Grüner WasserstoffInternationale Kooperation eröffnet Japanese-European Clean Energy Material Research Hub
9. März 2026, von Claudia Sewig

Foto: ITEC/Hasché
Feierliche Eröffnungszeremonie: Die Universität Hamburg und die University of Yamanashi (Japan) verstärken ihre Zusammenarbeit auf dem Feld der Forschung zu Grünem Wasserstoff und strombasierten synthetischen Kraftstoffen (E-Fuels). Ein Double-Degree-Programm ist in Planung.
An der Universität Hamburg wird heute, am 9. März 2026, ein weiterer Schritt in Richtung erneuerbarer Energie für eine nachhaltige Zukunft gemacht: Am Nachmittag treffen sich japanische und europäische Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik, um das Japanese-European Clean Energy Material Research Hub zu eröffnen. Federführend für die Uni Hamburg ist Prof. Dr. Mehtap Özaslan, Professorin für Technische Elektrokatalyse im Fachbereich Chemie.
„Wir wollen der Standort sein, um Aktivitäten zwischen Japan und Europa auf diesem Feld zu bündeln, zu moderieren und zu unterstützen. Unser Ziel ist eine nachhaltige Gesellschaft. Dafür unterstützen wir in der Wissenschaft die Energiewende und wollen die Wasserstoffthemen voranbringen“, sagt Prof. Dr. Mehtap Özaslan. Die Chemikerin hat bereits in ihrer Zeit an der TU Braunschweig mit dem Deutsch-Japanischen Green Hydrogen Material Laboratory seit 2022 eine Forschungspräsenz in Japan aufgebaut: „Seitdem fand ein Austausch zwischen japanischen und deutschen Doktorandinnen und Doktoranden sowie Studierenden statt. Wir haben gemeinsam Drittmittelanträge gestellt, haben unsere gemeinsamen Aktivitäten auf internationalen Konferenzen präsentiert und ein gegenseitiges Vertrauen über die Jahre aufgebaut. Auf diesen Grundlagen setzen wir unsere Zusammenarbeit zwischen der University of Yamanashi und der Universität Hamburg nun fort.“
„Verschiedene Bereiche zum Thema Grüner Wasserstoff zusammenbringen“
Konkret geht es um die Arbeit an erschwinglichen und sauberen Energietechnologien wie Brennstoffzellen und Wasserelektrolyse. Grüner Wasserstoff und Wasserstoffderivate, die aus erneuerbaren Energien gewonnen werden, spielen eine Schlüsselrolle bei der Energiewende in verschiedenen Sektoren, sagt Özaslan: „Gerade gibt es zwar eine Konsolidierungsphase im Bereich des Grünen Wasserstoffs – viele warten auf neue Förderungen. Er hat sich noch nicht so durchgesetzt, wie erhofft, und die aktuelle politische Unsicherheit macht es nicht einfacher. Dass wir Grünen Wasserstoff benötigen, da ist sich die Politik in Deutschland, der EU und Japan aber einig. Wir müssen weg von Erdöl und Erdgas.“
Japan habe den Vorteil, dass es schon lange auf Grünen Wasserstoff setze. „Sie haben dort viele Firmen im Bereich der Materialien und Komponenten, die auch für uns in Europa interessant sind“, sagt Özaslan. Auch hier soll das neu gegründete Hub ansetzen, führt die Chemikerin weiter aus: „Wir wollen wie ein Inkubator verschiedene Bereiche zum Thema Grüner Wasserstoff zusammenbringen, aus der Forschung, aber auch aus der Industrie. Japanische Firmen suchen Partner in Europa und umgekehrt.“ Gestartet werde aber mit der Forschungsseite, mit dem Materialaustausch, mit gemeinsamen Publikationen. Die Gründungs-Veranstaltung heute bringt erstmals viele Stakeholder zusammen, um sich kennenzulernen und sich auszutauschen.
Weitere Universitäten sollen in das Research Hub folgen
Die University of Yamanashi sei die einzige Universität im J-Peaks-Programm – in manchen Aspekten zu vergleichen mit der deutschen Exzellenzstrategie –, die mit dem Thema Grüner Wasserstoff und E-Fuels erfolgreich war. „Unsere beiden Universitäten setzen den ersten Baustein, als erste internationale Kooperation. Weitere Universitäten sollen dann als Joint in das Research Hub folgen“, sagt Özaslan. Neben den Bereichen Chemie und Materialforschung könnten dann auch andere Disziplinen wie die Ingenieurswissenschaften beteiligt werden. Und: Für Masterstudierende sei ein Double Degree-Programm angedacht, bei dem die Studierenden einen Abschluss von beiden Universitäten erhielten. Vertiefende Gespräche dazu soll es heute bei der Gründungsveranstaltung vor Ort geben.
Die Gründung des Japanese-European Clean Energy Material Research Hub folgt keine sechs Wochen auf die Erneuerung des Memorandum of Understanding zwischen der Präfektur Fukushima (Japan) und der Freien- und Hansestadt Hamburg zur Fortsetzung der Zusammenarbeit in den Bereichen Erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Energiespeichertechnologien und Wasserstoff. Prof. Dr. Mehtap Özaslan: „Die University of Fukushima ist ein Partner der University of Yamanashi im J-Peaks-Programm. Somit bilden wir automatisch gleich von Anfang an ein größeres Netzwerk.“

