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Sonderforschungsbereich 538: Mehrsprachigkeit



Inhalt:

Forschungsprogramm des SFB 538 Mehrsprachigkeit

Das zentrale Forschungsinteresse des Sonderforschungsbereichs Mehrsprachigkeit bestand seit seiner Einrichtung im Juli 1999 in der Erfassung, Dokumentation, Beschreibung und Analyse der sprachlichen Formen des multilingualen Sprachgebrauchs und in der Prüfung von Hypothesen über Faktoren, die den multilingualen Sprach­gebrauch und Spracherwerb sowie Sprachwandel in Sprachkontaktsituationen bestimmen oder beeinflussen. Dabei ver­steht sich der Sonderforschungsbereich als Verbund von Forschungs­projekten, die – auch wenn in verschiedenen theoretischen Ansätzen verankert – eine Reihe von Grundannahmen im Hinblick auf die sprach­wissenschaftlich gegründete Forschungsarbeit zur Mehrsprachig­keit teilen. Der Kern dieser Grundannahmen ist, dass das menschliche Sprach­vermögen auf Mehr­sprachigkeit ausgerichtet ist, so dass individuelle und gesellschaftliche Mehr­sprachig­keit den "Normalfall" darstellen, Einspra­chigkeit hingegen als Sonderfall zu verstehen ist.

Im Mittelpunkt der Arbeiten im Sonderforschungsbereich standen drei Aspekte: a) die individuelle Entwicklung von Mehrsprachigkeit, d.h. der Spracherwerb, und vor allem der Erwerb mehrerer grammatischer Systeme, b) die besonderen Formen von und Bedingungen für Kommunikation in multilingualen Kontexten, und c) der Wandel von Sprach­­systemen sowie die Variation in Sprachsystemen und im Sprach­gebrauch als mögliche Ergebnisse von individuellen und gesellschaftlichen Sprach­kontakt­situationen.

In der vierten Förderperiode wurde die inhaltliche Ausrichtung weiter auf zwei zentrale Fragestellungen konzentriert: Die Frage der kritischen Phase wird in den vier Teilprojekten im Projektbereich E: Erwerb der Mehrsprachigkeit im Mittelpunkt der gemeinsamen Arbeit stehen.
(E-Bereichskoordinatoren: Tanja Kupisch) 

Die acht Teilprojekte dieses Projektbereichs (H1, H3, H5, H6, H8 und H 9 sowie K4 und K8) sind aus der H- bzw. K-Gruppe der 3. Phase des SFBs hervorgegangen. In den acht Projekten des Projektbereich H: Historische Aspekte der Mehrsprachigkeit und Varianz stehen Fragen zu Sprachwandel und Sprach­kontakt im Vordergrund. Als neuer Schwerpunkt etabliert sich die Untersuchung von Veränderungsprozessen in aktuellen und rezenten Sprachkontaktsituationen. Damit eröff­net sich der Sprachwandelforschung die ge­sprochene Sprache als Forschungsgegenstand.
(H-Bereichskoordinator: Kurt Braunmüller)

Ein wichtiges Merkmal des Sonderforschungsbereichs Mehrsprachigkeit war, dass ein Teil der Forschungsergebnisse schon kurz- oder mittelfristig in eine praktische Anwendung mündeten. Neben einem umfänglichen Beratungs- und Informationsangebot waren hier die seit März 2007 arbeitenden Transferprojekte zu nennen. Die fünf Transferprojekte des Transferbereich T: Mehrsprachigkeit nutzten Ergeb­nisse aus den Grundlagenprojekten und überführten diese in konkrete Anwendungen für die Praxis.
(T-Bereichskoordinatorin: Kristin Bührig)

In allen Projektbereichen wurde empirisch orientierte Forschung betrieben und alle Projekte arbeiteten mit Sprachdaten, deren langfristige Verfügbarkeit und Nutzbarmachung in Form einer multilingualen Datenbank und der Entwicklung computer­gestützter Analyse­methoden im Teilprojekt Z2 gesichert wird.

Zu den im Sonderforschungsbereich untersuchten Sprachen gehören Dänisch, Deutsch, Deutsche Gebärdensprache, Englisch, Färöisch, Französisch, Irisch, Isländisch, Italienisch, Katalanisch, Polnisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch, Türkisch sowie einige sprachgeschichtliche und regionale Varietäten dieser Sprachen.


Förderperioden

1999 - 2002    Erste Förderperiode des SFB 538 Mehrsprachigkeit
2002 - 2005    Zweite Förderperiode des SFB 538 Mehrsprachigkeit
2005 - 2008    Dritte Förderperiode des SFB 538 Mehrsprachigkeit
2007 - 2010    Transferbereich Mehrsprachigkeit
2008 - 2011    Vierte Förderperiode des SFB 538 Mehrsprachigkeit

 

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