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  5. Studentisches Magazin-Projekt zeigt die Vielfalt Lateinamerikas

„Mosaico Latino“Studentisches Magazin-Projekt zeigt die Vielfalt Lateinamerikas

24. Juli 2018, von Anna Priebe

Philipp Nicolay

Foto: Silke Oemus

Philipp Nicolay ist einer von elf Studierenden der Lateinamerikastudien, die beim Magazin „Mosaico Latino“ schreiben.

Elf Studierende der Lateinamerikastudien haben im November 2017 in Eigenregie ein Journalismus-Projekt gestartet. Nun ist die erste Ausgabe des Magazins „Mosaico Latino“ erschienen. Ab jetzt wird es auf dem Campus verteilt. Ein Gespräch mit dem Masterstudenten und freien Journalisten Philipp Nicolay über Engagement im Studium und die Faszination Lateinamerikas.

Die erste Ausgabe von „Mosaico Latino“ ist gerade erschienen. Was ist die Idee hinter dem Heft?

Lateinamerika ist ein großer Kontinent mit sehr vielen Facetten. Wir hatten uns nicht vorgenommen, unbedingt jedes Land abzubilden, aber uns war es wichtig, verschiedene Blickwinkel auf Lateinamerika zu bieten und unterschiedliche Zugänge zu den Ländern zu schaffen – von Politik über Gesellschaft bis zu Naturschutz. Dabei war es schon das Ziel, Leute für Lateinamerika zu begeistern, die bisher noch nicht so den Zugang zum Kontinent gefunden haben. Lateinamerika ist in vielen deutschen Medien leider etwas unterrepräsentiert.

Und wir wollten ein schönes Magazin produzieren – obwohl wir wussten, dass da jede Menge Arbeit drin stecken wird. Ich habe im Bachelor Journalistik studiert und Mareen Butter, die das Magazin gegründet hat, hat neben ihrem Bachelor ein Fernstudium in Journalismus gemacht. Die anderen Redaktionsmitglieder hatten zum größten Teil nur sehr wenig oder gar keine journalistische Erfahrung. Bis jetzt haben wir von allen Seiten ein sehr positives Feedback zum Heft bekommen.

Wie haben Sie die Teilnehmenden gefunden?

Im ersten Mastersemester gibt es zwei große Vorlesungen, die alle belegen müssen, und die auch Bachelorstudierende besuchen, die Lateinamerikastudien im Nebenfach haben. In der zweiten oder dritten Veranstaltung hat Mareen Butter das Projekt vorgestellt und wir haben eine Liste rumgegeben, auf der sich Interessierte eintragen konnten. Über Kanäle wie die Fachschaft sind sicher auch ein paar Leute auf uns aufmerksam geworden, aber die Vorlesung war der Startpunkt für unsere Redaktion.

Inwiefern hatten Sie bei diesem studentischen Projekt Unterstützung?

Wir haben alles ausschließlich studentisch geregelt. Allerdings hat ein Dozent uns als sogenanntes „fachwissenschaftliches Medienprojekt“ angemeldet, sodass wir dafür auch Credit Points bekommen haben. Das hatten wir zu Anfang gar nicht beabsichtigt; wir wussten gar nicht, dass das möglich ist. Der Dozent war einfach begeistert von der Idee und hat uns das vorgeschlagen. An der inhaltlichen Umsetzung war er aber nicht beteiligt.

In einer Reportage im Magazin berichtet ein Student von einer simulierten Grenzüberquerung, an der er teilgenommen hat. Wie haben Sie Themen wie diese für Ihr Heft gefunden?

Zuerst haben wir gebrainstormt, um zu schauen, was interessant sein könnte. Dabei kamen ganz verschiedene Themen auf den Tisch, aber letztendlich hat jeder erstmal gesagt, worüber er oder sie gerne schreiben würde. Viele waren schon in lateinamerikanischen Ländern oder haben eine besondere Beziehung zu ihnen – und so sind dann die Themen wie die für den Text über Mexiko entstanden. David Maiwald war im Sommer 2017 bei einem Austausch dort und hat das Thema dann vorgeschlagen.

Ist eine Fortführung des Projektes geplant?

Ja, auf jeden Fall. Momentan planen wir allerdings, in den nächsten Monaten vor allem auf unserer Webseite regelmäßig zu publizieren. Im Wintersemester gehen nämlich sehr viele Projektteilnehmer ins Ausland: Frau Butter ist in Brasilien, ich bin in Peru, andere gehen nach Chile oder Kolumbien. Daher sieht der Plan vor, dass wir uns Geschichten vor Ort suchen und wie Auslandskorrespondenten Inhalte für den Blog liefern.

Dennoch wollen wir auch neue Studierende gewinnen, daher soll „Mosaico Latino“ in der Orientierungswoche vorgestellt werden. Im Optimalfall finden sich dann auch in den neuen Jahrgängen Teilnehmer, die Lust haben mitzumachen. Wenn wir wiederkommen, soll es auf jeden Fall auch eine zweite gedruckte Ausgabe geben.

Was würden Sie anderen Studierenden raten, die ein ähnliches Projekt starten möchten?

Was man vorab immer bedenken sollte, ist auf jeden Fall, dass bei einem Magazin im Layout nochmal genauso viel Arbeit steckt wie im Inhalt. Wir hatten das riesige Glück, dass eine Teilnehmerin eine Freundin hat, die Kommunikationsdesign in Hamburg studiert und das ehrenamtlich für uns gemacht hat. Anne Koch hat das Heft wirklich noch mal auf eine andere Ebene gehoben. Es ist also sehr wichtig, dass man sich für einige Sachen eventuell auch externe Leute mit ins Boot holt, die noch mal einen anderen Background haben.

Und man sollte den Aufwand beim Druck nicht unterschätzen. Zu Anfang wussten wir gar nicht so genau, wie wir 2000 Exemplare in guter Qualität gedruckt bekommen sollen, und hatten zwischenzeitlich überlegt, ob wir die Kosten erstmal vorschießen und dann probieren, das Heft für eine kleine Summe zu verkaufen. Am Ende haben der Gleichstellungsfonds der Universität und der AStA uns finanziell unterstützt. Es ist schön, dass wir die erste Ausgabe jetzt kostenlos verteilen können.

Mosaico Latino

Die erste Ausgabe von „Mosaico Latino“ liegt ab jetzt in den Mensen, Bibliotheken, Buchhandlungen, Museen, Cafés und kulturellen Einrichtungen aus. In elf Beiträgen berichten die studentischen Autorinnen und Autoren unter anderem aus Brasilien, Chile und Kolumbien. Philipp Nicolay schreibt über einen Insektenforscher in Nicaragua, den er auf einer Reise kennengelernt hat; Mareen Butter stellt Brasilianerinnen und Brasilianer vor, die in Hamburg eine neue Heimat gefunden haben und nun von außen auf ihr Heimatland schauen. Mehr Informationen: https://mosaicolatino.wordpress.com

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Verändert am 24. Juli 2018

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