Willkommen an Bord„Erfolgreiche Digital- und KI-Strategien beginnen nicht bei der Technologie, sondern bei den Menschen, die sie gestalten“Prof. Dr. Theresa Bockelmann verstärkt die Betriebswirtschaft
2. Juli 2026, von Bockelmann/Red.

Foto: Dorothea Baumann
Jedes Jahr kommen zahlreiche neue Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an die Universität Hamburg. In dieser Reihe stellen wir sie und ihre Forschungsgebiete vor. Dieses Mal: Betriebswirtin Prof. Dr. Theresa Bockelmann.
Prof. Dr. Theresa Bockelmann ist zum Sommersemester von der IU – Internationale Hochschule nach Hamburg gekommen und hat an der University of Hamburg Business School der Universität Hamburg eine Professur für „Digital Transformation in Retail“ angetreten. Es handelt sich um eine Stiftungsprofessur der EDEKA-Gruppe.
Mein Forschungsgebiet in drei Sätzen:
Ich erforsche, wie Unternehmen ihre digitale Transformation strategisch gestalten können – von der Entwicklung erster KI-Produkte über organisationsweite Digital-Strategien bis hin zum Management hybrider Innovationen. Dabei untersuche ich unter anderem auch, welche Strategien digitale Innovationen im Unternehmen tatsächlich fördern, wie Firmen digitale Ressourcen gezielt für Nachhaltigkeitsziele einsetzen und wie gesamte Organisationen KI als Hebel einsetzen können. Die zentrale Frage ist branchenübergreifend relevant, ob im Handel, in der Industrie oder im Dienstleistungssektor: Wie gelingt es Organisationen, das Potenzial digitaler Technologien und KI nicht nur technisch, sondern strategisch zu heben?
Und so erkläre ich meiner Familie, worum es da geht:
Stellt euch vor, ihr bekommt einen hochmotivierten Praktikanten, der am ersten Tag voller Tatendrang ist, aber noch nicht weiß, wo er anpacken soll. So ähnlich ist das mit digitalen Technologien in Unternehmen: KI, Datenanalyse oder digitale Innovationen können einen enormen Mehrwert liefern, aber nur, wenn wir sie zielgerichtet und auch kritisch einsetzen, statt die erstbeste Lösung für bare Münze zu nehmen. Ich schaue mir im Detail an, wie Firmen genau damit umgehen, wie sie digitale Technologien bewusst in ihre Strategie und Organisation einbetten, statt sie einfach nur einzuführen und auf das Beste zu hoffen.
Darum freue ich mich auf Hamburg – auf die Stadt und die Universität:
Hamburg ist für mich längst Heimat, und es fühlt sich großartig an, jetzt auch den kurzen Weg zum Campus gehen zu dürfen. An der Universität Hamburg reizt mich besonders die Kombination aus exzellenter Forschung und dem Anspruch, Wissenschaft in die Gesellschaft zu tragen. Die Business School bietet ein kollegiales, interdisziplinäres Umfeld, in dem ich meine Themen an der Schnittstelle von Organisation, Mensch und Technologie hervorragend weiterentwickeln kann.
Das sind meine Pläne an der Uni Hamburg (in Bezug auf Transfer, Lehre o. Ä.):
In der Lehre möchte ich Studierende nicht nur mit Fachwissen, sondern auch mit praktischer KI-Kompetenz ausstatten. Meine Veranstaltungen werden einen starken Anwendungsbezug haben, mit realen Fallstudien, u. a. aus dem Handel, und der Möglichkeit, KI-Tools selbst auszuprobieren.
Im Transfer plane ich, eng mit Handelsunternehmen, dem Mittelstand, aber auch Start-ups zusammenzuarbeiten, um Forschungsergebnisse direkt in die Praxis zu bringen. Denn erfolgreiche Digital- und KI-Strategien beginnen nicht bei der Technologie, sondern bei den Menschen, die sie gestalten. Die Nähe zur EDEKA-Gruppe als Stiftungsgeberin bietet dafür eine einzigartige Ausgangslage.
In der Forschung freue ich mich darauf, meine vielfältigen Forschungsfragen rund um digitale Transformation und KI-Strategien weiterzuverfolgen und gleichzeitig neue Projekte zu starten, insbesondere auch mit internationalen Partnern. Gerade im Bereich KI erleben wir einen Wandel in Echtzeit und das macht die Forschung so spannend: Wir können live beobachten, wie Organisationen sich verändern, und dabei voneinander lernen. Mein Ziel ist es, sowohl in der wissenschaftlichen Community als auch in der Unternehmenspraxis Impulse zu setzen.
Darum sollten Studierende unbedingt meine Veranstaltungen besuchen:
Künstliche Intelligenz verändert gerade die Spielregeln in fast jeder Branche. Wer versteht, wie Unternehmen KI strategisch einsetzen, aber auch, wie man sie verantwortungsbewusst und kritisch nutzt – im Berufsleben genauso wie im Alltag oder im Vorlesungssaal – hat einen entscheidenden Vorteil. In meinen Veranstaltungen geht es nicht nur um Theorie: Wir arbeiten anhand echter Unternehmensdaten, z. B. von EDEKA, diskutieren aktuelle Fälle und entwickeln gemeinsam Lösungen. Wer Lust hat, den bewussten Umgang mit KI zu lernen und die digitale Zukunft von Unternehmen mitzugestalten, ist bei mir genau richtig.
Blick in die weite Welt – mit diesen internationalen Einrichtungen, Universitäten oder Institutionen arbeite ich zusammen:
Meine Forschung ist international ausgerichtet. Ich arbeite u. a. mit Kolleginnen und Kollegen an der Arizona State University, der University of Notre Dame und der IT University of Copenhagen zusammen, aber auch mit Forschenden an anderen deutschen Universitäten wie Münster und München. Neben der akademischen Zusammenarbeit forsche ich eng mit Unternehmen im In- und Ausland, um digitale Transformationsprozesse direkt im Feld zu begleiten. Meine Forschungsergebnisse präsentiere und diskutiere ich regelmäßig auf internationalen Konferenzen, etwa der Academy of Management oder der International Conference on Information Systems, und bringe diese Impulse gerne in die Universität Hamburg ein.
Darum ist meine Forschung für die Gesellschaft wichtig:
Digitale Technologien und insbesondere KI verändern bereits heute grundlegend die Art, wie wir arbeiten und wirtschaften. Das gilt branchenübergreifend vom Handel, der als eine der größten Branchen Deutschlands Millionen von Arbeitsplätzen prägt, bis hin zu Industrie und Dienstleistung. Meine Forschung trägt dazu bei, dass Unternehmen diese Transformation strategisch und bewusst gestalten, nicht auf Kosten der Menschen, sondern mit ihnen. Wenn wir verstehen, wie Organisationen digitale Innovationen fördern und KI als strategischen Hebel einsetzen können, schaffen wir die Grundlage für eine Wirtschaft, in der Technologie den Menschen stärkt statt ersetzt.

