11. Juni 2026
Ausstellung studentischer Arbeiten„Untenrum verhandelt“ – Gynäkologisches Wissen zwischen Fürsorge und Kontrolle erlebbar

Foto: Maya Freiesleben
Wie wird über weiblich gelesene Körper gesprochen? Welche Geschichten werden erzählt, welche verschwiegen? Und wer entscheidet, was als gesichertes „Wissen“ über Gesundheit, Reproduktion und Sexualität gilt? Diesen Fragen geht die Ausstellung „Untenrum verhandelt. Gynäkologien zwischen Wissen und Macht“ nach.
Sie wird am 17. Juni 2026 um 20 Uhr eröffnet und ist bis zum 8. Juli zu den Öffnungszeiten (Mi, Sa und So: 13–18 Uhr) im Medizinhistorischen Museum Hamburg des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE, Martinistraße 52, Haus N30b) zu sehen. Entstanden ist sie in einem gemeinsamen Seminar des Instituts für Anglistik und Amerikanistik sowie des Instituts für Liberal Arts & Sciences (ILAS) an der Universität Hamburg.
„Die Studierenden haben zu dem Thema recherchiert, Schwerpunkte definiert und eigene künstlerische Perspektiven entwickelt. Gemeinsam mit Dr. Henrik Eßler vom Medizinhistorischen Museum haben wir aus diesen Arbeiten eine Ausstellung entwickelt, um die Ergebnisse aus dem Seminarraum in die Öffentlichkeit zu bringen“, erklärt Prof. Dr. Sophie Witt, Professorin für Literaturwissenschaft mit dem Schwerpunkt Medical & Health Humanities sowie Leiterin des ILAS. Neben Audioinstallationen, Collagen, Videoarbeiten und Postkarten entstand so auch ein intensiver Dialog mit historischen Objekten aus der Sammlung des Museums.
Thematisch geht es unter anderem um Geburten und Hebammenwissen, die Klitoris und weibliche Lust oder auch um Menstruation. Begleitet wird die Ausstellung durch ein vielseitiges Programm mit Theater-Lesung, künstlerischem Workshop und wissenschaftlichem Vortrag. Zu diesen Veranstaltungen sowie zu der Vernissage am 17. Juni (20 Uhr) und der Finissage am 8. Juli (18 Uhr) sind Medienvertreterinnen und -vertreter sowie Interessierte herzlich eingeladen.
„Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit dem Medizinhistorischen Museum und den Austausch mit der Klinik und Poliklinik für Gynäkologie am UKE, aber auch durch die Synergien zwischen den Studiengängen ist eine Ausstellung entstanden, die zeigt, dass Gynäkologie nicht nur ein medizinisches Fachgebiet ist, sondern auch ein kultureller, politischer und historischer Aushandlungsraum“, sagt Prof. Dr. Sandra Dinter, Juniorprofessorin für Britische Literatur und Kultur. Darum lade die Ausstellung Besucherinnen und Besucher gezielt dazu ein, eigene Erinnerungen, Erfahrungen und Fragen einzubringen – und gynäkologische Wissensgeschichten anders zu betrachten und neu zu erzählen.
Mehr Informationen zur Ausstellung „Untenrum verhandelt“ und zum Begleitprogramm: https://uhh.de/ausstellung-untenrum-verhandelt