Über Hamburg forschen, lesen, schreiben. Aktuelle kulturhistorische Forschungsperspektiven II (= Andocken 25)

Foto: PIXABAY (gemeinfrei)
Wann: Di, 14.04.2026, 18:15 Uhr bis Di, 14.07.2026, 19:45 Uhr
Wo: Phil-Turm, Von-Melle-Park 6, 20146 Hamburg, Hörsaal E
Ringvorlesung im SoSe 2026, dienstags, 18:15 – 19:45 Uhr, Phil-Turm, Von-Melle-Park 6, Hörsaal E
Die Ringvorlesung "Über Hamburg forschen, lesen, schreiben – Aktuelle kulturhistorische Forschungsperspektiven" schließt an die Veranstaltungsreihe aus dem Wintersemester 2025/26 an. Sie lädt alle Interessierten dazu ein, Hamburgs Stadt- und Kulturgeschichte aus interdisziplinären Blickwinkeln zu erkunden. Organisiert vom Forschungsverbund zur Kulturgeschichte Hamburg (FKGHH) versammelt die Reihe aktuelle kulturhistorische Forschungen, die das Verhältnis von Stadt, Raum und Stadtgesellschaft bestimmen.
Im Mittelpunkt stehen Fragen von Urbanität, Vergnügen und (Un-)Sicherheit, Gewalt und Ausgrenzung, Nationalsozialismus und Postkolonialismus, politischer Erinnerungskultur, künstlerischer und musealer Praxis, Erziehung und Bildung, gesellschaftlicher Teilhabe sowie maritimer Identitätskonstruktionen, Alltags- und Sprachgeschichte.
Die Vorlesungen decken einen Zeitraum von den 1920er-Jahren über die NS-Zeit bis hin zu politischen und sozialen Aushandlungsprozessen der 1960er, 70er und 80er-Jahre und aktuellen Stadtdebatten ab. Thematisiert werden zentrale Räume Hamburgs (sowie dem Hamburger Umland) wie etwa St. Pauli oder Gerichte, aber auch Museen, Archive und Erinnerungsorte. Neben architektonischen und sozialen Räumen stehen Stadtimaginationen und -repräsentationen im Mittelpunkt. Dabei rücken sowohl staatliche Institutionen als auch Biografien, Erfahrungen und Lebenswelten von Alltagsakteur:innen sowie Dynamiken sozialer Milieus in den Fokus.
So entsteht ein facettenreiches Bild der Hafenstadt Hamburg als historisch gewordener Wissens-, Erfahrungs-, Projektions- und Handlungsraum, dessen Spuren bis in die Gegenwart reichen und zugleich Fragen nach städtischen Zukünften, Erinnerungswürdigkeit, Zugehörigkeit und Stadtidentität aufwerfen. Die Ringvorlesung bietet damit einen vertieften Einblick in aktuelle kulturhistorische Forschungen zur Hamburger Stadt- und Kulturgeschichte und lädt zur kritischen Diskussion ein.
Im Jahr 2027 feiert der Forschungsverbund sein 20. Jubiläum. Im Sommersemester 2027 ist deshalb eine zweitägige Veranstaltung geplant.
+++ Programm +++
14.04.2026
Stadtraum – Vergnügen – Kriminalität. Ethnografische und historisch-kulturwissenschaftliche Perspektiven auf (Un)Sicherheit in Hamburg-St. Pauli nach dem Zweiten Weltkrieg
Manuel Bolz, M.A., Institut für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie, Universität Göttingen/ Forschungsverbund zur Kulturgeschichte Hamburg (FKGHH), Universität Hamburg
– Moderation: Prof. Dr. Norbert Fischer
21.04.2026
Grenzüberschreitungen in der Großstadt. Sexualisierte Gewalt vor dem Hamburger Landgericht, 1920er-1960er Jahre
Lisa Hellriegel, M.A., Institut für Geschichtswissenschaft, Universität Bremen
– Moderation: Manuel Bolz, M.A.
28.04.2026
Hamburgs Baseballschlägerjahre. Rechte und rassistische Gewalt in den 1980er Jahren. Gesellschaftliche Ursachen und staatliche Reaktionen
Felix Krebs / Dr. Florian Schubert, beide Hamburg
– Moderation: Dr. Myriam Isabell Richter
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Arbeitsgruppe "Collective Responsibility – Rassismus(kritik) an Hochschulen" der Universität Hamburg statt.
05.05.2026
Neu identifiziert: Fotografische Zeugnisse der Hamburger Deportation von Jüdinnen und Juden im Oktober 1941
Dr. Alina Bothe, Selma Stern Zentrum für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg, Freie Universität Berlin / Gisela Ewe, M.A., Johanna Schmied, M.A. und Dr. Kristina Vagt, alle Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte zur Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen
– Moderation: Dr. Johanna Meyer-Lenz
19.05.2026
Wie der Tod unvergesslich wurde. Historische Sterbefälle und ihre Dokumentation am Beispiel einer maritimen Gesellschaft an der Westküste Schleswig-Holsteins
Dr. Wiebke Nissen, Hamburg
– Moderation: Manuel Bolz, M.A.
02.06.2026
Provenienzforschung zu NS-Raubgut im Museum am Rothenbaum (MARKK)
Jana Reimer, M.A. / Julianne de Sousa, M.A., beide Museum am Rothenbaum (MARKK)
– Moderation: Dr. Johanna Meyer-Lenz
09.06.2026
Zwischen Überwachung, Fremd- und Selbstbestimmung. Ausstellung des St. Pauli-Archivs über Sexarbeit in der Hamburger Herbertstraße
Gunhild Ohl-Hinz, M.A., St. Pauli-Archiv e.V. / Frauke Steinhäuser, M.A., Hamburg
– Moderation: Dr. Johanna Meyer-Lenz
16.06.2026
Das ungebaute Hamburg: Visionen einer anderen Stadt. Entwürfe von 1960 bis heute
Prof. Dr. Ullrich Schwarz, Vertretungsprofessor für Architekturtheorie an der HCU und Geschäftsführer der Hamburgischen Architektenkammer
– Moderation: Prof. Dr. Norbert Fischer
23.06.2026
‘Wer gehört ins Museum?‘ Kultureller Ausschluss, Teilhabe und das Outreach-Inreach-Projekt ‚Mein Hamburg!‘
Tendai Sichone, M.Ed., Kuratorin für Diversität und neue Vermittlungsformate, Museum für Hamburgische Geschichte (MHG)/ Dorothée von Diepenbroick, M.A., Museum für Hamburgische Geschichte (MHG)
– Moderation: Prof. Dr. Ingrid Schröder
30.06.2026
Sprachbiographien – Erzählen über Niederdeutsch in Hamburg
Prof. Dr. Ingrid Schröder, Niederdeutsche Sprache und Literatur, Institut für Germanistik, Universität Hamburg
– Moderation: Manuel Bolz, M.A.
07.07.2026
Kipppunkt am Lerchenfeld. Die staatliche Hamburger Kunstschule und der Nationalsozialismus
Dr. Alina Just, Forschungsstelle für Zeitgeschichte, Hamburg
– Moderation: Dr. Johanna Meyer-Lenz
14.07.2026
Ilse Frapan – eine vergessene Hamburger Schriftstellerin
Dr. Dirk Hempel, Hamburg
– Moderation: Prof. Dr. Norbert Fischer
Koordination:
Manuel Bolz, M.A. / Prof. Dr. Thorsten Logge / Dr. Myriam Isabell Richter / Dr. Johanna Meyer-Lenz, alle Forschungsverbund zur Kulturgeschichte Hamburg (FKGHH), Universität Hamburg