| Die Initiative zur Gründung einer finnougristischen Lehr- und Forschungstätte reicht bis in den September 1950 zurück. Damals übersandte der Professor des Finnisch-ugrischen Seminars der Universität Göttingen, Julius von Farkas, ein Memorandum über die Bedeutung der Finnougristik nach Hamburg. Zum Zeitpunkt dieses Memorandums gab es in Hamburg bereits bescheidene Anfänge finnougrischer Studien in Gestalt von Ungarisch-Kursen, die später durch Finnisch-Kurse ergänzt wurden. 1952 hat sich Paul Johansen, damals Extraordinarius für hanseatische und osteuropäische Geschichte an der Universität Hamburg, um die Etablierung der Finnougristik bemüht. Entsprechend seinem Gründungsantrag vom 6. Dezember 1952 wurde Johansen mit einem Beschluß der Philosophischen Fakultät am 13. Dezember 1952 zum Leiter des neuen Seminars ernannt. Da die Hochschulabteilung aus finanziellen Gründen diesem Beschluß nicht zustimmte, wurde vorerst nur eine Abteilung für Finnisch-Ugrische Sprachen und Finnlandkunde beim Orientalischen Seminar gebildet. | ![]() Prof. Dr. Paul Johansen (1901 - 1965) |
| Wolfgang Veenker wurde im Juni 1977 zum Professor ernannt, und er hat bis zu seinem Tod (25. Februar 1996) das Seminar geleitet. In dieser Zeit hat das Seminar eine entscheidende Phase seiner Entwicklung durchgemacht. Infolge der Reformen wurde 1976 der neue Studienplan für die "Finnisch-Ugrische Philologie" verabschiedet, der vor allem für die Nebenfachstudenten neue Perspektiven eröffnete. Der Studienplan wurde 1985 und zuletzt 1997 den neuen Anforderungen des Studiums angepasst. Mit Hilfe von Lehrbeauftragten und seit Anfang der 80er Jahre in immer größerem Umfang durch internationale Zusammenarbeit und Gastaufenthalte von Dozenten hat das Seminar ein breitgefächertes Lehrangebot realisiert. Die Bibliothek des Seminars ist in dieser Zeit zu einer der auch international geschätztesten Sammlungen sibirischer Materialien außerhalb Rußlands angewachsen. Die Gründung des Zentrums für Hungarologie (1988) war die natürliche Folge der intensiven Kontakte zu Ungarn, seit dieser Gründung wurde der Szirmai-Preis der Internationalen Gesellschaft für Ungarische Philologie drei Mal im Institut für Finnougristik/Uralistik der Universität Hamburg verliehen. |
Prof. Dr. Wolfgang Veenker (1940 - 1996)
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| Nach
dem Tode Wolfgang Veenkers stand das Seminar vom 9.4.1996 bis zum
31.3.1998 unter der komissarischen Leitung von Holger Fischer.
Die Wiederbesetzung der Professur erfolgte durch die Berufung von Eugen Helimski aus Moskau am 1.4.1998. Das Finnisch-Ugrische Seminar wurde 1999 in Institut für Finnougristik/Uralistik (IFUU) umbenannt. Durch diese Umbenennung wurde die Bedeutung des Schwerpunktes "kleinere uralische und sibirische Sprachen" in der Tätigkeit des Seminars hervorgehoben. Im Wintersemester 2005/06 wurde das Studium "Bachelor of Arts" (B.A.)
im Fach Finnougristik/Uralistik eingeführt. Prof. Dr. Eugen Helimski verstarb am 25.12.2007 in Hamburg. |
Prof. Dr. Eugen Helimski (1950 - 2007) |
Die Professur wurde durch die Berufung von Beáta Wagner-Nagy aus Wien am 1.4.2010 wiederbesetzt.