17. Juni 2026
Wissenschaft trifft KunstGroßformatiges Wandgemälde an der Bundesstraße zeigt Forschung an der Uni Hamburg

Foto: UHH/Esfandiari
Mit einer Größe von circa 10 x 18 Metern ist das Mural ab sofort im Grindelviertel in direkter Nähe des Campus Bundesstraße der Uni Hamburg zu sehen. Es ist das Ergebnis eines längeren Austauschs von Forschenden und Künstlern und lässt nun Forschung in den künstlerischen Dialog mit der Gesellschaft treten – mit dem klaren Ziel, dass das Mural auf einer direkten und emotionalen Ebene auf die große Bedeutung der Klimawissenschaften aufmerksam macht. Eine Tafel bietet Betrachterinnen und Betrachtern eine kurze Erläuterung zum Projekt sowie durch einen QR-Code zur Projektwebseite die Möglichkeit für weiterführende Informationen.
„Die Wissenschaft nutzt einen objektiven Ansatz, um die Welt zu entdecken und zu erforschen, während die Kunst einen subjektiven Ansatz verfolgt, der über Emotionen kommuniziert und so eine individuelle Verbindung zum Publikum herstellt. Darin liegt der Reiz dieser Zusammenarbeit am Mural, die zudem von uns Forschenden verlangt, unsere Arbeit den Künstlerinnen und Künstlern in einfachen Worten zu erklären. Das hilft uns dabei, das Wesentliche des Themas und der Ergebnisse zu definieren und zu erläutern“, sagt Prof. Dr. Carsten Eden, Ozeanograph und Sprecher des Verbundprojekts.
Die Hauswand, auf der das Mural zu sehen ist, wurde von der Hauseigentümerin zur Verfügung gestellt. Die räumliche Nähe zum Klimacampus in der Bundesstraße schafft eine optische Brücke von den Laboren und Büros ins Stadtbild. „Wir freuen uns sehr, dass wir dieses Kunstwerk in unserem Viertel realisieren konnten – und dass es nicht temporär ist, sondern langfristig zu sehen sein wird“, ergänzt Carsten Eden.
Art & Science im Rahmen des Forschungsprojekts
Im Verbundforschungsprojekt „Energy Transfers in Atmosphere and Ocean“ (TRR 181) entwickeln Forschende mathematische Modelle, die den Energietransfer zwischen der Atmosphäre und dem Ozean abbilden. Denn die Energie ist weder im Meer noch in der Atmosphäre konstant. Wellen und Turbulenzen im Wasser sowie in der Luft führen zu veränderten Formen von Energie – und oft ist unklar, woher genau die Energie kommt und wohin sie geht. Durch die neuen Modelle werden die vorhandenen Klimamodelle verbessert, damit genauere Vorhersagen und Klimaanalysen möglich sind.
Der TRR 181 wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert und ist an der Universität Hamburg angesiedelt. In ihm arbeiten mehr als 100 Forschende unterschiedlicher Karrierestufen aus zwölf Institutionen zusammen. Die 18 wissenschaftlichen Teilprojekte werden unter anderem durch ein „Art & Science“-Projekt ergänzt, um die Wissenschaft erlebbar zu machen und für die Gesellschaft zu öffnen. Dort entstanden und entstehen seit 2020 durch die bereichernde Zusammenarbeit zwischen Künstlerinnen und Künstlern sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern 15 Kunstwerke. Diese werden auch ab 2028 in einer Wanderausstellung zu sehen sein.
