Medien reichen zunehmend in alle Lebensbereiche. Arbeit, Freizeit, Sozialisation und Ausbildung unterliegen massiven Medieneinflüssen. Für Diplompsychologen und Diplompsychologinnen entsteht aufgrund des großen Einflusses von Medien auf Menschen und Gesellschaft die Anforderung, selbst medienkompetent zu sein, Medienkompetenz zu vermitteln, sowie Chancen und Gefahren, die von Medien ausgehen, zu kennen und dazu einen Beitrag zu liefern, positive Wirkungen zu fördern und negative Effekte zu reduzieren.
Dementsprechend ist das Ziel der medienpsychologischen Lehre in Hamburg, Qualifikationen in der wissenschaftlichen Analyse und Bewertung von Medien und Medieninhalten und darüber hinaus die Kenntnisse für die Gestaltung von Medien zu vermitteln.
Die Medienpsychologie ist wie kein anderes ein interdisziplinäres Fachgebiet. Damit eignet sie sich für ein problembasiertes Lernen, welches das Einbringen und die Integration verschiedener Disziplinen, z.B. Sozial-, Kognitions-, Arbeits- und Organisations- und pädagogische Psychologie und über die Psychologie hinaus die Kommunikationswissenschaft, Medienkultur, die Erziehungswissenschaften und Informatik, erfordert.
Bereits jetzt werden Seminare durchgeführt, in denen kleine wissenschaftliche Studien zur Medienrezeption durchgeführt werden (z. B. Seminare ‚Computervermittelte Kommunikation und virtuelle Welten’; ‚Soziale Identität und Medienwahl’) und aus denen in Kooperation mit Studierenden Publikationen hervorgegangen sind. Auch (erfahrungsgeleitete) Seminare zur Medienbewertung und -gestaltung gehören derzeit zum Curriculum (z.B. zu ‚user-centered design’).
Die Berufsaussichten für Medienpsychologen halten wir aufgrund des Standortes Hamburg und der derzeitigen Marktlage für viel versprechend. Hamburg ist Verlags- und Medienstadt. In Hamburg arbeiten derzeit ca. 51.000 Menschen in Medienberufen. Medienpsychologen sind vor allem in Medienanstalten (z. B. Verlage oder Sender), der Medienwirtschaft, der Medienforschung und in der IT-Branche tätig. Es besteht ein Bedarf an qualifizierten Psychologen, die zum einen die Qualifikation des Diplomstudienganges mitbringen und sich zudem mit dem Gegenstandbereich Medien auseinandergesetzt haben.