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Institut für Geographie



Inhalt:

LEM: Ein prozessorientiertes Landschaftsentwicklungsmodell für die Vorhersage periglaziärer Lagen

Forschungskooperation: Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (Hannover) und Universität Hamburg 

In Kooperation mit der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) wird in der Abteilung Physische Geographie des Instituts für Geographie ein Modell zur Verbreitung und Eigenschaften von periglaziären Lagen entwickelt. Periglaziäre Lagen (oder „Deckschichten“) sind durch typische Verwitterungs- und Verlagerungsprozesse in unvergletscherten Gebieten während der Kaltzeiten des Pleistozäns aus anstehendem Festgestein (und Fremdmaterial) entstandene Lockermaterialdecken. Sie können zwischen wenigen Zentimetern bis mehreren Metern mächtig sein und bedecken im Bergland Mitteleuropas das Festgestein nahezu überall. Sie bilden das Ausgangsmaterial für die Entwicklung unserer heutigen Böden und beeinflussen durch ihre stofflichen Eigenschaften viele Kreisläufe der Landschaft, wie etwa den Wasser- oder den Nährstoffhaushalt.

Demgegenüber steht die sehr lückenhafte Datenlage über die Verbreitung dieser Substrate in der Fläche: da in kleinmaßstäbigen geologischen Karten die obersten zwei Meter unter Geländeoberfläche i.d.R. nicht beschrieben werden und andererseits Bodenkarten genetisch orientiert sind, ist keine systematische Aufnahme dieser Substrate vorhanden. Um diese Lücke zwischen Flächendaten zu tiefliegendem anstehendem Gestein und oberflächlich vorhandenen holozänen Böden zu schließen, soll das LEM200 einen wesentlichen Beitrag liefern, um in Zukunft z.B. Wasser und Stoffbilanzen bis in den Grundwasserleiter plausibler als bisher modellieren zu können.

Viele Aspekte der spätpleistozänen-holozänen Landschaftsentwicklung, wie u.a. Verwitterung, Klima, Vegetationsentwicklung müssen bei der Modellentwicklung berücksichtigt werden. Deshalb sprechen wir auch von einem Landschafts-Entwicklungs-Modell (LEM). Neben dem Modellkonzept ist die Umsetzung des Modells in Algorithmen und die Einbettung in das Opensource GIS SAGA ein wichtiger Teil der Arbeiten.

Laufzeit 2008-2012, Team: Baritz, R. (BGR), Bock, M., Böhner, J., Conrad, O.. Kontakt: Michael Bock

 

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