Grundsätzlich stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verwertung von Hochschulpatenten offen, beispielsweise
Sofern die Schutzrechte nicht bereits durch Vorverträge gebunden sind, hängt der erfolgversprechendste Vermarktungsweg von vielen Faktoren ab.
Aspekt |
Verkauf |
Lizenz |
Unternehmens-
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Einflussnahme |
gering |
mittel |
hoch |
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Betreuungsaufwand |
gering |
mittel |
hoch |
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Imagewirkung Universität |
gering |
mittel |
hoch |
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Zeithorizont Zahlungszuflüsse |
kurzfristig
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kurz-bis mittelfristig |
langfristig |
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Wahrscheinlichkeit Rückflüsse |
sicher |
mittel bis unsicher |
unsicher |
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Chancen bei positiver Entwicklung |
keine |
mittel bis hoch |
hoch |
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Risiken bei ungünstiger Entwicklung |
keine,
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grds. keine,
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grds. begrenzt auf Einlage, Haftungsrisiken bei Sacheinlagen,
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Quelle: Existenzgründungen mit Hochschulpatenten; Gutachten über Gestaltungsmöglichkeiten von Hochschulen, Herausgeber Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), 2004
Die Entscheidung der Hochschule für eine der Verwertungsformen, die eine Unternehmensgründung beinhalten, hängt neben marktspezifischen Vorgaben oder technologiebasierten Gegebenheiten davon ab, welche Einflussnahme die Hochschule auf die Patentnutzung und die Außendarstellung der Erfindung erhält.
Falls eine Unternehmensbeteiligung über die Partizipierung der Gesellschafter erfolgt, sind die Einflussmöglichkeiten am größten. Hinsichtlich der prospektiven Zahlungsrückflüsse sowie der Chancen und Risiken in Abhängigkeit von der Geschäftsentwicklung ist die Beteiligung als volatilste Form der Verwertung anzusehen.
Die sicherste Lösung, der Patentverkauf, ist meist weniger attraktiv, insbesondere aufgrund der oft nicht lukrativen Entgeltung und der Unsicherheit über den (möglicherweise entgangenen) monetären Ertrag.
Als intermediäre Lösung bietet sich eine Lizenzierung an, nicht zuletzt weil hier die Nachteile (aber auch die Vorteile) der anderen beiden Alternativen weniger stark ausgeprägt sind.