Ko-kreative Entwicklung digitaler Bildungsangebote zur Verbesserung der Mutter- und Kindergesundheit in Äthiopien

Foto: Larissa Gebken
Das Projekt entwickelt gemeinsam mit Partnern in Äthiopien digitale Bildungsangebote für die Mutter- und Kindergesundheit. Studierende arbeiten ko-kreativ mit lokalen Akteur:innen an praxisnahen Lösungen. Ziel ist es, Ausbildung und Versorgung nachhaltig zu stärken.
Mutter- und Kindergesundheit stellt in Äthiopien weiterhin eine zentrale gesellschaftliche Herausforderung dar. Hohe Mütter- und Neugeborenensterblichkeitsraten sind eng mit strukturellen Defiziten im Gesundheitswesen verknüpft – insbesondere mit dem Mangel an qualifiziertem Personal und an aktuellen, zugänglichen Bildungsressourcen, vor allem in ländlichen Regionen. Vor diesem Hintergrund zielt das Projekt auf die Entwicklung kontextsensibler digitaler Bildungsangebote, die bestehende Versorgungs- und Ausbildungsstrukturen gezielt stärken.
In Kooperation mit der Addis Ababa University sowie lokalen NGOs, Health Extension Workers und Müttern wurden im Rahmen einer ko-kreativen Seminarreihe Studierende der Universität Hamburg und der Addis Ababa University in die Gestaltung einer E-Learning-Plattform eingebunden. Ziel war es, digitale Bildungsformate zu entwickeln, die sich an realen infrastrukturellen, kulturellen und sprachlichen Bedingungen orientieren und dadurch praktisch nutzbar sind.
Zentrale Grundlage des Projekts bildeten partizipative Methoden. In Workshops und qualitativen Interviews mit Health Extension Workers und Müttern wurden Bedarfe, Wissenslücken und Nutzungskontexte erhoben und in die Entwicklung erster Prototypen überführt. Die Studierenden der Addis Ababa University fungierten dabei als zentrale Vermittler:innen zwischen Feldforschung und Gestaltung. Die Studierenden in Deutschland arbeiteten mit den erhobenen Daten weiter und reflektierten zugleich kritisch Fragen von Distanz, Machtverhältnissen und globaler Wissensproduktion. So entstand kein extern entwickeltes Konzept, sondern ein iterativ erarbeiteter, lokal getesteter Prototyp.
Die Wirkung des Projekts zeigt sich auf mehreren Ebenen. Für außeruniversitäre Akteur:innen entstand eine gemeinsam entwickelte Grundlage für digitale Bildungsangebote, die die Weiterbildung von Gesundheitsarbeiter:innen konkret unterstützen. Zugleich wurden tragfähige Kooperationen aufgebaut, die eine Weiterentwicklung der Plattform ermöglichen. Für die beteiligten Studierenden bedeutete das Projekt eine intensive Auseinandersetzung mit globalen Gesundheitsungleichheiten und verantwortungsvoller Mitgestaltung. Für die Wissenschaft stärkt es ko-kreative, designbasierte Ansätze, die Forschung, Lehre und gesellschaftliche Intervention eng miteinander verbinden und lokal verankerte Lösungsstrategien fördern.
Transferprojekt
- Projektleitung: Dr. Larissa Gebken (Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Sozialökonomie)
- Projektpartner:innen: Addis Ababa University sowie lokale NGO, Health Extension Workers und Mütter