Intensiv und datenreichSchüler-Klimakongress 2026 an der Universität Hamburg
29. September 2026, von Red./ Initiative NAT

Foto: H.Pogoda/InitiativeNAT
400 Schülerinnen und Schüler sind in der vergangenen Woche zum Klimakongress kk26 an die Uni Hamburg gekommen. Die Veranstaltung wurde von der Bildungsinitiative NAT gemeinsam mit den Hamburger Hochschulen organisiert. Der Kongress stand unter dem Motto „Clouds & Computing“.
Eröffnet wurde der eintägige Kongress von Prof. Dr. Johanna Baehr, Sprecherin des Exzellenzclusters „Climate, Climatic Change, and Society“ an der Uni Hamburg. „Wir betreiben hier Klimaforschung aus unterschiedlichen Perspektiven“, erklärte sie den Oberstufenschülerinnen und -schülern und ging anschließend insbesondere auf die Rolle der Meere im Klimasystem ein. „Der Ozean nimmt mehr als 90 Prozent der zusätzlichen Wärmeenergie auf, die sich durch die menschengemachte Erwärmung im Klimasystem ansammelt. Er ist ein Puffer“, so die Forscherin.
Sie erklärte, wie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Folgen dieser Wärmeaufnahme anhand von Erdsystemmodellen berechnen, die verschiedene Kräfte, Dichteunterschiede des Wassers oder auch die Erdrotation einbeziehen. „Parallel dazu messen wir auf Forschungsschiffen vor Ort nach. Das ist ein Realitätscheck für unsere Klimamodelle“, so Baehr.
Eine weitere bekannte Vortragende war Dr. Elke Ludewig, die an der Uni Hamburg Meteorologie studiert hat und inzwischen zu den bekanntesten Klimaforscherinnen Österreichs gehört. Die Direktorin für Meteorologie beim nationalen Wetterdienst GeoSphere Austria nahm die Jugendlichen in ihrer Keynote mit auf einen rasanten Ritt durch alle Aufgabenbereiche der Klimaforschung. Sie berichtete auch über ihre Arbeit am „Ursprung der modernen Meteorologie“, dem Sonnblick Observatorium auf 3.106 Meter Höhe, wo seit 140 Jahren Wetterdaten gesammelt werden. Die Jugendlichen erfuhren, wie eine Messsonde dort Temperatur und Luftdruck aufnimmt und per GPS die Daten an eine Bodenstation funkt: sie gehen sofort online und um die Welt.
Anschließend konnten sich die Teilnehmenden zwischen zahlreichen Vorträgen und Workshops entscheiden. Die Themen spannten sich von Urban Gardening über Smarte Maschinen bis zu Klimaforschung in der Antarktis. Zum Abschluss sprachen die Schülerinnen und Schüler darüber, was sie an dem Tag überrascht hat, welche Fragen offen geblieben sind und wie wissenschaftliche Erkenntnisse helfen können, Klimathemen im Alltag besser einzuordnen.
Der Klimakongress
Seit 2016 wird der Klimakongress von dem Bildungszusammenschluss Initiative NAT für Schülerinnen und Schüler der Oberstufe organisiert. Die Universität Hamburg gehört neben weiteren Hamburger Hochschulen, zwei Stiftungen, der Behörde für Wirtschaft, Arbeit und Innovation sowie DESY zu den Trägern von NAT. In diesem Jahr war die MIN-Fakultät der Universität Hamburg Gastgeberin und prägte das Programm mit Vorträgen und Workshops.

