In der Nähe des Campus Von-Melle-ParkGedenktafel für den Psychologen William Stern enthüllt
30. September 2026, von Newsroom-Redaktion

Foto: UHH/Lemonakis
William Stern setzte wichtige Impulse im Bereich der Begabungsforschung und gilt als einer der bedeutendsten Psychologen seiner Zeit. Seit ihrer Gründung im Jahr 1919 prägte Stern die Universität Hamburg. Nach ihrer Machtergreifung vertrieben die Nationalsozialisten ihn aus Hamburg und Deutschland.
Die Gedenktafel in der Straße „Bei St. Johannis“ wurde vom Stifter Peter Heß und dem Leiter der Arbeitsstelle für Universitätsgeschichte der Universität Hamburg Prof. Dr. Rainer Nicolaysen enthüllt.
William Stern war Begründer der Differentiellen Psychologie, Entwickler des Intelligenzquotienten – und mit seinen Universitätskursen nach dem Ersten Weltkrieg selbst Wegbereiter für die Gründung der Universität Hamburg. Das psychologische Institut baute er zu einem international angesehenen Zentrum psychologischer Forschung aus.
1933 wurde er als jüdischer Wissenschaftler aus seinem Amt entlassen, sein Institut zerschlagen. Stern emigrierte über die Niederlande in die USA, wo er an der Duke University eine Gastprofessur erhielt. Dort starb er 1938 im Exil.
Eine Gedenktafel könne dieses Unrecht nicht rückgängig machen. „Aber sie kann Geschichte sichtbar halten und uns daran erinnern, dass das Geschehene Teil unserer Universitätsgeschichte ist“, sagte Universitätspräsident Prof. Dr. Hauke Heekeren bei der Enthüllung. „Gerade darin liegt ihre Bedeutung. Eine Universität lebt von der Freiheit des Denkens, von der Offenheit für unterschiedliche Perspektiven und von der Möglichkeit, Bestehendes kritisch zu hinterfragen. Das sind keine Selbstverständlichkeiten. Sie müssen immer wieder gelebt und geschützt werden.“

