Willkommen an BordWie können Innovationen im Gesundheitswesen aus ökonomischer Perspektive evaluiert werden?Prof. Dr. Carolin Brinkmann verstärkt die Betriebswirtschaft und das HCHE
17. Juli 2026, von Brinkmann/Red.

Foto: privat
Jedes Jahr kommen zahlreiche neue Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an die Universität Hamburg. In dieser Reihe stellen wir sie und ihre Forschungsgebiete vor. Dieses Mal: Gesundheitsökonomin Prof. Dr. Carolin Brinkmann.
Prof. Dr. Carolin Brinkmann hat zum Sommersemester eine Professur für „Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Management im Gesundheitswesen“ an der University of Hamburg Business School angetreten und wird auch am „Hamburg Center for Health Economics“ (HCHE) forschen.
Mein Forschungsgebiet in drei Sätzen:
Ich forsche zum Management von Innovationen im Gesundheitswesen, welche neben dem klassischen Marktzugang auch Hürden bezüglich der Erstattung durch Krankenversicherungen nehmen müssen. Um einen Wert bzw. Preis für die Innovation zu finden, der sowohl angemessen für die Krankenversicherungen als auch für die Herstellerbetriebe ist, können Kosten und Nutzen der Innovation im Vergleich zum Versorgungsstandard betrachtet werden. Dies ist die gesundheitsökonomische Evaluation.
Inwiefern innovative Gesundheitstechnologien oder Versorgungskonzepte die Gesundheit verbessern und die Lebensqualität bei den zu investierenden Ressourcen steigern, möchte ich mithilfe der gesundheitsökonomischen Evaluation und des Versorgungsmanagements im Rahmen meiner Tätigkeit als Juniorprofessorin untersuchen.
Und so erkläre ich meiner Familie, worum es da geht:
Ich forsche dazu, wie viel eine neue Therapie im Vergleich zur derzeitigen Standardtherapie wert sein kann. Folgende Fragen sind dabei wichtig: Wie kann quantifiziert werden, dass es Patientinnen und Patienten aufgrund einer bestimmten innovativen Behandlung besser geht? Welche Kosten entstehen durch diese innovative Behandlung entlang des Versorgungsweges, also während Vorsorge, Behandlung, Nachsorge? Wie setze ich diese Informationen in Bezug zueinander und in einen Vergleich zur Standardtherapie?
Darauf freue ich mich in meiner neuen Position besonders:
Ich freue mich auf die Vernetzung mit Forschenden, Studierenden und Mitarbeitenden der Universität Hamburg, der University of Hamburg Business School und des HCHE!
Das sind meine Pläne an der Uni Hamburg:
Der Schwerpunkt „Management im Gesundheitswesen“ von Prof. Dr. Jonas Schreyögg und Prof. Dr. Tom Stargardt hat ein Projekt eingeworben, das untersuchen wird, inwiefern die Genomsequenzierung in die Regelversorgung der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen werden soll. Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen fördert das Projekt und ich freue mich sehr auf diese Forschung.
Ich werde zudem an Antragsinitiativen im HCHE, zum Beispiel der kommenden Kohorte des Graduiertenkollegs „Managerial and economic dimensions of health care quality“, eingebunden sein. Außerdem möchte ich die methodische Weiterentwicklung der Messung von Lebensqualität innerhalb der Evaluationsmethoden weiter vorantreiben.
Darum sollten Studierende unbedingt meine Veranstaltungen besuchen:
Gesundheitssysteme sind durch die verschiedenen Perspektiven und Interessen ihrer Akteurinnen und Akteure ein komplexes Zusammenspiel. Umso spannender finde ich es, im Austausch miteinander sowie mithilfe des angeeigneten Wissens Lösungen zu analysieren und kritisch zu reflektieren. Wer daran Spaß hat, darf sich auch in meinen Veranstaltungen auf diesen Austausch freuen!
Blick in die weite Welt – mit diesen internationalen Einrichtungen, Universitäten oder Institutionen arbeite ich zusammen:
In den letzten Jahren durfte ich in spannenden Projekten zusammen mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Erasmus Universiteit Rotterdam (Niederlande) forschen. Zuletzt konnte ich auch Kontakte nach Portugal, Kanada und Australien sowie in das Vereinigte Königreich knüpfen, aus denen kommende Forschungsprojekte entstehen sollen.
Darum ist meine Forschung für die Gesellschaft wichtig:
Durch den medizinischen Fortschritt können großartige Erfolge in der Behandlung diverser Erkrankungen erzielt werden. Gleichzeitig stehen die Gesundheitssysteme weltweit – auch in Deutschland – vor großen Finanzierungsherausforderungen, sodass eine freie Preisgestaltung für Unternehmen im Hinblick auf die vollständige Erstattung der Preise durch Krankenversicherungen (derzeit) nicht möglich ist. Der Zielkonflikt unterschiedlicher Interessen zwischen medizinischer Leistung, gesellschaftlichem Wohlbefinden bzw. individueller Gesundheit und Wirtschaftlichkeit muss dabei in Einklang gebracht werden.
Mit meiner Forschung setze ich mir das Ziel, evidenzbasierte Entscheidungsgrundlagen für Entscheidungsträgerinnen und -träger zu generieren, die zur Verbesserung der Versorgung der Patientinnen und Patienten und damit zur Bevölkerungsgesundheit beitragen sowie die Kosten im Bereich der Innovationen berücksichtigen können.

