Mittwoch, 16:15 - 17:00 Uhr
Prüfungsrecht in Zeiten von KI-Agenten
Warum der Täuschungsnachweis an Grenzen stößt – und Lehrende jetzt gefragt sind, Prüfungsformate neu zu denken.
Referent: Martin Robinius (Referat Campusmanagement)
Vortrag
Inhalt: Was mit ChatGPT als textgenerierendem Assistenten begann, hat sich rasant zu autonom agierenden KI-Agenten weiterentwickelt, die heute den gesamten Prozess wissenschaftlicher Arbeiten übernehmen können – von der Themenfindung über Literaturrecherche, Gliederung und Textentwurf bis hin zu Überarbeitung, Zitation und der vollständigen Abfassung von Hausarbeiten, Präsentationen oder Projektberichten, oft kaum von menschlicher Leistung zu unterscheiden. Der Täuschungsnachweis erfolgte bislang häufig über den Anscheinsbeweis – etwa durch Plagiatssoftware, Sprachvergleiche, Stilbrüche oder typische KI-Muster. Doch gerade diese Indizien stoßen an ihre Grenzen: Wo verläuft die Grenze zwischen eigener und assistierter Leistung, und lässt sie sich rechtlich noch fassen? Der Vortrag beleuchtet diese Regelungslücken im geltenden Prüfungsrecht – und richtet den Blick zugleich nach vorn: Lehrende sind gefragt, Prüfungsformate so weiterzuentwickeln, dass sie dem Einsatz von KI-Agenten gerecht werden, sei es durch deren sinnvolle Einbindung oder durch neue, KI-resistente Formate.
Lernziel:
- Die Teilnehmenden verstehen die Möglichkeiten autonomer KI-Agenten im wissenschaftlichen Arbeiten.
- Sie erkennen die rechtlichen Herausforderungen beim Nachweis von Täuschungen durch KI-Nutzung.
- Sie können Ansätze für KI-gerechte und zukunftsfähige Prüfungsformate beurteilen.
Zielgruppe: alle
Teilnahmebeschränkung: keine