„Ich hatte großen Respekt davor, Physik zu studieren“
5. November 2025, von Newsroom-Redaktion
Nach dem Abitur am Christianeum Hamburg war Beate Heinemann zunächst unsicher, wohin ihr Weg führen sollte. Ein halbes Jahr als Au-pair in Spanien brachte die Erkenntnis: Sie vermisste das Denken in Zahlen und Formeln – und entschied sich für ein Physikstudium an der Universität Hamburg. Der Beginn einer beeindruckenden wissenschaftlichen Laufbahn.
Im Gespräch mit Universitätspräsident Hauke Heekeren erinnert sich Heinemann an ihre anfänglichen Zweifel – und daran, wie sie schnell merkte, dass sie im Physikstudium durchaus mithalten konnte. Neben Formeln und Experimenten faszinierte sie die lebendige Hamburger Musikszene der 1990er-Jahre: „Ich hatte ein starkes Netzwerk in der Musik, das man heute die Hamburger Schule nennt“, erzählt die 1970 in der Hansestadt geborene Physikerin.
Zwischen Übungsgruppen, Vorlesungen und Konzerten entdeckte sie schließlich, dass Physik weit mehr ist als Rechenwege und Theorien: „Wie spannend Physik wirklich ist, habe ich dann irgendwann während des Studiums festgestellt.“
Nach ihrer Promotion am Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) führte sie ihre Forschung in die USA – ans Fermilab bei Chicago und später als Professorin an die University of California, Berkeley. Die offene, internationale Atmosphäre dort prägte ihr wissenschaftliches Verständnis nachhaltig: „Mathematik ist wirklich eine internationale Sprache, sie verbindet Menschen aus aller Welt.“
Seit 2023 steht Beate Heinemann als erste Frau an der Spitze des DESY-Direktoriums. Heute zählt sie zu den führenden Physikerinnen weltweit – engagiert sich für internationale Zusammenarbeit, wissenschaftliche Offenheit und die Förderung junger Talente. Ihr Weg zeigt: Neugier und Mut sind oft der Schlüssel zu einer außergewöhnlichen Karriere.
Der Podcast „Campus-Legenden“ wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) sowie der Freien und Hansestadt Hamburg im Rahmen der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern gefördert.

