Food & Health Academy: NUTRI-SCORE - ein verlässlicher Kompass im Supermarkt?

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Wann: Mi, 10.06.2026, 17:00 Uhr
Wo: Fachbereich Chemie, Martin-Luther-King-Platz 6, 20146 Hamburg, Hörsaal B
Der Nutri-Score soll Verbraucherinnen und Verbrauchern eine schnelle Orientierung beim
Lebensmitteleinkauf bieten. Mit einer Farb- und Buchstabenskala von A bis E verspricht das
Kennzeichnungssystem eine vereinfachte Einschätzung der Nährwertqualität von Produkten.
Doch wie entsteht diese Bewertung – und welche Aussagekraft besitzt sie tatsächlich?
Der Vortrag beleuchtet die wissenschaftlichen Hintergründe sowie die praktischen Grenzen
des Systems und erläutert die Funktionsweise des zugrunde liegenden Algorithmus.
Dargestellt wird, wie „ungünstige“ Inhaltsstoffe wie Zucker, Salz und gesättigte Fettsäuren
mit „günstigen“ Bestandteilen wie Ballaststoffen, Proteinen oder dem Anteil an Obst und
Gemüse verrechnet werden. Zudem werden die vorgenommenen Anpassungen thematisiert,
mit denen Zucker, Salz und Süßstoffe künftig kritischer bewertet werden sollen, sowie die
Frage diskutiert, ob diese Veränderungen aus ernährungsphysiologischer Sicht sinnvoll sind.
Darüber hinaus greift der Vortrag zentrale Kritikpunkte auf: Wie ist die Studienlage
einzuordnen, wenn ein Großteil positiver Untersuchungen von den Entwicklern des Systems
stammt, während zahlreiche unabhängige Forschende das Modell kritisch bewerten? Gibt es
belastbare wissenschaftliche Belege dafür, dass der Nutri-Score im realen Supermarkt zu
gesünderen Kaufentscheidungen führt? Wie ist es zu bewerten, wenn industriell
hochverarbeitete Produkte unter bestimmten Bedingungen eine günstige Einstufung
erhalten, während naturbelassene Erzeugnisse schlechter abschneiden und welche
Auswirkungen hat das System auf traditionelle Lebensmittel.
Ziel des Vortrags ist es, die wissenschaftliche Evidenz differenziert darzustellen, häufige
Missverständnisse zu klären und sowohl Potenziale als auch Grenzen des Nutri-Score
transparent zu machen. Abschließend werden praxisnahe Hinweise gegeben, wie
Verbraucherinnen und Verbraucher das System als Vergleichsinstrument sachgerecht
nutzen können.