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Inhalt:

"Religion und Gesellschaft" - Systematische Theologie



Joachim Bindl

A. PROJEKTE

I. Aktuell/geplant


 
Vernunftbeseelte Natur – F. Schleiermachers Verständnis von Leiblichkeit (Dissertationsprojekt)
 
Anthropologische, sozialtheoretische und religiöse Perspektiven auf das Phänomen der Leiblichkeit (mit Bezug auf einen Autor des frühen 19. Jh.s).




Markus Firchow


A. PROJEKTE

I. Aktuell/geplant

 
Darstellungsformen des unmittelbaren Selbstbewusstseins. Das Verhältnis von Bild und Sprache bei Schleiermacher (Dissertationsprojekt)
 
Das Dissertationsprojekt widmet sich dem Verhältnis von Bild und Sprache unter dem Gesichtspunkt der Darstellbarkeit des religiösen 'Gefühls' bei Schleiermacher. In einem ersten Schritt wird dieses Verhältnis im Rahmen seiner wissenstheoretischen Bestimmungen in der 'Dialektik' (in Bezug zu Kant, Hegel und von Humboldt) untersucht. Der zweite Teil hat das Hauptwerk Schleiermachers, die 'Glaubenslehre', als ein solches Projekt der Darstellung des unmittelbaren Selbstbewusstseins und den dort vorfindlichen facettenreichen Bildbegriff (Ur-, Ab- und Vorbild) in den dogmatischen Lehrstücken zum Gegenstand. Das Dissertationsprojekt setzt dabei voraus, dass sich der Bildbegriff im Werk Schleiermachers über die Jahre modifiziert und ausdifferenziert, was sich in der Genese des Gesamtwerkes Schleiermachers abbildet (etwa auch in der 'Ethik', 'Ästhetik' sowie in den Predigten).

Sodann ist abschließend zu fragen, ob und wie die genuin religiösen Darstellungsformen des 'Gefühls' in Bild und Sprache wiederum in säkulare Sprache übersetzbar sind (wie es z.B. Habermas erwägt).



Ralf Meyer

A. PROJEKTE

I. Aktuell/geplant

Helmuth Plessner als Herausforderung an die theologische Anthropologie (Dissertationsprojekt)
 
In meinem Projekt frage ich nach den religionstheoretischen Momenten der Philosophie Plessners (religionsphilosophischer Aspekt) und versuche, ein theologisches Verständnis seiner Anthropologie jenseits von Überbietungsgestus und Vereinnahmungsstrategien zu entwickeln (hermeneutischer Aspekt). Indem der Philosoph und Soziologe Plessner Naturphilosophie und Geschichtsphilosophie produktiv und in seiner Weise einmalig verbindet, gewinnt er anhand seiner zentralen Begriffe Person, Macht und Sinn eine gesellschaftsphilosophische Konzeption, in der die Religion eine spezifische, noch wenig untersuchte Verortung erfährt. Diese zu bestimmen und die anthropologischen Aussagen seiner Philosophie und Soziologie zu würdigen, zu kritisieren und mit Fragen der theologischen Anthropologie in einen Diskurs zu bringen, ist die Intention dieses Dissertationsprojektes.



Prof. Dr. Michael Moxter


A. PROJEKTE

I. Aktuell/geplant

a)Soziale Ordnung, Imagination und Religion

Dieses Projekt konzentriert sich vor dem Hintergrund des iconic turn auf die Bedeutung der Imagination in Anthropologie, Sozialtheorie und Theologie. Es folgt der Arbeitshypothese, dass die Konstitution sozialer Ordnungen ohne die Tätigkeit der Einbildungskraft bzw. ohne Präsenz des Imaginären nicht zu haben ist. Dies kann im Rahmen des Gesamtantrags produktiv weiterentwickelt werden. Thematisieren Religionsphilosophie oder Theologie Gesellschaft, so können sie diese nicht allein als normative Ordnung sozialer Beziehungen oder als Kommunikationssystem beschreiben, vielmehr kommt es für religionstheoretische Interessen vor allem auf Beziehungen zwischen symbolischer Form, institutioneller Repräsentation und Handlungsorganisation an. Wenn es der Religion wesentlich ist, zwischen Diesseits und Jenseits, Immanenz und Transzendenz zu unterscheiden, wenn sie insofern das Grenzbewusstsein einer Gesellschaft repräsentiert, das Außer-ordentliche in der Ordnung darstellt (Waldenfels), dann überrascht es nicht, dass sie mit Formen operiert, in denen sich das Symbolische und das Institutionelle verschränken (Castoriadis) und soziale Beziehungen über Imagination konstituiert werden (Taylor). „Herrschaft“ ist dafür ein vorzügliches Beispiel. Aber auch soziale Ordnungen, die in der Geschichte evangelischer Theologie und in gegenwärtiger systematischer Reflexion meist in normativer Absicht entwickelt werden (von der Familie, über die Kirche bis hin zu Volk, mit bemerkenswerten Veränderungen in der Gegenwart), bieten reichhaltiges Anschauungsmaterial für diesen Sachverhalt. Die Grenzen der symbolischen Ordnungen, in denen Gesellschaften operieren, der Bedeutungswandel und die Sinnverschiebungen, die sich zwischen Realität und Imagination ergeben, müssen von der evangelischen Theologie stärker in den Blick genommen werden, als es im gegenwärtig häufig anzutreffenden Paradigma der Theologie als Kulturhermeneutik und Sinndeutungstheorie möglich ist. Im Ausgang von Cassirers Philosophie der symbolischen Formen sollen Perspektiven der Theologie und Religionsphilosophie entwickelt werden, die Sinn und Ordnung aufeinander beziehen.

Mögliche Dissertationsthemen (die an ausgewählten Autorinnen im Horizont systematischer Theologie zu behandeln sind):

- Theologische Theorien der Macht
- Religiöse Formen der Herrschaftsrepräsentation
- Gegenbilder der Ordnung (z. B. Anomie, Revolution) in Theologie und Religionsphilosophie
- Bilder und Metaphern in Ekklesiologie und Politischer Theologie.

 

b) Kulturtheologie des Rechts

Ausgehend von Cassirers Philosophie der symbolischen Formen werden Grundprobleme einer Kulturtheologie des Rechts in systematischer Perspektive entfaltet (Souveränität – Politische Theologie – Zwang und Gewalt – Repräsentationsformen des Rechts).

Veröffentlichungen zu diesem Projekt:

- Rechtfertigung und Anerkennung. Zur kulturellen Bedeutung der Unterscheidung von Person und Werk, in: Die Lehre von der Rechtfertigung des Gottlosen im kulturellen Kontext der Gegenwart. Beiträge im Horizont des christlich-jüdischen Gesprächs, hg. v. A. M. Dober/D. Mensink (Hohenheimer Protokolle 57), Stuttgart, 2002, 20-42.
- Grenzüberschreitung und Transzendenz. Zur Rolle der Religion im ethischen Diskurs, in: Stammzellforschung –Debatte zwischen Ethik, Politik und Geschäft, hg. v. St. Albrecht et al., Hamburg, 2003, 117-136.
- Anrufung einer stummen Gottheit. Gerechtigkeit und Billigkeit in theologischer Perspektive, in: Gerechtigkeit – eine Illusion? Interdisziplinäre Ringvorlesung Saarbrücken, hg. v. M. Hüttenhoff/H. Koriath, Münster 2004, 89-102.
- Gewalt als Phänomen und Grenze der Kulturtheologie, in: Religion, Politik und Gewalt (= Veröffentlichungen der Wiss. G. f. Theologie Bd. 29), hg. v. Fr. Schweitzer, Gütersloh, 2006, 626-641.
- Unterwegs zum Recht. Eine Vorerinnerung an die Horizonte des Würdebegriffs, in: Menschenwürde in der säkularen Verfassungsordnung, hg. v. P. Bahr und H. M. Heinig, Tübingen, 2006, 73-92.
- Über die Idee einer Religionsphilosophie des Rechts. Eine Erinnerung an Gustav Radbruch, in: Jenseits der Säkularisierung. Religionsphilosophische Studien, hg. v. H. Nafl-Docekal/Fr. Wolfram, Berlin, 2008, 71-94.
- Der Mensch im Recht. Anthropologische Dimensionen einer Theologie des Rechts, in: Seinkönnen, hg. v. I. U. Dalferth/A. Hunziker, Tübingen, 2011, 307-326.

Im Druck:
- Recht als symbolische Form?, in: Cassirer-Kongress, Hamburg 2007, hg. v. B. Recki.
- Law, Representation and Violence. The significance of Cassirer´s Philosophy for the Legal Sphere, in: Occasional Papers of the Swedish Ernst-Cassirer-Society, hg. v. Ole Sigurdson et al., Goeteborg.
- Tillich und die neukantianische Rechtstheorie, in: Tillichs Kulturtheologie, hg. V. Chr. Danz, 2011.
- Religion and the Legal Sphere, in: Proceedings of the European Conference of Philosophy of Religion, Oxford, 2010.



c) Bildbegriffe und Bildlichkeit in der Evangelischen Theologie: Zur Rezepti-onsgeschichte des Bilderverbot

Der platonisch-augustinische Bildbegriff, nach dem das ‚Wesen des Bildes’ darin besteht, das ‚Urbild’ im ‚Abbild’ aufgrund einer ‚Bildähnlichkeit’ anwe-send sein zu lassen, hat bisher in weiten Teilen den systematisch-theologischen Diskurs bestimmt. Seine Dominanz erklärt sich auch aus dem Umstand, dass die Bild-Ontologie mit dem ethischen Ideal der höchstmöglichen Angleichung an das Urbild weitreichende theologische Perspektiven eröffnete. Das zeigte sich vor allem dort, wo die Tradition auf einen Begriff ikonischer Repräsentation explizit rekurrierte: in der systematisch zentralen Auszeichnung des Menschen als imago dei und der Deutung der Geschöpfe als Zeichen. Der platonische Leitbegriff bestimmte aber auch die Entgegensetzung von (mythischem) Bild und (wahrer) Erkenntnis, die Auslegung des Bilderverbotes und die ikonoklastischen Tendenzen des (reformierten) Protestantismus, die in charak-teristischen Abwandlungen auch heute noch wirkmächtig sind. Dass der Mensch als Bild gedacht wird, worin die Begrenztheit der Bilder besteht und wo ‚Ikonolatrie’ beginnt – das alles entscheidet sich der Tradition zufolge an der (teils gnädig gewährten, teils angemaßten) Anwesenheit des Abgebildeten im Bild. Veränderungen im Bildverständnis haben daher Folgen für die einschlägigen Lehrstücke der Systematischen Theologie. Wiederum zeigt sich dies an der Rede vom Bild Gottes am deutlichsten: Während die Tradition nach Eigenschaften suchte, die den Menschen Gott ähnlich machen, finden sich in unserer Gegenwart zunehmend anders strukturierte Auslegungen (Relationalität, Herrschaftsauftrag, Stellvertretung), die aber bildtheoretisch noch nicht hinreichend reflektiert werden, obwohl die Präsenz des Herrschers im Bild im Kontext der Frage nach der Macht der Bilder in zahlreichen bildwissenschaftlichen Untersuchungen zu einem zentralen Thema geworden ist.

Die Geschichte des Bildbegriffs in der neuzeitlichen systematischen Theologie ist ungeschrieben, obwohl dieser auch bei der Rekonstruktion materialer dogmatischer Lehrstücke herausragende Bedeutung erhalten konnte. Schleiermacher, der Bild und Schema ausführlich diskutiert und dem Bild im Aufbau der Erkenntnis eine zentrale Bedeutung zuweist, sei als Autor genannt, der –bisher mit der Ausnahme von einer jüngst erschienenen Studie von Ulrich Barth von der Forschung unbemerkt–in dieser Geschichte eine zentrale Rolle spielt. Schleiermachers Aufmerksamkeit für das Phänomen der Bildlichkeit erklärt die Funktion der phantasia in den Reden über die Religion bzw. die Reflexion auf Imaginationsprozesse in der Glaubenslehre. Die Spielräume, die sich in der Diskussion materialdogmatischer Themen auf diese Weise ergeben, werden auch von anderen Dogmatikern des neunzehnten Jahrhunderts genutzt. Noch Tillich, der das Bild als eine dem Begriff gleichgeordnete Form der Erfassung der Wirklichkeit begreift, nutzt einen Bildbegriff im Kontext theologischer Grundlegungsfragen. Die Beispiele ließen sich vermehren, präzise Studien sind aber ein Desiderat.

Die Differenz zwischen der Linearität der Zeit (in Nachbarschaft zur Diskursivität des Begriffs) und der Simultaneität der bildlichen Darstellung gehört zu den in der Regel unbefragten Selbstverständlichkeiten der Bildtheorie. Das Bild lässt auch noch das Bewegliche in Ruhe erscheinen; es fixiert den Moment, stellt den Augenblick auf Dauer und gilt so als das Andere zur kontinuierlich fließenden Zeit. Freilich beruht diese Entgegensetzung ihrerseits auf bestimmten Bildern der Zeit (Linie, Fluss, Zahlenreihe), und sie isoliert die Theorie des Bildes von der Theorie der Bildbetrachtung (Rezeption), die sich in der Zeit vollzieht. Die Entgegensetzung von Bild und Zeit verdient als spezifischer Ausdruck einer ontologischen Voraussetzung der Tradition besondere Aufmerksamkeit, zumal sie eines der Paradigmen darstellt, deren historische Transformation auf charakteristische Veränderungen der Moderne verweist. Umprägungen der Religion in der Lebenswelt der Moderne und in einer Ge-genwart, die durch eine sich rasant ändernde Bildkultur bestimmt ist, sind auch im Horizont einer Bildhermeneutik zu befragen und zu analysieren. Dazu bedarf es zunächst einmal einer Bestandsaufnahme, die sich an den für die systematische Theologie einschlägigen Autoren orientiert.

Die Kritik des Abbildungsgedankens verbindet zudem so unterschiedliche philosophische Autoren wie Heidegger und Cassirer, aber begegnet auch schon bei Husserl, der bestreitet, dass ‚Bildlichkeit’ als reales Prädikat gelten könne. Phänomenologische Perspektiven auf Bild, Imagination und Imaginäres wer-den bei Sartre, der sich wesentlich am Phänomen der Repräsentation von Ab-wesendem orientiert, und bei M. Merleau-Ponty entfaltet. Es ist daher zu untersuchen, wie sich Veränderungen im Bildverständnis in der Selbstbeschreibung der (evangelischen) Religion auswirken und wie die protestantische Theologie darauf reagiert hat. Das Projekt konzentriert sich auf phä-nomenologische Arbeiten und entwickelt damit an anderer Stelle bereits entfal-tete Perspektiven weiter. Eine Analyse des Verhältnisses von Wort und Bild im Horizont des Repräsen-tationsbegriffs (eines Leitbegriffs der Kulturphilosophie Cassirers) eröffnet neue Perspektiven auf Grundfragen der Religionstheorie und Theologie. Es ist zu klären, wie sich die lange Wirkungsgeschichte der Kontrastierung von Bild und Wort darstellt, wenn Veränderungen im Bildverständnis immer häufiger Strategien der Verschränkung von Abwesenheit und Anwesenheit entdecken bzw. betonen. Darum sind Untersuchungen zum Verhältnis von Präsenz und Repräsentation in der Geschichte des Bildbegriffs für Theologie und Anthropologie innovativ.

Vor diesem Hintergrund plane ich eine Publikation zur Rezeptionsgeschichte des Bilderverbotes in der systematischen Theologie und Religionsphilosophie (in Zusammenarbeit mit dem Kollegen Hartenstein (Altes Testament und altorientalische Religionsgeschichte). Der von mir verantwortete systematische Teil der Studie untersucht an exemplarischen Positionen der Theologie und Philosophie, wie sich die platonische Kritik der Bilder und das alttestamentliche Bilderverbot in ihrer Rezeptionsgeschichte verschränken, welche Prägekraft sich für den Protestantismus daraus ergab und wie diese auf die aktuelle Religion zurückwirkt. Sowohl auf die Rolle der Imagination wie auf das Verhältnis von Präsenz und Repräsentation ist dabei besonders einzugehen.


II. Bisherige Projekte

(B = Buchprojekt, G = größeres disziplinäres Projekt, I = interdisziplinäres Projekt, D = Drittmittelprojekt mit Angabe von Laufzeit und Finanzierung)

a) bereits abgeschlossen:

1) D = DFG-geförderte Internationale Tagung „Vernunft – Imagination – Erinnerung. Hans Blumenberg und die Herausforderung, ‚Menschliches nicht verloren zu geben’“, vom 13.-16.11.2008 in Hamburg.
2) D = Kulturtheologie des Rechts (Volkswagenstiftung, SCAS, Uppsala, 2007-08)
3) D = SummerSchool: From Myth to Religion and back again. Ernst Cassirer´s Philosophy of symbolic forms Vol. 2 (Volkswagenstiftung, Collegium of Advanced Studies, Helsinki 2008)
4) D = Symposium: Cassirer´s Contribution to Legal Philosophy (Swedish Ernst-Cassirer-Society, Gothenburg University, 2008)
5) I = Tagung mit der Deutschen Gesellschaft für Religionsphilosophie in Hamburg: Enttäuschung. Religionsphilosophische, Psychoanalytische und Theologische Perspektiven (2010/11)

b) zur Zeit in Arbeit:

1) I = Tagungen mit der Deutschen Gesellschaft für Religionsphilosophie in Hamburg: Feindschaft (2009), Cross-Cultural Hermeneutics (2009)
2) B = Recht als symbolische Form. Studien zum Problem einer Rechtstheologie (Drucklegung 2011)
3) B = Das Bilderverbot. Biblische Begründung, Rezeptionsgeschichte, gegenwärtige Bedeutung (gemeinsam mit Fr. Hartenstein; Beiheft der Theologischen Literaturzeitung; 2011)
4) B = Religionsphilosophie (Neue Theologische Grundrisse, Mohr Siebeck; Publikation voraussichtlich 2013)
5) I = Zeit und Evolution. Interdisziplinäre Zugänge zur Anthropologie gemeinsam mit Prof. Dr. Gerald Hartung, Philosophie, Wuppertal; Prof. Dr. Peter M. Kappeler, Verhaltensökologie/Soziobiologie, Johann-Friedrich-Blumenbach-Institut für Zoologie und Anthropologie und Deutsches Primatenzentrum der Universität Göttingen; Dr. Maria Kronfeldner, Wissenschaftsphilosophie und -geschichte, Institut für Philosophie der Universität Bielefeld; Prof. Dr. Michael Wink, Pharmazeutische Biologie und Molekulare Biotechnologie, Institut für Pharmazie und Molekulare Biotechnologie der Universität Heidelberg


B. EINSCHLÄGIGE VERÖFFENTLICHUNGEN

I. Monographien          

- Güterbegriff und Handlungstheorie. Eine Studie zur Ethik Friedrich Schleiermachers (Morality & Meaning of Life Bd. 1), Kampen/The Netherlands, 1992.
- Kultur als Lebenswelt. Studien zum Problem einer Kulturtheologie (Hermeneutische Untersuchungen zur Theologie, Bd. 38) Tübingen, 2000.

II. Sammelbände

- Religion und Gestaltung der Zeit (zusammen mit D. Georgi/H.-G. Heimbrock Hg.), Kampen/The Netherlands, 1994.
- Historische Position und systematische Interpretation. Frankfurter Ringvorlesung Religionsphilosophie (zusammen mit M. Jung/Th. M. Schmidt Hg.), Würzburg,  2000.
- Rationalität der Religion und Kritik der Kultur: Hermann Cohen und Ernst Cassirer (zusammen mit H. Deuser, Hg.). Würzburg, 2002.

III. Aufsätze (kleine Auswahl)
           
- Gegenwart, die sich nicht dehnt. Eine kritische Erinnerung an das Zeitverständnis R. Bultmanns
- Neuzeitliche Umformungen der Theologie. Philosophische Aspekte in der neueren Schleiermacherliteratur
- Magie als Schwellenphänomen
- Urteilskraft und Intersubjektivität. Zur Eigenart theologischer Reflexion
- Wahrheit und Dialog. Eine christliche Perspektive
- Protestantische Wahrnehmung kultureller Praxis
- Rechtfertigung und Anerkennung. Zur kulturellen Bedeutung der Unterscheidung von Person und Werk
- Erzählung und Ereignis. Über den Spielraum historischer Repräsentation
- Riskierte Wirklichkeit. Warum braucht Religion Theologie?
- Medien-Medienreligion-Theologie
- Ernst Cassirer: Religion als symbolische Form
- In beweglichen Grenzen. Die Mitglieder und ihre Kirche
- Vernunft innerhalb der Grenzen der Religion

C. DISSERTATIONEN

I. Zur Zeit betreut

- Joachim Bindl: Vernunftbeseelte Natur – Das Verständnis von Leiblichkeit in Schleiermachers Philosophie, Psychologie und Theologie
- Ralf Meyer: Exzentrizität - Macht - Sinn: Helmuth Plessner als Herausforderung für die Theologische Anthropologie gefördert durch ein Stipendium des Studien-werks Villigst
- Anke Spory: Ehe- und Familienkonstruktionen in der evangelischen Theologie
- Nina Heinsohn: „Attention“ und „Imagination“ - Die Bedeutung Simone Weils für Religionsphilosophie und Theologische Anthropologie, gefördert durch ein Sti-pendium der Studienstiftung des deutschen Volkes, jetzt: Wissenschaftliche Mitarbeiterin an Universität Hamburg
- Andreas Holzbauer: Nation und Identität. Zur Konstruktion politischer Theologien in der Weimarer Republik (Abschluss in 2011), Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr, Hamburg
- Matthias Benckert: Garten/Paradiese. Ästhetische und Theologische Studien zur Präsenz der evangelischen Kirche auf der Landesgartenschau
- Markus Firchow: Darstellungsformen des unmittelbaren Selbstbewusstseins. Das Verhältnis von Bild und Sprache bei Schleiermacher, gefördert durch ein Stipendium der Nordelbischen Landeskirche 
- Dr. Christian Polke: (Habilitationsprojekt, Hamburg): Expressiver Theismus. Personalität Gottes als Thema neuzeitlicher Theologie
- Rinja Müller: Alterität und ihr Anderes. Fallstudien zu Schleiermacher und Luther gefördert durch ein Stipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung) (Co-Betreuung)


II. In den letzten 5-6 Jahren abgeschlossene Arbeiten

- Martin Zerrath: Vollendungsgedanke und neuzeitliches Bewusstsein. Eine sys-tematisch-theologische Untersuchung, gefördert durch ein Stipendium des Stu-dienwerk Villigst, Abschluss 2009 in Hamburg (summa cum laude)
- Dr. Christopher Zarnow: Person und Identität. Philosophische, Theologische, Soziologische und Psychologische Studien zur Identitätsbildung, (summa cum laude), (Halle, Publikation, Tübingen, 2010) (Co-Betreuung, Gutachten)
- PD Dr. Thomas Wabel: Die nahe und die ferne Kirche (Habilitation, Berlin, Publi-kation, Tübingen, 2010) (Betreuung)
- Dr. Christian Wollmann: Versöhnung in Freiheit und Ordnung. Reflexionen zu ei-nem sozialethischen Handlungsfeld in protestantischer Perspektive. Promotion, (magna cum laude, Hamburg, Publikation 2007, Frankfurt a. M.) (Co-Betreuung, Zweitgutachten)
- Dr. Ulrik H. Rasmussen: The Memory of God. Hans Blumenbergs Philosophy of Religion (Kopenhagen) (Gutachten)

 



Rinja Müller

A. PROJEKTE

I. Aktuell/geplant

 
Alterität und ihr Anderes. Fallstudien zu Schleiermacher und Luther (Dissertationsprojekt)
 
In einer Typologisierung anhand von zwei theologischen Fallstudien sollen exemplarisch die Reichweite und Bedeutungsdimensionen des Begriffs Alterität erprobt werden, indem die Relation von Eigenem und Anderem unter dem Blickwinkel der Individualität in Sozialität, im Selbst und am symbolischen Gottesverhältnis dargestellt wird: Zuerst in einem limitativen Balancierungsmodell, wie es in Schleiermachers Pneumatologie und Ekklesiologie entfaltet wird, sodann anhand der Fokussierung von Alterität in ihrer hochgradigen Massivität, wie sie in Luthers Vorstellungen vom Deus absconditus zu finden ist. Einmal wird das Gottesthema in Sozialität hinein übertragen, das andere Mal wird das Subjekt mit einem bis hin zur harten Fremdheit gesteigerten Gottesgedanken konfrontiert. Dieserart sichtbare Grundkonturen von Sozialtheorie auf der einen und Subjektivitätstheorie auf der andern Seite lassen vermuten, dass ihr Vergleich eine über die Theologie hinausgehende tiefenschärfere Begriffsverwendung von Alterität ermöglichen kann.

 

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