RuG-Ringvorlesung, Sommersemester 2011, Montags, 18.15-20.00 Uhr, Esa M
Im Rahmen des Forschungsschwerpunktes der Fakultät für Geisteswissenschaften zur Wechselwirkung von Religion und Gesellschaft in verschiedenen Epochen, Kulturen und Religionsgruppen spielen die Wahrnehmung von Andersgläubigen und der Umgang mit ihnen eine entscheidende Rolle. Sie lassen erkennen, ob Andersgläubige von der Gesellschaft ignoriert, toleriert, bekämpft oder gar verfolgt worden sind. Der Umgang mit Andersgläubigen lässt daher das Selbstverständnis der Mehrheitsreligion und ihre Rolle in der Gesellschaft ebenso erkennen wie das Verhältnis der Glaubensrichtungen zueinander. Er gibt Aufschluss über die religiösen Vorstellungen und gedanklichen Konzepte ebenso wie über die gewollten Ordnungen und die inneren Spannungen und bietet daher viele Spielräume und Erkenntnismöglichkeiten. In der geplanten Ringvorlesung soll an einzelnen Beispielen vorgeführt werden, wie die Andersgläubigen seitens der Mehrheits- oder gar Staatsreligionen in verschiedenen Zeiten, Kulturen und Religionen wahrgenommen wurden, welche Einstellungen man ihnen gegenüber hatte und wie man sich ihnen gegenüber verhalten hat. Umgekehrt lässt sich aber auch thematisieren, wie Andersgläubige ihre Positionen gegenüber der Mehrheitsreligion akzentuieren und mit Widerständen umgehen. Dabei werden sowohl die jeweiligen dogmatischen Positionierungen und Selbstbeschreibungen als auch die Suche nach institutionellen und medialen Formen der Selbstbehauptung relevant.