Willkommen an Bord„Physikalisch sicheren Schutz vor Nuklearwaffen gibt es nur, wenn es keine gibt.“Prof. Dr. Moritz Kütt verstärkt die Physik und die Friedensforschung
6. August 2026, von Kütt/Red.

Foto: privat
Jedes Jahr kommen zahlreiche neue Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an die Universität Hamburg. In dieser Reihe stellen wir sie und ihre Forschungsgebiete vor. Dieses Mal: Physiker Prof. Dr. Moritz Kütt.
Prof. Dr. Moritz Kütt ist vom Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg an die Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften gekommen und hat eine Professur für Naturwissenschaftliche Friedens- und Konfliktforschung angetreten.
Mein Forschungsgebiet in drei Sätzen:
Ich möchte das Hamburg Nuclear Disarmament Laboratory (HaNDL) in der Physik und an der Universität etablieren – sowohl als physikalisches Labor, als auch als intellektuellen Ort des Austauschs. Wir beforschen die Verifikation von nuklearer Abrüstung, die Beseitigung von Spätfolgen von Kernwaffenprogrammen und die Effekte von Kernwaffen. Dabei nutzen wir vor allem physikalische Methoden aus der Teilchenphysik: Myonen-Detektion, Neutronen-Detektion, Gamma-Spektroskopie sowie Dosisratenmessungen, oft in interdisziplinären Forschungszusammenhängen.
Und so erkläre ich meiner Familie, worum es da geht:
Wir entwickeln Messgeräte für radioaktive Strahlung, die von Kernwaffen ausgeht. Entweder, um zu zeigen, dass ein Container eine Waffe enthält (Abrüstung), oder wo es noch Spuren von (Test-)Explosionen gibt. Damit wollen wir Staaten helfen, politische Lösungen für nukleare Abrüstung zu finden. Denn physikalisch sicheren Schutz vor Nuklearwaffen gibt es nur, wenn es keine gibt.
Darum freue ich mich auf Hamburg – auf die Stadt und die Universität:
Hamburg bietet eine ungemeine Vielfalt und Weltoffenheit. Ich freue mich auf spannende Begegnungen und das ein oder andere Punkrock-Konzert in der bunten Veranstaltungswelt. Vielleicht lockt mich St. Pauli auch mal wieder ins Fußballstadion. Forschungstechnisch: Hamburg hat eine lange Tradition in der Friedensforschung – sowohl an der Uni, als auch außerhalb, was tolle Potenziale in Forschung und Lehre bietet.
Das sind meine Pläne an der Uni Hamburg (in Bezug auf Transfer, Lehre o. Ä.):
Ich möchte interdisziplinäre Veranstaltungen in der Friedensforschung anbieten. Hier beginne ich mit einer Vorlesung „Confronting the Sciences of Destruction“, die sich mit Massenvernichtungswaffen, deren Abrüstung und der Rolle der Wissenschaft dabei beschäftigt. Gute Friedensforschung ist interdisziplinär – ich stärke dabei den naturwissenschaftlichen Blick.
Darum sollten Studierende unbedingt meine Veranstaltungen besuchen:
In meinen Veranstaltungen werden wir immer konkrete Fragen zu Frieden und nuklearer Abrüstung bearbeiten. Aktuell leider auch oft mit tagesaktuellem Bezug. Dabei erhalten Studierende die Möglichkeit über den disziplinären „Tellerrand“ zu schauen und auszuprobieren, wie die Interaktion mit Studierenden anderer Fächer erfolgreich gelingen kann.
Blick in die weite Welt – mit diesen internationalen Einrichtungen, Universitäten oder Institutionen arbeite ich zusammen:
Seit vielen Jahren bin ich eng mit dem „Program on Science and Global Security“ an der Princeton University in den USA verbunden, aktuell als Gastwissenschaftler. Weiterhin arbeite ich mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an der School of International Service, American University, USA, der Division of Public Policy, Hong Kong., University of Science and Technology, Hong Kong und dem Evident Lab, University of Wisconsin-Madison, USA zu Fragen bezüglich nuklearer Abrüstung zusammen.
Darum ist meine Forschung für die Gesellschaft wichtig:
Hier möchte ich einen ehemaligen Bundeskanzler zitieren: „Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts.“ Nukleare Abrüstung ist einfach essenziell für nachhaltigen Frieden.

