21. September 2026
Einladung zur deutschen ErstaufführungLag Atlantis in Skandinavien? Mit „Frozen Atlantis“ auf den Spuren der Mythen im Norden

Foto: Darren Hamlin Photography / Martin Olson Photography
„Frozen Atlantis“ ist ein filmischer Essay, der im Rahmen einer Freigeist-Förderung durch die Volkswagenstiftung entstanden ist. Darin macht sich der Renaissance-Forscher Bernhard Schirg auf die Suche nach dem Wunderbaren, das Menschen zu allen Zeiten in ihrer Welt fanden – eine poetische Reise durch innere und äußere Landschaften des 21. Jahrhunderts, die dem menschlichen Bedürfnis nach Zugehörigkeit, Verbundenheit und Geschichten nachspürt.
Auf seiner Reise durch Schwedens Berge, Flüsse und Gletscher folgt Bernhard Schirg – geleitet von Büchern, Karten und Panoramaskizzen aus dem 17. Jahrhundert – den Spuren Olof Rudbecks des Älteren (1630-1702). Im Laufe von drei Jahrzehnten hatte dieser seine These erweitert und in seinem Monumentalwerk „Atlantica“ behauptet, dass alle antiken Mythen ihren Ursprung im Norden gehabt hätten und die Wiege der Zivilisation im Norden gestanden habe.
Zusammen mit dem Entdecker Lars Larsson begibt sich Bernhard Schirg in Landschaften, von denen Rudbeck behauptete, dass sie Mythen wie Atlantis und Elysium zu Grunde lägen. Seine Reise wird so zur Suche nach Antworten auf die Frage, welche Sichtweisen diese Mythen einst in der Natur des Nordens verankert haben.
Rudbecks ganzheitlicher Vision und Erzählung der schwedischen Landschaften steht der transformative Einfluss des Menschen gegenüber. Durch seine Eingriffe in die Natur verändert er fortwährend das, was Rudbeck einst als unveränderlich beschrieb. „Frozen Atlantis“ wirft die Frage auf, wie die Geschichten, die wir erzählen, unsere Beziehung zur Welt um uns herum prägen. Können Mythen auch im postfaktischen Zeitalter neue Sichtweisen inspirieren – Sichtweisen, die uns berühren?
Zum Auftakt des Wintersemesters lädt der Masterstudiengang Public History das Fachbereichs Geschichte der Universität Hamburg zur deutschen Erstaufführung von „Frozen Atlantis – Seeking Wonder in Shifting Lands“ ein.
Die Aufführung (Englisch mit deutschen Untertiteln, 62 Minuten) findet statt am 6. Oktober 2026 ab 19 Uhr im Metropolis-Kino (Kleine Theaterstraße 10, 20354 Hamburg). Eintritt: 5 Euro.
Im Anschluss an den Film diskutieren Dr. Bernhard Schirg (Forscher, Regisseur und Produzent von „Frozen Atlantis“), Dr. Barbara Sutter (Universität Hamburg, Leitung Career and Qualification und stellvertretende Leitung der UHH-Transferagentur), Sarah Gorf-Roloff (freiberufliche Illustratorin und Wissenschaftskommunikatorin) und Prof. Dr. Thorsten Logge (Universität Hamburg, Professor für Public History) über Möglichkeiten, Chancen und Grenzen der Wissenschaftskommunikation in den Geisteswissenschaften.
Einen Film-Trailer und mehr Informationen gibt es auf der Homepage des Arbeitsbereichs Public History.