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Mit Licht gegen Infektionen: Einführung in die antimikrobielle photodynamische Therapie

Wann: Mi, 27.01.2027, 17:00 Uhr bis 18:00 Uhr

Wo: Universität Hamburg, Fachbereich Chemie, Martin-Luther-King-Platz 6, 20146 Hamburg, Hörsaal B

In den Kalender übertragen (iCal)
Mathematik, Informatik, NaturwissenschaftenRingvorlesung

Prof. Dr. Bianka Siewert, Institut für Pharmazie: Abteilung Pharmazeutische Biologie, Universität Hamburg

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Was macht eigentlich ein(e) Pharmazeutische BiologIn?
Die Pharmazeutische Biologie erforscht Naturstoffe und ihre Wirkung auf den Menschen. Im Mittelpunkt steht die Frage: Welche
Inhaltsstoffe sind für eine heilende oder schädigende Wirkung verantwortlich, und wie wirken sie im Körper? Heute reicht das Fachgebiet weit über die Untersuchung von Heilpflanzen hinaus. Moderne biotechnologische Methoden helfen dabei, Wirkstoffe gezielt zu identifizieren, ihre Wirkmechanismen zu verstehen und sie mithilfe biologischer "Zellfabriken" herzustellen. Ein bekanntes Beispiel ist der Schimmelpilz Penicillium chrysogenum, der zur Produktion von Penicillin eingesetzt wird. In Hamburg interessiert uns besonders, wie Licht die Wirkung
natürlicher Wirkstoffe beeinflussen kann. Licht besteht aus Photonen, also kleinsten Energieeinheiten. Es kann bestimmte Substanzen aktivieren oder ihre Wirkung verstärken – unter anderen Bedingungen kann es jedoch auch zu einem Wirkungsverlust führen.
 
Ein wichtiges Forschungsfeld ist die Suche nach neuen Wirkstoffen und Behandlungsstrategien gegen krankheitserregende Bakterien und Pilze; sowohl beim Menschen als auch in der Veterinärmedizin. Angesichts zunehmender Resistenzen gegen Antibiotika und Antimykotika werden alternative Ansätze immer wichtiger.

Eine besonders spannende Methode ist die photoantimikrobielle Therapie. Dabei wird ein Wirkstoff gezielt mit Licht aktiviert und kann
so vor allem dort wirken, wo er benötigt wird. Das eröffnet die Möglichkeit, lokale Infektionen zu behandeln und unerwünschte Auswirkungen auf das natürliche Mikrobiom zu verringern. Für die Wirkung müssen mehrere Komponenten zusammenkommen: ein lichtaktivierbarer Wirkstoff, Licht und Sauerstoff. Dadurch unterscheidet sich dieser Ansatz grundlegend von klassischen Antibiotika.

Auch Pflanzen und Pilze nutzen lichtabhängige Strategien zu ihrem Schutz. Indem wir diese natürlichen Mechanismen untersuchen, möchten wir neue therapeutische Wirkstoffe und Behandlungsansätze entwickeln. Der Vortrag gibt Einblicke in die photoantimikrobielle
Therapie und ihre möglichen Anwendungen, etwa bei lokalen Hautinfektionen und in der Behandlung von Parodontitis.

Öffentliche Vorlesung im Rahmen des Allgemeinen Vorlesungswesens

Infektionskrankheiten im Fokus

Von neuen Ansätzen zu besseren Therapien?
Infektionskrankheiten gehören zu den größten Herausforderungen für Medizin, Wissenschaft und Gesellschaft. SARS-CoV-2, COVID-19 und ihre Folgen haben erneut vor Augen geführt, wie fragil das menschliche Leben ist. Die Entwicklung wirksamer Arzneimittel und Impfstoffe hat dabei eindrucksvoll gezeigt, welche Bedeutung die biomedizinische Forschung für die Bewältigung globaler Gesundheitskrisen besitzt.

Gleichzeitig hat die Pandemie zahlreiche wissenschaftliche Erkenntnisse hervorgebracht, unter anderem in den Bereichen der mRNA-Technologie, der Aerosol-Übertragung, postinfektiöser Syndrome und der Pandemie-Vorsorge. Dennoch machen aktuelle Entwicklungen deutlich, dass weiterhin erheblicher Forschungsbedarf besteht. Schlagzeilen wie „Wenn Antibiotika nicht mehr helfen“ (2024), „Wenn Viren ungebetene Dauergäste werden“ (2024) oder „Krankenhauspilz Candidozyma auris breitet sich aus“ (2025) verdeutlichen die anhaltende Relevanz der Infektionsforschung.

Vor diesem Hintergrund widmet sich die Ringvorlesung der Frage, welche neuen Ansätze und Strategien zur Prävention, Diagnose und Behandlung von Infektionskrankheiten entwickelt werden und welche Erkenntnisse sie für den zukünftigen Umgang mit diesen Erkrankungen liefern können. Sie bietet Einblicke in aktuelle Forschungsarbeiten und zeigt auf, wie interdisziplinäre Zusammenarbeit zur Entwicklung innovativer Lösungsansätze beiträgt.

Forschende aus verschiedenen Fachgebieten – von der Strukturbiologie über die molekulare Biologie, die pharmazeutische Biologie, die medizinische Chemie, die klinische Pharmazie und die Präklinik bis hin zur Klinik – stellen ihre Forschung vor und präsentieren aktuelle Ansätze zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten.

mittwochs, 17:00 - 18:00 Uhr, Martin-Luther-King-Platz 6, Hörsaal B

Koordination: Prof. Dr. Louisa Temme / Prof. Dr. Sebastian Wicha, beide Institut für Pharmazie, Universität Hamburg

Kontakt

Universität Hamburg
Daniela Steinke(daniela.steinke"AT"uni-hamburg.de)

Weitere Informationen

Webseite der Veranstaltung
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Verändert am 5. Mai 2017

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