Willkommen an Bord„Methoden sind Werkzeuge, mit denen man relevante Fragen beantworten kann“Prof. Dr. Arndt Leininger verstärkt die Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
23. April 2026, von Leininger/Red.

Foto: Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald
Jedes Jahr kommen zahlreiche neue Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an die Universität Hamburg. In dieser Reihe stellen wir sie und ihre Forschungsgebiete vor. Dieses Mal: Politikwissenschaftler Arndt Leininger.
Arndt Leininger ist zum Sommersemester 2026 von der Universität Chemnitz nach Hamburg gekommen und hat an der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften eine Professur für Politikwissenschaft, insbesondere Methoden, angetreten.
Mein Forschungsgebiet in drei Sätzen:
Meine Forschungsschwerpunkte liegen an den Schnittstellen von Wahl- und Einstellungsforschung sowie vergleichender Politikwissenschaft. Ich befasse mich insbesondere mit den Herausforderungen der repräsentativen Demokratie, gesellschaftlichen Spaltungen und dem Einfluss von Wahlregeln und Informationsumgebungen auf Wahlentscheidungen. Besonders interessieren mich dabei die Entstehung von Polarisierung, die Gründe für die Wahl rechtspopulistischer Parteien und die Frage, wie Verfahren der direkten Demokratie die repräsentative Demokratie ergänzen können. Methodisch arbeite ich empirisch-analytisch mit einem breiten Repertoire quantitativer Methoden, insbesondere mit experimentellen Ansätzen und Bevölkerungsumfragen.
Und so erkläre ich meiner Familie, worum es da geht:
Ich versuche zu verstehen, warum Menschen so wählen, wie sie wählen – und warum manche gar nicht wählen gehen. Ich untersuche, warum immer mehr Menschen rechtspopulistische Parteien wählen, ob Volksabstimmungen die Demokratie stärken oder schwächen und wie stark die Gesellschaft politisch gespalten ist. Dazu analysiere ich Umfragen und Wahldaten und versuche, echte Ursachen von bloßen Zufällen zu unterscheiden. Mein empirisch-quantitativer Zugang zu diesen Fragen bedeutet, dass ich möglichst viele Wählerinnen und Wähler oder Wahlen betrachte, um Muster in der Masse an Daten zu erkennen.
Darum freue ich mich auf Hamburg – auf die Stadt und die Universität:
Als Medienstandort und weltoffene Großstadt ist Hamburg ein idealer Ort, um meine Forschungsergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Universität Hamburg bietet mir mit der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, dem WiSo Research Lab sowie Kooperationsmöglichkeiten, beispielsweise mit dem Exzellenzcluster CLICCS, ein exzellentes Umfeld für meine Forschung. Ich freue mich besonders darauf, mit Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Disziplinen zusammenzuarbeiten und zur interdisziplinären Forschung der Universität beizutragen. In meiner Freizeit möchte ich die soziokulturellen Angebote der Stadt erkunden. Ganz oben auf meiner Prioritätenliste stehen ein Besuch am Millerntor und der Elbphilharmonie.
Das sind meine Pläne an der Uni Hamburg (in Bezug auf Transfer, Lehre o.Ä.):
In der Lehre möchte ich Studierende für quantitative Methoden begeistern und ihnen zeigen, wie sich politikwissenschaftliche Fragen mithilfe rigoroser Analysen beantworten lassen. Statistische Grundkenntnisse sind nicht nur für eine wissenschaftliche Laufbahn relevant, sondern auch in vielen anderen Berufsfeldern gefragt. Ein Grundverständnis für Daten und Wahrscheinlichkeiten gehört heute zur Grundausstattung mündiger Bürgerinnen und Brüger. Darüber hinaus möchte ich meine Erfahrungen mit dem gemeinnützigen Verein CorrelAid in die Arbeit des Research Office for Social Integration (ROSI) einbringen, um Studierenden praxisnahe Forschungserfahrung zu ermöglichen.
Darum sollten Studierende unbedingt meine Veranstaltungen besuchen:
Weil Methoden kein trockenes Pflichtprogramm sind, sondern das Werkzeug, mit dem sich interessante politikwissenschaftliche und gesellschaftlich relevante Fragen beantworten lassen. In meinen Veranstaltungen verknüpfe ich Methodenkenntnisse deshalb stets mit aktuellen, gesellschaftlich relevanten Themen – von Wahlen und Polarisierung bis hin zu Populismus. Ich lege großen Wert auf praxisnahe Übungen, regelmäßiges Feedback und eine Lernatmosphäre, in der Fragen ausdrücklich erwünscht sind. Methodenkompetenz ist dabei nicht nur für eine akademische Laufbahn wertvoll, sondern auch in vielen Berufsfeldern zunehmend gefragt.
Blick in die weite Welt. Mit diesen internationalen Einrichtungen, Universitäten oder Institutionen arbeite ich zusammen:
Ich kooperiere mit Forscherinnen und Forscher in verschiedenen Ländern, sowohl innerhalb als auch außerhalb Europas. Aktuell arbeite ich beispielsweise mit Kolleginnen und Kollegen aus den Niederlanden und der Schweiz an gemeinsamen Studien. Zudem leite ich gemeinsam mit einem Kollegen von der Tel Aviv University ein drittmittelgefördertes Projekt zur affektiven Polarisierung politischer Eliten in Israel und Deutschland.
Darum ist meine Forschung für die Gesellschaft wichtig:
Repräsentative Demokratien stehen gegenwärtig unter enormem Druck: Rechtspopulismus und politische Polarisierung gefährden den gesellschaftlichen Zusammenhalt. In meiner Forschung versuche ich, diese Entwicklungen empirisch zu erfassen und zu analysieren, um Antworten auf folgende Fragen zu finden: Welche Faktoren treiben sie an? Und welche Gegenmaßnahmen könnten wirksam sein?

