Willkommen an BordWie beeinflussen individuelle Überzeugungen Umwelt- und Nachhaltigkeitsergebnisse?Prof. Dr. Anca Balietti verstärkt die Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
8. April 2026, von Balietti/Red.

Foto: privat
Jedes Jahr kommen zahlreiche neue Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an die Universität Hamburg. In dieser Reihe stellen wir sie und ihre Forschungsgebiete vor. Dieses Mal: Wirtschaftswissenschaftlerin Anca Balietti.
Prof. Dr. Anca Balietti ist zum Sommersemester 2026 von der Universität Heidelberg nach Hamburg gekommen und hat an der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften eine Professur für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Nachhaltigkeitsökonomik, angetreten.
Mein Forschungsgebiet in drei Sätzen:
Mein Forschungsgebiet untersucht, wie Gesellschaften nachhaltige Entwicklung erreichen können und wie wirtschaftspolitische Maßnahmen dieses Ziel unterstützen können. Ich erforsche, wie Menschen Überzeugungen zu Themen wie Klimawandel, Luftverschmutzung und Umweltschutz bilden und wie diese Überzeugungen die öffentliche Unterstützung für politische Maßnahmen beeinflussen. Ein weiterer Schwerpunkt meiner Arbeit ist die Bewertung von Umweltregulierungen und die Frage, wer von ihnen profitiert und wer ihre Kosten trägt.
Und so erkläre ich meiner Familie, worum es da geht:
Umweltprobleme wie Klimawandel, Luftverschmutzung und Wasserverschmutzung stellen Risiken für die menschliche Gesundheit und für die Wirtschaft dar. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten daran, diese Risiken zu messen und besser zu verstehen und kommunizieren dieses Wissen gemeinsam mit Regierungen und anderen Organisationen an die Öffentlichkeit, damit Menschen informierte Entscheidungen treffen können. Zum Beispiel entscheiden Individuen, wie viel Energie sie verbrauchen, wie sie sich fortbewegen oder welche politischen Vorschläge und Umweltmaßnahmen sie unterstützen.
Allerdings können Informationen über Umweltrisiken auch komplex, unsicher oder belastend sein. Deshalb interpretieren oder akzeptieren Menschen diese Informationen nicht immer auf die gleiche Weise, und ihre tatsächlichen Überzeugungen über diese Risiken können von der besten verfügbaren wissenschaftlichen Evidenz abweichen. In meiner Forschung untersuche ich, wie Menschen solche Überzeugungen bilden und wie sich ihr persönliches Verhalten und ihre politischen Entscheidungen in Reaktion darauf verändern.
Darum freue ich mich auf Hamburg – auf die Stadt und die Universität:
Ich freue mich sehr auf Hamburg als kulturell vielfältige, moderne und dynamische Stadt, über die ich schon viel Gutes gehört habe. An die Universität Hamburg komme ich mit großen Erwartungen, vor allem wegen ihres starken Forschungsprofils und der vielen Anknüpfungspunkte zu meinen eigenen Forschungsthemen. Besonders freue ich mich darauf, die Studierenden kennenzulernen und meine Begeisterung für wissenschaftliche Fragestellungen mit ihnen zu teilen.
Das sind meine Pläne an der Uni Hamburg:
An der Universität Hamburg möchte ich mich aktiv in die bestehenden Forschungsgruppen einbringen und mit Kolleginnen und Kollegen zusammenarbeiten, die zu Themen wie Umweltökonomie, Verhaltensökonomie, Gesundheitsökonomie und Politischer Ökonomie forschen. Besonders freue ich mich darauf, zum Exzellenzcluster „Climate, Climatic Change, and Society“ (CLICCS) beizutragen und mich mit den vielfältigen interdisziplinären Perspektiven auszutauschen, die dort zusammenkommen. In der Lehre ist es mir wichtig, Studierende für wirtschaftliche und gesellschaftliche Fragen rund um Nachhaltigkeit zu begeistern und ihnen Werkzeuge an die Hand zu geben, um diese Herausforderungen analytisch zu verstehen.
Darum sollten Studierende unbedingt meine Veranstaltungen besuchen:
In meinen Veranstaltungen lernen Studierende, einige der zentralen wirtschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit besser zu verstehen. Wir beschäftigen uns mit Themen wie Klimapolitik, Umweltschutz und nachhaltigem Konsum und verbinden dabei wirtschaftswissenschaftliche Modelle mit Erkenntnissen aus der Verhaltensökonomie und der Politischen Ökonomie. Ziel ist es, Studierenden analytische Werkzeuge zu vermitteln, mit denen sie wirtschafts- und umweltpolitische Debatten einordnen und kritisch darüber nachdenken können, wie wirtschaftliche Systeme und individuelles Verhalten Nachhaltigkeit beeinflussen.
Blick in die weite Welt: mit diesen internationalen Einrichtungen, Universitäten oder Institutionen arbeite ich zusammen:
Meine Forschung beschäftigt sich mit Nachhaltigkeitsfragen sowohl in fortgeschrittenen Volkswirtschaften wie Westeuropa und den USA als auch in großen Schwellenländern wie Indien und China. Da ich untersuche, wie individuelle Überzeugungen und Verhalten Umwelt- und Nachhaltigkeitsergebnisse beeinflussen, ist ein gutes Verständnis der jeweiligen wirtschaftlichen, institutionellen und kulturellen Kontexte besonders wichtig. Die enge Zusammenarbeit mit internationalen Koautorinnen und Koautoren sowie der Austausch in einem globalen Forschungsnetzwerk sind daher ein zentraler Bestandteil meiner Arbeit.
Darum ist meine Forschung für die Gesellschaft wichtig:
Meine Forschung ist gesellschaftlich relevant, weil Herausforderungen wie Klimawandel, Luftverschmutzung und wirtschaftliche Ungleichheit zu den zentralen Problemen unserer Zeit gehören. Um wirksame und breit unterstützte Lösungen zu entwickeln, ist es wichtig zu verstehen, wie Menschen Risiken wahrnehmen, welche Überzeugungen sie bilden und wie diese ihre Unterstützung für politische Maßnahmen beeinflussen. Meine Arbeit trägt dazu bei, Umwelt- und Wirtschaftspolitik so zu gestalten, dass sie sowohl wirksam als auch gesellschaftlich tragfähig ist.

