TVBP – engagiert!
Inhalt
Die Herausforderung
Die Universität kann sich immer weniger auf eine solide Grundfinanzierung aus öffentlichen Quellen stützen und hängt im immer stärkeren Maße von Drittmitteln, Sonderfinanzierungen oder im Exzellenzwettbewerb herausragenden Forschungsbereichen ab. Diese strukturelle Unterfinanzierung ist nicht neu, wird aber spätestens seit Corona und dem Ukrainekrieg durch steigende Inflationsraten verstärkt, ebenso wie durch die steigenden Anforderungen der Hochschule im Bereich IT-Sicherheit und Digitalisierung. Angesichts der Rolle von Bildung und Forschung ist jedoch klar: Hochschulen müssen für eine positive Entwicklung der Gesellschaft ausfinanziert sein! Die universitären Gremien und wir als Hochschulangehörige sollten dies auch politisch einfordern – davon sind wir überzeugt.
Unter dem Spardruck des Hamburger Senats fordert das Präsidium nun einen „notwendigen Strukturprozess“. Worin aber dieser bestehen kann und soll, wird nicht transparent ausbuchstabiert. Setzt das Präsidium auf einen zukunftsgerichteten Struktur- und Entwicklungsplan, entwickelt unter aktiver und kritischer Beteiligung der Gremien und Vertretungen aller Mitgliedergruppen? Wird tatsächlich diskutiert und gemeinsam entschieden, wohin die Reise in den nächsten fünf bis zehn Jahren gehen soll? Oder sollen wir darauf vertrauen, dass die Verantwortlichen schon jeweils die richtigen Antworten (für die Masse von uns Universitätsangehörigen undurchschaubar) tagesaktuell finden werden? Wir erwarten, dass die Hochschulleitung diesen Prozess vernünftig und kooperativ organisiert, wissen aber auch, dass sie nur so gut sein kann, wie die Gremien, die sie beraten, kontrollieren und von deren Einsatz und Beschlüssen sie letztlich abhängt.
Unsere Positionen und Forderungen
Die Problematik, dass eine in der Zentrale immer weniger handlungsfähige Struktur zu wachsender Arbeitsverdichtung für das TVBP insgesamt führt, muss beendet werden. Wir werden uns in den Strukturprozess im Interesse der Kolleginnen und Kollegen sowie der Universität als Gesamtinstitution kritisch einmischen. Im Blick haben wir dabei die Weiterentwicklung im Sinne ihrer Aufgabe, nicht das Zusammenstampfen der Universität.
Für die kommende Amtszeit setzen wir den Schwerpunkt auf folgende Herausforderungen:
- Wir werden das strukturelle Haushaltsdefizit nicht als „Sachzwang“ akzeptieren. Wir müssen gemeinsam dagegen angehen – in einer Doppelstrategie der politischen Opposition gegen die Unterfinanzierung einerseits und der Erarbeitung einer einvernehmlich vereinbarten tatsächlich nachhaltigen Struktur- und Entwicklungsplanung andererseits. Im Rahmen des stattfindenden Sozial- und Bildungsabbaus wird die Hochschulleitung durch die Behörde zu immer weiteren Einsparungen genötigt. Wir müssen das Präsidium ermutigen, hier mehr „Contra“ zu zeigen, ihm dafür viele gute Argumente an die Hand geben und es auffordern, mit Personal und Studierenden gemeinsam „auf die Straße zu gehen“ (s. Bild: es geht!).
- Die derzeitige Aufgabenteilung zwischen Präsidialverwaltung und wissenschaftsnaher Verwaltung in den Fakultäten und Fachbereichen ist an vielen Stellen nicht (mehr) sachgemäß. Sie sollte so überdacht werden, dass Arbeitsverdichtung und Überlastung überwunden werden, Aufgaben dort bearbeitet werden, wo sie entstehen, und die bereichsübergreifende kollegiale, persönliche Zusammenarbeit über Zentrale und Dezentrale hinweg (weiter) verbessert wird. Dabei sind nicht an erster Stelle die Abteilungs- und Fakultätsleitungen zu hören (das passiert sowieso), sondern diejenigen, deren konkreter Arbeitsalltag diese Aufgaben sind.
- Die anstehenden Herausforderungen im Hochschulbau und Liegenschaftsmanagement können im übergreifenden Handling zwischen Zentrale und Dezentrale besser gehandhabt werden, als es bislang der Fall war. Das Modell des „Public-Private-Partnerships“ und das Ende der Hoheit über „unsere“ Gebäude hat keine Lösungen, sondern noch mehr Probleme geschaffen. Hier muss eine Umsteuerung durch entsprechende politische und organisatorische Entscheidungen vorbereitet werden.
- Die zentral implementierten Digitalisierungsmaßnahmen bewegen sich trotz aller Bemühungen oft fernab der Arbeitsrealität in der Dezentrale. Sie müssen endlich so konzipiert bzw. kooperativ überarbeitet werden, dass sie den tatsächlichen Anforderungen an (gemeinsame) Arbeit entsprechen, sie entsprechend gut vorbereitet werden und mit fachlicher Beratung für die Nutzerinnen und Nutzer begleitet werden.
Strukturelle Entscheidungen in Wissenschaft und Verwaltung haben immer auch tiefgreifende Folgen für die Beschäftigten. Dies muss bei allen Entscheidungen und auf allen Ebenen mitbedacht werden.
Nicht zuletzt, werden wir Anliegen wie die Beteiligung der Universität an der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (SDG's), die Einführung einer gesamtuniversitären Zivilklausel, die Kooperation von Hochschule und Zivilgesellschaft (Transfer) usw. unterstützen. Das Leitbild der Universität Hamburg ist auch der Maßstab unserer Arbeit.
Unsere Positionen und Forderungen zum Download
Hier findet ihr Texte unserer Gruppe zum Download und gerne auch zum Weiterleiten. Im Laufe der Zeit werdet ihr hier mehr finden...
Listenvorstellung TVBP – engagiert!
Listenvorstellung zur Wahl des Akademischen Senats der Uni Hamburg (WiSe 25/26) Video mit den Positionen und Forderungen der Liste TVBP –- engagiert!, gegründet im November 2025.
Musik: Italienisches Konzert in F-Dur, Sätze 1 und 3, Johann Sebastian Bach, BWV 971, gespielt von Glenn Gould (1959).
Erstellt u. a. mit Bild- und Videomaterial des MCC der UHH (Arvid Mentz, Artur Brückmann).
Unsere Arbeitsweise
Wir werden uns im Akademischen Senat für die Gesamtentwicklung der Universität engagieren und uns nicht auf die Rolle eines Feigenblättchens für TVBP-Angelegenheiten reduzieren lassen. Die Anliegen und das Fachwissen der Beschäftigten müssen im Akademischen Senat nicht nur gehört, sondern auch berücksichtigt werden. Wir diskutieren Vorschläge aus Präsidium und Kammer kritisch, bringen eigene Vorschläge ein und arbeiten gemeinsam mit den anderen Gruppen zur Vorbereitung sinnvoller Entscheidungen.
Wir setzen uns dafür ein, dass die Ausschüsse des Akademischen Senats mit interessierten und fachlich informierten Kolleginnen und Kollegen besetzt werden. Wir greifen dafür auf vorhandene und auch neue uniweite Kontakte zurück. Sie sollen dort kreativ eingreifen und problemlösungsorientiert arbeiten können. Das Abnicken woanders bereits „vorgetroffener“ Entscheidungen hilft niemandem und ist mit uns nicht zu haben.
Über unser Portal für Engagierte und Interessierte in Teams informieren wir regelmäßig über den Akademischen Senat und bereiten die Sitzungen vor. Dort findet ihr die wichtigen Informationen und könnt mit uns in Austausch treten. Um dem Team beizutreten, nutzt den Beitrittscode tky0kpx oder folgt dem Link. Wir sind für alle, die sich engagieren wollen, offen und schließen niemanden aus.
TVBP – vor allem gemeinsam engagiert!

Foto: SaM/UHH/Microsoft
Wir haben ein Team in Teams eingerichtet. Es ist hochschulöffentlich und ihr seid herzlich eingeladen, beizutreten!
In dem Team werden hochschulpolitische und Gremien-Informationen geteilt und wer möchte, kann dort konkrete Anliegen vorbringen, mit uns in den Austausch treten und gerne auch an der gemeinsamen Vorbereitung der AS-Sitzungen teilnehmen.
Aktive, die unsere Anliegen teilen und in FakRs und FBRs sowie in Ausschüssen tätig sind, können sich hier vernetzen: für den Austausch zwischen Zentrale und Dezentrale und zwischen den Fakultäten!
Beitritt zum Teams-Team (TVBP, hochschulöffentlich)Informationen zur AS-Wahl 2026
Sicher möchtet ihr weitergehende Informationen zur AS-Wahl! Was sind die Gremien der akademischen Selbstverwaltung? Was ist der AS? Warum ist das Engagement in diesen Gremien bedeutsam? Aber auch: Wann sind die nächsten Wahlen? Wie laufen die (neuen!) digitalen Wahlen ab? Kann man auch per Briefwahl wählen? Was muss ich tun, wenn ich keine Wahlbenachrichtigung erhalten habe? Dieses und mehr findet ihr auf den Seiten des Wahlamts bzw. als Information der AG "Wahlen" des Akademischen Senats.
Die Kandidierenden von TVBP – engagiert! (Liste 2)
Liste 2 zur AS-Wahl: TVBP – engagiert!
| Hauptvertretung | Stellvertretung | |
|---|---|---|
| 1 | Saskia Mestern GEW, Teamassistentin, FakR WiSo, AS-Wahlausschuss (stv.) |
Tevfik Karaçam ver.di, Service-Team PI, TVPR (Ersatzmitglied) |
| 2 | Andreas Schiller MIN, ESW, Lehrplanung Geographie |
Frauke Johannsen ver.di, Teamassistentin, TVPR (Ersatzmitglied) |
| 3 | Alexa Kramer Gleichstellungsbeauftragte für das TVBP, SB SozÖk |
Ute Lehmann Teamleitung Bibliothek Sozialwissenschaften |
Fragen eines lesenden Arbeiters
Wer baute das siebentorige Theben?
In den Büchern stehen die Namen von Königen.
Haben die Könige die Felsbrocken herbeigeschleppt?
Und das mehrmals zerstörte Babylon,
Wer baute es so viele Male auf? In welchen Häusern
Des goldstrahlenden Lima wohnten die Bauleute?
Wohin gingen an dem Abend, wo die chinesische Mauer fertig war
Die Maurer? Das große Rom
Ist voll von Triumphbögen. Wer errichtete sie? Über wen
Triumphierten die Cäsaren? Hatte das vielbesungene Byzanz
Nur Paläste für seine Bewohner? Selbst in dem sagenhaften Atlantis
Brüllten in der Nacht, wo das Meer es verschlang
Die Ersaufenden nach ihren Sklaven.Der junge Alexander eroberte Indien.
Er allein?
Cäsar schlug die Gallier.
Hatte er nicht wenigstens einen Koch bei sich?
Philipp von Spanien weinte, als seine Flotte
Untergegangen war. Weinte sonst niemand?
Friedrich der Zweite siegte im Siebenjährigen Krieg. Wer
Siegte außer ihm?
Jede Seite ein Sieg.
Wer kochte den Siegesschmaus?
Alle zehn Jahre ein großer Mann.
Wer bezahlte die Spesen?So viele Berichte,
So viele Fragen.Bertolt Brecht (geschrieben 1935 im Exil in Dänemark)
