeben. Zudem wird gezeigt, wie Feldmessungen, Modellversuche und Computersimulationen miteinander verknüpft werden, um künftig verlässlichere Vorhersagen zu ermöglichen und diese in moderne Planungs- und Bewertungswerkzeuge - etwa digitale Zwillinge von Offshore-Windparks - zu integrieren.
mittwochs 18:00 – 19:00 Uhr, digital – Zoom
Koordination: Prof. Dr. Corinna Schrum, Theoretische Ozeanographie, Universität Hamburg / Helmholtz-Zentrum Hereon, Geesthacht