Interdisziplinärer geisteswissenschaftlicher Workshop zu „Sakralität“:
Diskussion eines Leitbegriffs zur Erforschung der
Wechselwirkungen von Religion und Gesellschaft
am 03.07.2010 in der Universität Hamburg, Raum120 im Ostflügel
Sakralität in Religion und Gesellschaft
In historischen und gegenwärtigen Kulturen lassen sich Phänomene des Religiösen in einer Gesellschaft erst dann eindeutig erkennen, wenn sich eine Sphäre des „Sakralen“ ausgeprägt hat. Sie verweist auf eine durch räumliche/zeitliche Symbole und entsprechende Handlungen/Überlieferungen gekennzeichnete, sozial fassbare Form von Religion. Das Sakrale hebt eine Sphäre des Religiösen aus der „profanen“ Umwelt heraus. Was aber dieses Sakrale ist, worin es sich manifestiert, wie es wirkt und wie es jeweils empfunden und wahrgenommen wird, unterscheidet sich nicht nur in den verschiedenen Religionen, Kulturkreisen und Epochen, sondern wird auch von den einzelnen gegenwärtigen Wissenschaftszweigen unterschiedlich beurteilt.
Intention und Struktur des Workshops
Im Rahmen des Geisteswissenschaftlichen Forschungszentrums Religion und Gesellschaft in Geschichte und Gegenwart an der Universität Hamburg (GFRG), das sich als eine Plattform zur interdisziplinären Erforschung der Wechselwirkungen von Religion und Gesellschaft versteht, zielt der Workshop daher auf eine interdisziplinäre Verständigung über den Begriff "Sakralität" und sein semantisches Umfeld ab. Ausgehend von kurzen Impulsreferaten (15-20 Minuten) soll die Anschlussfähigkeit des Leitbegriffs und der damit verbundenen Ideen an den Stand der Forschung und Forschungsdiskurse in den einzelnen Disziplinen diskutiert werden. Darüber hinaus könnten sich neue Projekte und Projektverbünde innerhalb des GFRG entwickeln, die durch das Zentrum bei Antragstellung etc. unterstützt werden können.
Eingeladen sind alle interessierten Mitglieder der Geisteswissenschaftlichen Fakultät (auch fortgeschrittene Studierende sowie Promovierende). Gäste aus anderen Fakultäten sind willkommen.
Programm
11.00 Uhr
Begrüßung und Einführung in das Thema
Prof. Dr. Marc Föcking/Hans-Werner Goetz
11.15 Uhr – 13.45 Uhr
Impulsreferate mit anschließender Diskussion Teil I:
Der Begriff des „Heiligen“ bei Rudolf Otto
Prof. Dr. Jörg Dierken, Evangelische Theologie,
Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg
Die Resakralisierung in der Dekadenzliteratur
Prof. Dr. Marc Föcking, Institut für Romanistik
Das Verständnis von Sakralität im Mittelalter
Prof. Dr. Hans-Werner Goetz, Historisches Seminar
13.45- 15.00 Uhr
Mittagessen
15.00-16.00 Uhr
Impulsreferate und Diskussion Teil II“
Frühmittelalterliche Evangelienbücher als Heilige Schrift
Prof. Dr. Bruno Reudenbach, Kunstgeschichtliches Seminar
Zum Begriff der "Sakralität" in den Traditionen Indiens
Prof. Dr. Michael Zimmermann, Asien-Afrika-Institut
16.15-17.45
Plenumsdiskussion des Begriffs und Phänomens „Sakralität“ in den verschiedenen Religionen, Räumen, Epochen und Wissenschaften