Biologische Ozeanographie
Die biologische Ozeanographie beschäftigt sich mit den marinen Organismen sowie deren Wechselwirkungen mit der Umwelt.
Als Teilbereich der sogenannten Erdsystemwissenschaften handelt es sich um einen interdisziplinären Forschungsbereich
an der Schnittstelle
zwischen der marinen Biologie und Physik.
In der biologisch-ozeanographischen Arbeitsgruppe
des IHF
(BO - Dr. Justus van Beusekom, Prof. Inga Hense
, Prof. Myron Peck)
werden insbesondere folgende Themen bearbeitet:
- Bestimmung räumlicher Verteilungsmuster mariner Organismen und der daran beteiligten physikalischen und biologischen Prozesse
- Untersuchung zeitlicher Schwankungen in den Abundanzen und der Biomasse der für das Ökosystem wichtigen Organismengruppen
- Quantifizierung der Energie- und Stoffflüsse sowie ihrer Variabilität innerhalb des marinen Ökosystems
- Abschätzung räumlicher und zeitlicher Veränderungen im marinen Ökosystem
- Untersuchung der biologisch-physikalischen Wechselwirkungen im Ozean und Klimasystem
- Untersuchung der Wechselwirkungen zwischen Eutrophierung und Klimaänderung
Unsere Arbeiten beschäftigen sich zum Teil mit generellen biologisch-ozeanographischen Prozessen (unabhängig von bestimmten Meeresgebieten);
zum anderen Teil untersuchen wir Abläufe und Phänomene in bestimmten Ozeanregionen (z.B. in den Schelfmeeren Nord- und Ostsee, an Seebergen
im Atlantik und im Mittelmeer, und im Auftriebsgebiet vor Namibia).
Wir befassen uns mit diesen Themen mit Hilfe unterschiedlicher Methoden:
- Feldmessungen
- Laborexperimente
- Analysen von Langzeitdaten
- Computermodelle
Beispiele für Arbeiten im Feld (in der Regel basierend auf Forschungsreisen in unterschiedliche Ozeanregionen)
- klein- (Meter) und mesoskalige (Kilometer) Messungen von wichtigen biotischen
und physikalisch-chemischen Umweltparametern
(z.B. Sauerstoff in Küstenökosystemen - Bestimmung der Zusammensetzung, Häufigkeit und räumlichen Verteilung dominanter Arten des Planktons und Nektons
- Analyse der trophischen Beziehungen innerhalb mariner Lebensgemeinschaften
- Untersuchungen zur zeitlichen Variabilität in den Abundanzen von
Schlüsselorganismen auf unterschiedlichen Skalen (saisonal, zwischenjährlich)
durch wiederholte Probennahmen
Beispiele für experimentelle Ansätze
- Analyse der Futterqualität für Zooplankton und Fettsäurezusammensetzung mittels Gaschromatographie
- Bestimmung von Fütterungs-, Wachstums-, Reproduktions- und Überlebensraten von planktischen Organismen
- 3-D Video Beobachtungen von Fressverhalten, Räuber-Beute Beziehungen
Beispiele für Modellierstudien
- Entwicklung von Computermodellen, um jahreszeitliche und Klimaschwankungen im Plankton zu untersuchen
- Entwicklung von Fress- und Wachstumsmodulen, welche in sogenannte Individuum-basierte Modelle (IBMs) eingebaut werden
- Multivariate statistische Modelle, um Korrelationen zwischen biologischen Grössen und Umweltparametern darzustellen
zum Beispiel von laufenden nationalen oder EU-Projekten wie:
CliSAP, SOPRAN, GENUS, EuroBasin, ECODRIVE, FACTS, VECTORS, WIMO, DENISE

