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Gesetz
zur Umsetzung europäischer Richtlinien zur
Verwirklichung des Grundsatzes der Gleichbehandlung
Von Barrierefreiheit im engeren Sinne spricht man, „wenn die Umwelt so gestaltet ist, dass sie von Menschen mit Behinderung in derselben Weise genutzt werden kann wie von Menschen ohne Behinderung“ (Bundeskompetenzzentrum Barrierefreiheit (BKB) 2013). Barrierefreiheit im weiteren Sinne unterscheidet hingegen nicht mehr zwischen einzelnen Personengruppen.
Im Hochschulkontext bedeutet dies, dass der Campus, einzelne Gebäude, Seminarräume, aber auch Websites, Lehrmaterialien und Informationsbroschüren barrierefrei gestaltet sein sollten.
Weitere Informationen speziell zum Thema barrierefreies Internet finden Sie unter www.einfach-fuer-alle.de/
Aus dem Blickwinkel der Disability Studies „ist Behinderung weniger ein körperlich-medizinisches Problem, sondern in erster Linie ein soziales, politisches, kulturelles und gesellschaftliches Geschehen. D.h. Menschen sind nicht 'von Natur aus' behindert, sondern sie werden behindert (…)“ (ZeDis). Insofern kann der Begriff Disability Studies mit „Barrierenforschung“ oder „Behinderungswissenschaft“ übersetzt werden.
Weitere Informationen finden Sie u. a. auf der Internetseite des Zentrums für Disability Studies (ZeDis).
Diskriminierung bedeutet, dass Menschen, denen bestimmte Gruppenmerkmale zugeschrieben werden, willkürlich ungleich, benachteiligend bzw. ausgrenzend behandelt werden (vgl. u. a. Heinrich-Böll-Stiftung 2011: 6). Unterschieden wird häufig, ob die Diskriminierung direkt oder indirekt stattfindet:
Siehe Erläuterungen zur Diversity auf unserer Website.
Mit dem Begriff Ethnizität wird die individuell empfundene Zugehörigkeit zu einer Volksgruppe (Ethnie) bezeichnet, die gemeinsame Merkmale wie z. B. Sprache, Religion oder Traditionen aufweist (vgl. Schubert/ Klein 2011).
Zahlreiche Konflikte weltweit haben eine ethnische Dimension. Aspekte der ethnischen Identität wie Sprache, Kultur und Abstammung werden dabei überzeichnet und zu Instrumenten der Mobilisierung gegen „die Anderen“ gemacht (vgl. Schrader 2012).
In der Europäischen Union ist die Volksgruppe der Roma mit ca. 6 Millionen Menschen die größte ethnische Minderheit. Viele von ihnen werden diskriminiert und sozial ausgegrenzt, so dass die Europäische Union ein Rahmenprogramm für nationale Strategien zur Integration der Roma beschlossen hat (vgl. http://ec.europa.eu/justice/discrimination/roma/index_de.htm).
Siehe Erläuterungen zu den Begriffen Gender & Gender Mainstreaming auf unserer Website
Die Gender Studies analysieren, wie Geschlecht und hierarchische Geschlechterverhältnisse in unserer Gesellschaft in Theorie und Praxis sozial konstruiert werden und welche Perspektiven für eine Überwindung dieser Verhältnisse entwickelt werden können (vgl. u. a. Zentrum für Gender Studies Marburg). Dabei geht der aktuelle Forschungsstand davon aus, dass Geschlecht immer soziale, kulturelle, politische und biologische Komponenten beinhaltet, die sich historisch verändern können (vgl. Becker-Schmidt/ Axeli-Knapp 2000).
Der Begriff verweist auf die Problematik der Binarität sexueller Identitäten (heterosexuell/ homosexuell) und dem ihr zugrunde liegenden System der Zweigeschlechtlichkeit (männlich/ weiblich).
Hervorgehoben werden soll die Erkenntnis, dass der vorherrschende Geschlechterdiskurs in doppelter Weise heterosexualisiert ist. Zum einen basiert er auf der Annahme von zwei klar voneinander unterscheidbaren, sich ausschließenden Geschlechtern und zum anderen auf der Setzung von Heterosexualität als natürlich und normal. Diese Annahmen durchziehen alle gesellschaftlichen Bereiche und sind u. a. in Diskurse über Körper, Familie oder Staat festgeschrieben. Sie begrenzen dadurch die potenzielle Vielfalt geschlechtlicher und sexueller Lebensweisen (vgl. Hartmann 2012).
Mit dem Begriff Intersektionalität werden die Wechselbeziehungen von Dimensionen sozialer Macht-, Herrschafts- und Normierungsverhältnisse wie Geschlecht, soziales Milieu, Migrationshintergrund, Nation, Ethnizität, Behinderung, sexuelle Orientierung usw. in den Blick genommen. Es wird angenommen, dass diese Dimensionen sozialer Ungleichheit nicht isoliert voneinander analysiert werden können, sondern in ihren Überschneidungen oder Wechselverhältnissen untersucht werden müssen (vgl. Portal Intersektionalität).
„Intersexuelle Körper weisen männliche wie weibliche Merkmale bzw. Ähnlichkeiten mit beiden Geschlechtern auf. Intersexualität stellt somit die Geschlechtergrenzen sichtbar in Frage. Von daher wird Intersexualität in der Gesellschaft pathologisiert. Durch sogenannte geschlechtsanpassende bzw. –herstellende Operationen bereits im Säuglings- oder Kleinkindalter wird versucht, die Zuordnung entweder zum männlichen oder weiblichen Geschlecht eindeutig herzustellen. Damit soll die Anpassung an die vorherrschenden sozialen Normen erreicht werden“ (RAINBOW).
Diese Abkürzung stammt aus dem englischsprachigen Raum und steht für „Lesbian, Gay, Bisexual and Trans-People“ und wird auch im Deutschen sehr häufig verwendet. Die deutsche Abkürzung LSBT wird hingegen nur selten benutzt (RAINBOW).
In Deutschland haben laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) alle Menschen einen sogenannten Migrationshintergrund, die nach 1949 auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland zugewandert sind, sowie alle in Deutschland geborenen Ausländer und Ausländerinnen. Darüber hinaus zählen auch diejenigen zu den Menschen mit Migrationshintergrund, die als Deutsche in Deutschland geboren sind und zumindest ein Elternteil haben, welches selbst Ausländer oder Ausländerin ist bzw. nach Deutschland zugewandert ist.
Laut Allgemeinem Gleichbehandlungsgesetz ist eine positive Maßnahme eine zulässige unterschiedliche Behandlung, „wenn durch geeignete und angemessene Maßnahmen bestehende Nachteile wegen eines in § 1 genannten Grundes verhindert oder ausgeglichen werden sollen“ (§ 5 AGG).
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