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Inhalt:

"Religion und Gesellschaft" – Forschungsvorhaben in der Fakultät der Geisteswissenschaften

Die Vernetzung inhaltlicher Arbeit wird sich zunächst auf drei Bereiche konzentrieren:

  1. Religiosität ist nicht von vornherein selbstverständlich, sondern in die kulturellen und sozialen Gegebenheiten der jeweiligen Kulturen und Epochen eigeordnet. Im Zusammenwirken von methodisch und inhaltlich differenten Forschungsprojekten mit divergenten theoretischen Zugängen ist daher nach Eigentümlichkeiten des Religiösen zu fragen, die sich direkter Darstellbarkeit entziehen. Hier werden sich besonders Phänomene des Sakralen, zum Beispiel als Grundlage von Macht und Normativität einer Gesellschaft, als aufschlussreich erweisen, die hintergründig zugleich zwischen Heil und Unheil scheiden. Eng auf diese Sphäre des Religiösen bezogen sind Untersuchungen zur sprachlichen, bildlichen und architektionischen Symbolisierung und zu Deutungsmustern von Herrschaft und Macht.
  2. Religion prägt soziale Ordnungen. Primär religiös geprägte Gemeinwesen wie die antiken und mittelalterlichen kennen die Unterscheidung von Politik und Religion im heutigen Sinne nicht, so dass eine Integration ohne Religion hier nicht möglich ist. Wie sich das aber konkret ausgestaltet und in welchem Maße und in welchen Bereichen das auch auf andere, nicht zuletzt moderne Gesellschaften zutrifft, ist ein weiteres Feld des Projekts.
  3. Religion beansprucht, Sinn beobachtbar und beschreibbar werden zu lassen. Indem es Sichtweisen von 'Welt' in einer Kultur darstellt, bündelt das religiöse Symbolsystem gesellschaftlichen Sinn und verknüpft ihn mit sozialen Ordnungsvorstellungen. Religiöser Sinn ist aber keine feststehende Größe, sondern entfaltet einerseits eine mitunter hohe Dynamik, die sich an Konversionen und Synkretismen verdeutlichen lässt. Andererseit wirken Orientierungen über empirisch unzugänliche Handlungsvoraussetzungen auf die Lebensführung von Individuen zurück. Auch das Phänomen der Pop-Kultur zeigt exemplarisch Wechselwirkungen von individuellem Tasten nach Sinn und machtvoller gesellschaftlicher Kommunikation.
Diese Forschungsfelder sollen in weiter voranschreitender Korrespondenz der Disziplinen um neue Aspekte ergänzt werden.


 

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