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20. August 2026

Kurz und kompakt: Forschungsneuigkeiten aus der Uni Hamburg

Ein roter UHH-Würfel liegt in der Sonne vor dem Hauptgebäude. Im Hintergrund gehen zwei Menschen.

Foto: UHH/von Wieding

Forschungsneuigkeiten August 2026
Gelingende Kooperationen in Krisensituationen, multisensorische Extended Reality, Demokratiebildung im Studium sowie internationaler Austausch als Basis von Forschung und Innovation: Mit diesem Service geben wir Ihnen einen kurzen Überblick über neue geförderte Projekte und Personen an der Universität Hamburg.

In dieser Ausgabe finden Sie Informationen zu neun neuen Projekten und Förderungen. Wenn Sie mehr zu den einzelnen Vorhaben wissen wollen, kontaktieren Sie gerne direkt die verantwortlichen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

  • VolkswagenStiftung: 285.000 Euro für Brückenprofessur von Prof. Brooke Ackerly PhD an der Universität Hamburg
  • EU-Förderung für innovative Anwendungen im Bereich Extended Reality
  • Claussen-Simon-Fonds für Hochschulen: 5.500 Euro für Projekt „Science for Democracy“
  • Verlängerung des Graduiertenkollegs „Urban future-making: Handlungsspielräume professioneller Praxis in Zeit und Raum“
  • University of Hamburg Business School begrüßt Humboldt-Forschungspreisträger Prof. Dr. Prasad A Naik
  • Humboldt-Forschungsstipendien für vier Postdocs

VolkswagenStiftung: 285.000 Euro für Brückenprofessur von Prof. Brooke Ackerly PhD an der Universität Hamburg

Staatliche geförderte und von Initiativen durchgeführte Projekte erzielen in Krisensituationen oft nicht die Wirkung, die beabsichtigt ist. Beispielsweise haben die Ebola-Krise in Afrika und die Erdbebenhilfe in Haiti gezeigt, dass viele Geldmittel nicht automatisch Verbesserungen für die betroffenen Gemeinschaften bedeuteten. Angesichts der Auswirkung des Klimawandels auf die Gesundheit besonders vulnerabler Bevölkerungsgruppen und zunehmender Hilfs- und Noteinsätze ist es daher essenziell, die epistemisch verankerten Faktoren für das Gelingen oder Scheitern dieser Partnerschaftsprojekte zwischen Institutionen und Initiativen zu verstehen. Diese will Prof. Brooke Ackerly auf der Grundlage politikwissenschaftlicher Forschung zur Aushandlung von Demokratie und Grundrechten während ihrer Gastprofessur untersuchen.

Es handelt sich um eine transatlantische Brückenprofessur im Rahmen des gleichnamigen Förderprogramms der VolkswagenStiftung. Das Programm richtet sich an international renommierte Professorinnen und Professoren aus den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften, die aktuell in den USA tätig sind und gleichzeitig in den USA sowie in Deutschland arbeiten möchten. Prof. Ackerly, die von der Vanderbilt University im US-Bundesstaat Tennessee nach Hamburg kommt, erhält 285.000 Euro und wird in den kommenden 36 Monaten an der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften arbeiten. Es wird es darum gehen, forschungsbasierte Handlungsempfehlungen für lokale Gruppen, politische Entscheidungsträger, Entwicklungshelferinnen, große Stiftungen und staatliche Geberorganisationen zu erarbeiten.

Eng kooperieren wird Prof. Ackerly dabei mit Prof. Antje Wiener, Professorin für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunk Global Governance am Fachbereich Sozialwissenschaften, die die Antragsstellung federführend begleitet hat. An der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sind Kooperationen mit Prof. Dr. Peter Niesen, Professor für Politische Theorie, und Prof. Dr. Vera E. Troeger, Professorin für Vergleichende Politikwissenschaft, geplant. Zudem wird es Kollaborationen mit Forschenden des Klima-Exzellenzclusters CLICCS sowie der DFG-Forschungsgruppe PROMISE und des DFG-Graduierten-Kollegs „Collective Decision-Making“ geben. Prof. Brooke Ackerly wird darüber hinaus im kommenden Semester Lehre zu ausgewählten Themen in Internationaler Politischer Theorie, Feministischer Politischer Theorie und Methoden der Grounded Normative Theory anbieten.

Kontakt: Prof. Antje Wiener, PhD FAcSS MAE, Universität Hamburg, Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Fachbereich Sozialwissenschaften, Fachgebiet Politikwissenschaft, E-Mail: antje.wiener"AT"uni-hamburg.de

EU-Förderung für innovative Anwendungen im Bereich Extended Reality

In einer Welt, in der digitale und reale Erfahrungen immer stärker ineinandergreifen, wird ein neues Verständnis von erweiterter Realität (engl.: Extended Reality, kurz XR) immer wichtiger. Hier setzt das Projekt „OmenXR“ (On-the-fly MultisEnsory collaboratioN in eXtended Reality) an, das vom französischen Forschungsinstitut INRIA koordiniert und von der Europäischen Union im Rahmen der „Innovation Actions“ mit knapp fünf Millionen Euro gefördert wird. Es sollen virtuelle Welten entwickelt werden, die Nutzenden nicht nur das Sehen, sondern synchron auch das Tasten, das Hören und sogar die Wahrnehmung von Gerüchen ermöglichen. Das Ziel ist ein stimmiges, emotional wirksames Gesamterlebnis. Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig – von sicherer Fernunterstützung in anspruchsvollen Industrieumgebungen über therapeutisches Training im Gesundheitsbereich bis hin zu kulturellen Erlebnissen, die mehrere Sinne aktiv einbinden.

Prof. Dr. Frank Steinicke von der Arbeitsgruppe Human-Computer Interaction am Fachbereich Informatik der Universität Hamburg erhält 757.800 Euro der Gesamtfördersumme. Er wird die technischen Entwicklungen leiten: „Wir werden am Standort Hamburg vor allem XR-basierte virtuelle KI-Agenten und immersive Robot-Fernsteuerung entwickeln.“ Konkret gehe es darum, einen Anwendungsfall zu entwickeln, bei dem Arbeiten am Teilchenbeschleuniger des Elektronen-Synchrotrons DESY unterstützt werden. „Die neue XR-Umgebung muss sich dabei an den Bedürfnissen des Menschen orientieren“, so Steinicke. Sie soll im Rahmen des Projektes umgesetzt und evaluiert werden. Ein besonderer Fokus von „OmenXR“ liegt dabei auf verantwortungsvoller Innovation: Die Ergebnisse sollen nicht nur technologisch überzeugen, sondern Vertrauen schaffen und gesellschaftliche Vielfalt mitdenken.

Kontakt: Prof. Dr. Frank Steinicke, Universität Hamburg, Fachbereich Informatik, E-Mail: frank.steinicke"AT"uni-hamburg.de

Claussen-Simon-Fonds für Hochschulen: 5.500 Euro für Projekt „Science for Democracy“

In Zeiten zunehmender radikaler und demokratiefeindlicher Tendenzen wollen Prof. Dr. Dorothea Alewell von der University of Hamburg Business School und Mariusz Scharfenberg aus dem Fachbereich Erdwissenschaften an der Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften Studierende dazu befähigen, Wissenschaftlichkeit gezielt einzusetzen, um demokratische Resilienz zu stärken. Geplant ist eine interdisziplinäre und interaktive Lehrveranstaltung zum Themenfeld „Demokratiekompetenz und Wissenschaftlichkeit“, die sich an Studierende aller Fakultäten der Universität Hamburg richten und im Sommersemester 2027 erstmalig angeboten werden soll.

Unter anderem sollen die Studierenden lernen, Wissenschaftlichkeit als Haltung zu verstehen, und wichtige Fähigkeiten wie das aktive Zuhören und den Diskurs trainieren. So soll ein integratives Wissenschafts- und Demokratie-Training entstehen. Dafür erhält das Projekt „Science for Democracy“ 5.500 Euro von der Claussen-Simon-Stiftung. Die Mittel aus dem Claussen-Simon-Fonds für Hochschulen dienen der Verbesserung des akademischen Lehrens und Lernens und sollen bei der Entwicklung neuer Möglichkeiten und Formate der Lehre helfen.

Kontakt:

  • Prof. Dr. Dorothea Alewell, Universität Hamburg, University of Hamburg Business School, E-Mail: dorothea.alewell"AT"uni-hamburg.de
  • Mariusz Scharfenberg, Universität Hamburg, Fachbereich Erdsystemwissenschaften, E-Mail: mariusz.scharfenberg"AT"uni-hamburg.de

Verlängerung des Graduiertenkollegs „Urban future-making: Handlungsspielräume professioneller Praxis in Zeit und Raum“

In Städten werden zahlreiche hochaktuelle Zukunftsfragen wie Klimapolitik, Verkehr, Wohnen, Infrastruktur und Energieversorgung in verschiedensten Prozessen immer wieder neu ausgehandelt. Sie sind damit zentrale Orte sozial-ökologischer Transformation. Im Graduiertenkolleg „Urban future-making: Handlungsspielräume professioneller Praxis in Zeit und Raum“, das an der HafenCity-Universität geleitet wird, untersuchen die Forschenden, wie verschiedene Beteiligte dieser Handlungsfelder – etwa Architekten, Ingenieurinnen, Verwaltungsfachleute sowie Planer:innen – in Zeiten erhöhter Dringlichkeit und Unsicherheit handlungsfähig bleiben und Zukunft gestalten.

An dem Programm, das eine Promotion in einem interdisziplinären strukturierten Rahmen ermöglicht, sind auch Prof. Dr. Christine Hentschel (Professur für Soziologie der Sicherheit und Resilienz) und Prof. Dr. Katharina Manderscheid (Professur für Soziologie, insb. Lebensführung und Nachhaltigkeit) von der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie Prof. Dr. Benno Fladvad (Juniorprofessur für Naturwissenschaftliche Friedensforschung mit Schwerpunkt Klima und Sicherheit) von der Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften der Universität Hamburg beteiligt. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat das Graduiertenkolleg im Juni 2026 für eine zweite Förderphase von Oktober 2026 bis März 2031 verlängert.

Kontakt:

  • Prof. Dr. Benno Fladvad, Universität Hamburg, Fachbereich Erdsystemwissenschaften, E-Mail: benno.fladvad"AT"uni-hamburg.de
  • Prof. Dr. Christine Hentschel, Universität Hamburg, Fachbereich Sozialwissenschaften, E-Mail: christine.hentschel-2"AT"uni-hamburg.de
  • Prof. Dr. Katharina Manderscheid, Universität Hamburg, Fachbereich Sozialökonomie, E-Mail: katharina.manderscheid"AT"uni-hamburg.de

University of Hamburg Business School begrüßt Humboldt-Forschungspreisträger Prof. Dr. Prasad A Naik

Die Alexander von Humboldt-Stiftung hat Prof. Dr. Prasad A Naik von der University of California mit einem Humboldt-Forschungspreis ausgezeichnet. Die Nominierung wurde federführend von Prof. Dr. Kay Peters, Stiftungsprofessor für Marketing und Dialogmarketing an der University of Hamburg Business School, koordiniert. Naik forscht und publiziert an der Schnittstelle der Fachgebiete Betriebswirtschaft, Operations Research sowie Statistik und Ökonometrie. Er wird im Rahmen des Preises, der mit 80.000 Euro dotiert ist, in diesem und im kommenden Jahr mehrere Forschungsaufenthalte an der Universität Hamburg absolvieren und auch an Hochschulen in Aachen, Berlin, Frankfurt, Köln, Mannheim, München und Münster Projekte realisieren. Geplant sind Workshops, eine Vortragsreise durch mehrere Regionen Deutschlands und neue interdisziplinäre Vorhaben – insbesondere mit Forschenden aus der angewandten Physik.

Durch die Perspektive von Prof. Naik sollen zentrale Einsichten der Physik auf ihre Anwendungspotenziale in den Wirtschaftswissenschaften geprüft werden. Denkbare Beispiele wären die Anwendung der Gravitationsmodelle auf die Kundenattraktion von Marken oder die Anwendung der Schroedinger-Gleichung auf die Wahrscheinlichkeit, dass eine Kundenbeziehung noch intakt oder bereits verloren gegangen ist.

Die Alexander von Humboldt-Stiftung verleiht jedes Jahr bis zu 100 Humboldt-Forschungspreise an international führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Fachrichtungen aus dem Ausland. Der Preis ist Teil der Initiative „1000-Köpfe-plus“ des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt.

Kontakt: Prof. Dr. Kay Peters, Universität Hamburg, University of Hamburg Business School, E-Mail: kay.peters"AT"uni-hamburg.de

Vier neue Humboldt-Forschungsstipendien für Postdocs

Dr. Alejandro Poveda Ruzafa von der Universität Barcelona wird in den Sommern 2026 und 2027 jeweils drei Monate als Humboldt-Forschungsstipendiat an der Universität Hamburg verbringen. Er forscht in der Gruppe von Prof. Dr. Benedikt Löwe zu Fragen der mengentheoretischen Grundlagen der Mathematik. Zwei weitere Humboldt-Forschungsstipendiaten forschen am Zentrum für Bioinformatik bei Prof. Dr. Jan Baumbach: Dr. Morteza Rakhshaninejad (Universität Gent) arbeitet an KI-gestützten Methoden der Pharmakologie, um die Entdeckung neuer Wirkstoffe zuverlässiger zu machen. Dr. Jinxin Zhao (Monash University, Melbourne) erforscht mit Computermodellen, wie bestimmte Viren gezielt gefährliche, antibiotikaresistente Bakterien bekämpfen können. Außerdem wird Dr. Melanie Brazzell von der Harvard University im Rahmen eines Humboldt-Forschungsstipendiums in den Sommern 2026, 2027 und 2028 jeweils mehrere Monate an der Universität Hamburg verbringen und in der Gruppe von Prof. Dr. Nina Perkowski am Fachbereich Sozialwissenschaften zur Empirischen Sozialforschung arbeiten, insbesondere zu Gewalt- und Sicherheitsforschung.

Mit diesen Stipendien unterstützt die Alexander von Humboldt‐Stiftung überdurchschnittlich qualifizierte Early Career Researcher aus der ganzen Welt. Sie können ihr Forschungsvorhaben in Deutschland verwirklichen, wobei die Förderdauer zwischen sechs und 24 Monaten betragen kann.

Kontakt:

  • Prof. Dr. Benedikt Löwe, Universität Hamburg, Fachbereich Mathematik, E-Mail: benedikt.loewe"AT"uni-hamburg.de
  • Prof. Dr. Jan Baumbach, Universität Hamburg, Zentrum für Bioinformatik, E-Mail: jan.baumbach"AT"uni-hamburg.de
  • Prof. Dr. Nina Perkowski, Universität Hamburg, Fachbereich Sozialwissenschaften, E-Mail: nina.perkowski"AT"uni-hamburg.de
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Verändert am 20. August 2026

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