
Wissenswert ist ein elektronisches Journal über Werte. Es berichtet über neuere Ergebnisse der Werteforschung sowie über aktuelle Trends und Wertedebatten in den Medien. Das Journal wendet sich an Personen, die sich allgemein für das Thema "Werte" interessieren, die einen fundierten Einblick in die aktuelle psychologische und soziologische Werteforschung erhalten wollen und die aktuelle Wertedebatten in der Öffentlichkeit kritisch und wissenschaftlich fundiert kommentiert haben möchten.
Wissenswert wird herausgegeben vom Arbeitsbereich Sozialpsychologie der Universität Hamburg. Die Autoren sind wissenschaftliche und studentische Mitarbeiter des Arbeitsbereichs. Das Journal erscheint dreimal jährlich, jeweils Anfang Februar, Anfang Juni und Anfang Oktober.
Die aktuelle Ausgabe von Wissenswert finden Sie hier.
Haben Sie Anregungen für das Werte-Journal? Oder möchten Sie gerne benachrichtigt werden, wenn eine neue Ausgabe von Wissenswert erscheint? Schreiben Sie einfach eine eMail an Tobias Gollan: tobias.gollan[at]uni-hamburg.de
Gerade in schwierigen Zeiten sind wir für unser Projekt Wissenswert auf Spenden angewiesen. Stiftungen haben immer weniger Geld zur Verfügung. Die Werte-Diskussion in unserer Gesellschaft wird unserer Ansicht nach jedoch nicht intensiv genug geführt, obwohl sie für unser Zusammenleben höchst dringlich ist. Mit Wissenswert wollen wir diese Diskussion wissenschaftlich fundiert befördern.
Sie können uns durch eine Spende auf das Konto der „Gesellschaft zur Förderung der angewandten Psychologie e.V. (GeFaP)“ unterstützen:
Konto-Nummer: 56 90 82 05
Institut: Postbank
Bankleitzahl: 200 100 20
Betreff: „Spende Wissenswert“
Weitere Information über diese gemeinnützige Gesellschaft finden Sie auf der Homepage der GeFaP e.V.
Herzlichen Dank!
| Ausgabe 01 / 2008 : | <link> |
|
| Ausgabe 02 / 2008: |
<link> |
|
| Ausgabe 03 / 2008 : | <link> |
|
| Ausgabe 01 / 2009 : | <link> | |
| Ausgabe 02 / 2009 : | <link> | |
| Ausgabe 03 / 2009 : | <link> | |
| Ausgabe 01 / 2010 : | <link> | |
| Ausgabe 02 / 2010 : | <link> |
In den Feuilletons der Medien
wird viel über den „Wertewandel“ philosophiert und debattiert. Neben Klagen
über eine „individualisierte Spaßgesellschaft“ wird neuerdings auch eine
Renaissance traditioneller Werte ausgemacht. Wie aber passt das zusammen? Und
gibt es den Wertewandel überhaupt? Angesichts des derzeitigen Forschungsstands
stehen viele Behauptungen auf tönernen Füssen.
Von Tobias Gollan.
Der Dialog zwischen Islam und
Christentum tritt in eine neue Phase. Zum Fastenbrechensfest veröffentlichten
138 muslimische Geistliche einen offenen Dialogaufruf. Ein so breit angelegter
Dialog birgt große Herausforderungen: Um wirksam zu sein, muss zwar Verbindendes
aber auch Trennendes beider Religionen zur Sprache kommen. Studien zeigen:
Islam und Christentum haben viele gemeinsame Werte - Doch das sind andere als
die Geistlichen vermuten.
Von Charlotte Strohmeier.
Mitarbeiter, die sich bei der
Arbeit einbringen können, sind zufriedener. Ihr hoher Grad an Autonomie trägt
zum persönlichen Glück bei. Aber die an europäischen Arbeitsplätzen geht
zurück. Diesem Trend entgegen zu wirken ist eine Herausforderung an Führungskräfte,
wenn sie das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter im modernen Arbeitsumfeld fördern
und von den positiven Auswirkungen für das Unternehmen profitieren wollen.
Von Tanja Seelheim.
Menschen wählen Politiker, von
denen sie ihre Werte vertreten sehen. Was passiert nun, wenn sich die Wähler
von der politischen Klasse nicht mehr angemessen repräsentiert fühlen?
Von Jakob Stauch.
„Bildung und Integration sind
zwei Seiten einer Medaille.“ - Beim internationalen Symposium „durch Bildung“
fasste Bundeskanzlerin Angela Merkel die Bedeutung der Bildung für Migranten
in Deutschland so zusammen. In gibt es allerdings Probleme auf beiden Seiten
der Medaille. Was jedoch veranlasst Migranten, sich verstärkt für Bildung und
schulische Leistungen zu interessieren? Wertestudien können hier wichtige
Erkenntnisse liefern.
Von Charlotte Strohmeier.
Die Instrumentalisierung
der Werte
Entscheidungen, die für die
Entwicklung der Gesellschaft richtungsweisend sind, müssen debattiert und
begründet werden. Oft berufen sich die Entscheidungsträger hierbei auf Werte,
die ihren Standpunkt unterstützen und rechtfertigen – doch in vielen Fällen
erzählen sie dabei nur die halbe Wahrheit.
Von Tobias Gollan.
Angela Merkel wird nicht
hingehen. Obwohl bisher kein Nationalteam die Spiele in China boykottiert,
stehen die Regierungen und vor allem die Bevölkerungen vieler Länder den diesjährigen
olympischen Spielen in Peking kritisch gegenüber. Sollten die Spiele die
Gastgebernation nicht vor allem zu Frieden und Völkerverständigung ermahnen?
Passt zum immer noch wirksamen Symbol des „olympischen Friedens“ die immer
brutalere Unterdrückung des tibetischen Volkes? Passen zum religiösen Ursprung
der Spiele etwa Festnahmen von friedlich demonstrierenden Mönchen?
Von Charlotte Strohmeier.
Zwei lesenswerte Bücher geben
Hinweise auf die Lebensgrundlage und die Einbindung der Menschen in die
Organisation dieser Grundlagen: Norbert Bolz’ Das konsumistische Manifest und
Franz Segbers’ Die Hausordnung der Tora. Zwei Buchvorstellungen.
Von Erich H. Witte
Kaum eine Tätigkeitsform und
zugleich Daseinsbedingung des Menschen wird in der Spätmoderne so polarisiert
bewertet wie der Konsum. Zum Einen indiziert die moderne Erweiterung von
Konsummöglichkeiten in den westlichen Gesellschaften eine Steigerung des
Wohlstandes, die über die Befriedigung lebensnotwendiger Bedürfnisse hinaus im
Laufe der geistesgeschichtlichen Entwicklung zunehmend selbst den Rang eines
Eigenwertes angenommen hat.
Von Dr. Martin Booms.
Welche Rolle spielen Werte in
der Debatte um die Legitimität von Folter? Kann man den Befürwortern der Folter
mangelnde unterstellen? Oder vielmehr den Gegnern der mangelndes
Verantwortungsbewusstsein? Ein Blick aus der Werteforschung auf die aktuelle
Debatte.
Von Jakob Stauch.
Nicht erst seit dem
gewalttätigen Übergriff in der Münchener U-Bahn Anfang des Jahres ist das
Thema „Jugendkriminalität“ in hohem Masse medial präsent. Häufig wird das
Phänomen Jugendgewalt mit dem „Verfall der Werte“ bei Jugendlichen sowie mit
einem steigenden Anteil ausländischer Gewalttäter in Verbindung gebracht. Was
sich auf den ersten Blick als plausible Erklärung darstellt, ist bei näherer
Betrachtung der Fakten jedoch ein vereinfachtes und pauschalisierendes Bild,
das der Realität nicht gerecht wird.
Von Oliver Peytsch.
Von Dr. Micha Strack.
Die öffentliche Kontroverse
zwischen Singer und Janich, oder: Der Krieg der Wissenschaftskulturen.
Von Prof. Dr. Erich H. Witte.
Entgegen der Klischees von
Beduinen, Harems und Kamelen haben sich viele Länder der arabischen Welt im
letzten Jahrzehnt dramatisch verändert: In Ländern, in denen noch vor kurzem
nur staatliches Fernsehen zu empfangen war und alle Nachrichten der Zensur
unterlagen, gibt es nun in fast jedem Haushalt mit Fernseher einen
Digitalempfänger für hunderte arabische und internationale Kanäle. Handys und
Internetcafés gehören zum neuen arabischen Lifestyle und dienen besonders der
traditionell eingeschränkten Kontaktaufnahme zwischen den Geschlechtern. Diese
Erscheinungsformen einer technologischen Modernisierung und Pluralisierung
gehen bisher allerdings nicht mit einer deutlichen Demokratisierung und
Säkularisierung einher. Stattdessen scheinen traditionelle und religiöse Werte
weiterhin zu überwiegen. Oder gibt es doch Anzeichen für einen Wertewandel, der
sich aufgrund der strikten sozialen Normen nur anders äußert?
Von Charlotte Strohmeier.
Ökologisches und soziales Bewusstsein
steht so hoch im Kurs wie nie zuvor – bei Menschen wie auch bei
Wirtschaftsunternehmen. Doch vom zu konkretem Handeln oder zur nachhaltigen
Unternehmensführung ist es ein langer Weg: Welche Faktoren können dafür
sorgen, dass er „kürzer“ wird?
Von Tobias Gollan.
Traditionell unterstellt man
Wählern linker Parteien, sie seien egalitaristischer, legten weniger Wert auf
Traditionen, seien reformfreudiger und hätten ein weniger ausgeprägtes
Sicherheitsbedürfnis. Neuere Forschungsergebnisse widerlegen diese
Erklärungsmuster und werfen die Frage „Was sind eigentlich linke Werte?“ neu
auf.
Von Jakob Stauch.
Je pluralistischer und
individualistischer eine Gesellschaft wird, desto grösser werden die
individuellen Handlungsspielräume des Einzelnen, auch bei moralischen
Entscheidungen. Moralische Verantwortlichkeit verlagert sich demnach mehr und
mehr von der Gesellschaft auf das Individuum. Damit stellt sich jedoch die
Frage, ob es dieser Verantwortlichkeit gewachsen ist.
Von Valerie Brandt.
Von PD Dr. Haci-Halil Uslucan.
Kein Mensch wünscht sich die
Leiden des Krieges. Und trotzdem führen Menschen Krieg. Sie sind bereit zu
töten und zu sterben und damit unendliches Leid über sich und andere zu
bringen. Das Leid aber hält sie nicht davon ab, es bestärkt sie noch in ihrem
Tun. Durch den Gaza-Krieg ist auf Seiten der Palästinenser die Unterstützung
der Hamas weiter gestiegen. Israelische Politiker, die den Kriegseinsatz
befürworteten, erfreuten sich wachsender Beliebtheit in den Umfragewerten. Ist
den Menschen dieser konfliktgeplagten Region etwa der Frieden nichts wert?
Von Charlotte Strohmeier.
Der neue Präsident der
Vereinigten Staaten von Amerika erhält von seinem Volk einen Vertrauensvorschuss,
wie es ihn selten in der Politik gegeben hat. Dies verdankt er seiner Rhetorik
mit Werten, die er wie kein Zweiter beherrscht. Deutsche Politiker sollten sich
allerdings darüber im Klaren sein: Das Modell „Obama“ ist nicht ohne Weiteres
auf Deutschland übertragbar.
Von Prof. Dr. Erich H. Witte.
Ein Vertrauensverlust in das
Wirtschaftsmodell bedeutet der Erfahrung nach auch einen für das begleitende
Herrschaftssystem. Die veränderte Ökonomie ändert die Werthaltungen ihrer
Bürger.
Von Willi
Fiebranz.
Dass Politiker einen schlechten
Ruf haben ist kein Geheimnis. Die Gründe hierfür sind jedoch weniger in der
Persönlichkeit des typischen Politikers zu suchen, sondern ergeben sich aus ihrer
undankbaren Aufgabe, Wertekonflikte lösen zu müssen – und aus einer
Öffentlichkeit, die eine tiefere Auseinandersetzung mit diesen Wertekonflikten
scheut.
Von Tobias Gollan.
Für die Unterschiede zwischen
den Bundesländern im Abschneiden bei den PISA -Studien werden in der
Öffentlichkeit verschiedenartigste Gründe ins Feld geführt. Selten wird dabei
reflektiert, dass Vieles dafür spricht, sie als Ausdruck von unterschiedlichen
innerdeutschen Wertekulturen zu betrachten. Welche Konsequenzen sollten dann
aber aus den PISA -Ergebnissen gezogen werden? Ist es wünschenswert, dass sich
die Leistungskultur in der deutschen Schulbildung, speziell in den „schwachen“
Bundesländern, ändert? Und bleiben dann anderen Werte auf der Strecke?
Von Valerie Brandt.
Deutschland eine
Wertegemeinschaft - auch in der Krise?
Von Prof. Dr. Erich H. Witte.
Wenn Forscher Werte untersuchen,
so meinen sie meist die Werte einer Nationalität oder Ethnizität. Doch
übersieht eine so allgemeine Betrachtung nicht vieles Wichtiges? In der westlichen
Welt haben bereits seit den 60er Jahren andere „Kulturen“ an Einfluss auf
unsere Identitäts- und Wertebildung im Jugendalter gewonnen: Kulturen mit
eigener Sprache, eigenem Kleidungsstil – und vor allem: eigener Musik. Wer
jemals als Rock-’n’-Roller, in der Beatgeneration, als Hippie, Punk, Hip-Hopper
oder Raver versucht hat seinen Weg zu finden wird die Wichtigkeit solcher
Subkulturen in der eigenen Entwicklung nicht leugnen. Etwas Weiteres ist diesen
musikalischen Subkulturen gemein: Sie lehnen sich auf gegen einen Mainstream,
der wiederum ihren Lebensstil als Bedrohung der gesellschaftlichen Werte versteht.
Der „Wertefeind“ besitzt jedoch meist einen eigenen Wertekodex und operiert dank
Internet immer globaler. Wie ein Lauffeuer verbreiten sich alte Rebellionen in
neuen Landstrichen. Neue Formen der alten Subkulturen entstehen, deren Werte
auf die lokalen sozialen und politischen Bedingungen übertragen werden.
Von Charlotte Strohmeier.
In deutschen Supermärkten häufen
sich immer mehr Produkte, die angeben, „Bio“ zu sein; in Amerika kann man mit
Klimaschutz Waschmaschinen verkaufen, und der Begriff „Nachhaltigkeit“ ist
neuerdings überall zu hören – kurz: Öko liegt im Trend.
Von Valerie Brandt.
Sicherheitswerte haben in den
letzten Jahren in der politischen Argumentation und medialen Berichterstattung
an Konjunktur gewonnen. Ob die Menschen dadurch an Sicherheit gewinnen, ist
fraglich; ihren bürgerlichen Freiheiten hingegen werden immer mehr Gefährdungen
zugemutet. Wie wird eigentlich die Diskussion um Freiheit, Sicherheit,
Kontrolle und Geborgenheit in unserer Gesellschaft geführt und von wem, mit
welcher Absicht? Was erwartet eine Gesellschaft, die ihre Freiheit preisgibt? Es
lohnt sich in unruhigen Zeiten frühzeitig darüber nachzudenken, um nicht
Wertpositionen in der Gesellschaft so zu verschieben, dass es schwer sein wird,
diese wieder zu korrigieren.
Von Willi Fiebranz.
„Wir sollten uns eingestehen:
Wir verstehen diese Tat nicht.“ Diese Worte richtete der damalige
Bundespräsident Johannes Rau an die Teilnehmer der Trauerfeier, die sich 2004 nach
dem damaligen Amoklauf auf dem Erfurter Domplatz zusammengefunden hatten. Seit den
ersten „Schulmassakern“ haben Psychologen jedoch viele Erkenntnisse
zusammengetragen, die die Motive der Täter zumindest in Teilen erklären können.
Ob aus Phantasien eine reale Gewalttat wird, hängt jedoch nicht allein von den
Biographien und den Merkmalen der Täter ab, sondern auch von den
gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Diese Rahmenbedingungen sind
möglicherweise auch dafür mitverantwortlich, dass die Zahl der verheerenden
Amokläufe in Schulen in den letzten Jahren gestiegen ist.
Von Tobias Gollan.
Von Prof. Dr. Carmen Tanner
Bereits im Vorfeld der
diesjährigen Bundestagswahl war klar: Kein Wahlkampf in Deutschland bisher ist
so frei von Auseinandersetzung und losgelöst von Sachfragen geführt worden wie
dieser. Damit setzt sich ein Trend der vergangenen Wahlen fort: Die
Wahlprogramme der Parteien verstecken sich zunehmend hinter wohlklingenden
Wertebegriffen, und Politikern sind kaum konkrete Perspektiven für ihre Politik
zu entlocken. Dafür sind die Bürger aber durchaus mitverantwortlich.
Von Tobias Gollan.
Das ökonomische Wachstum ist
möglicherweise beendet. Die eindimensionale Betrachtung der Lebenswelt aus
ökonomischer Perspektive in der Politik wird der differenzierten Betrachtung
der jüngeren Generation nicht mehr gerecht. Das mag dazu führen, dass die Abnahme
der Reallöhne weit weniger bedeutsam ist als sich die Politik vorstellt. Das
Leben wird nicht nur am materiellen Wohlstand gemessen.
Von Prof. Dr. Erich H. Witte.
Wertbegriffe beziehen sich auf
abstrakte Leitprinzipien des Lebens. Deshalb ergibt sich aus ihnen nicht
zwangsläufig auch eine bestimmte Handlung, und eine Handlung reflektiert nicht
einzig und allein einen bestimmten Wert. Wie viel aber bringt es dann
eigentlich, sich in öffentlichen Diskussionen auf Werte zu beziehen? Und wie
kann ein produktiver Umgang mit Wertebegriffen aussehen?
Von Tobias Gollan.
Großangelegte Untersuchungen von
Wertorientierungen haben gezeigt, dass sich der Wertekreis von Schwartz nicht
nur in vielen Ländern und Kulturen replizieren lässt, sondern dass Länder aller
Kulturkreise sich kaum darin unterscheiden, welche Werte sie für wichtiger und
welche sie für weniger wichtig erachten. Sind sich die meisten Länder und Kulturen
in ihren Werten aber so ähnlich, warum geraten wir dennoch im Geschehen der Globalisierung
immer wieder an scheinbar unüberbrückbare, interkulturelle Wertekonflikte?
Von Valerie Brandt.
Von Dr. Manuela Drews.
Während im letzten Jahr Banken
westlicher Länder reihenweise in den Strudel der internationalen Subprime-Krise
gerieten, erwies sich das islamische Finanzwesen als erstaunlich stabil. Als
ökonomisches System, das auf religiösen Vorgaben des Islam beruht, könnte es
möglicherweise als ein Vorbild dienen, auch den westlichen Finanzmarkt
umzustrukturieren. Die ethischen Regeln des islamischen Bankwesens sind auch
nach Ansicht des Vatikans geeignet, dem westlichen Finanzsystem wieder
Vertrauen zu verschaffen.
Von Michael Mahlknecht.
Eine Differenzierung der
Aufgaben von Schule und deren Wertorientierungen lassen konstruktive und
dysfunktionale Kombinationen für den Unterricht an konkreten Schulen erkennen.
Letztlich muss das Schulwesen so differenziert ausgestaltet werden wie die Schüler
es mit ihrem sozialen Hintergund sind. Einfache strukturelle Massnahmen sind ungeeignet,
die gesetzten Wertziele zu erreichen. Manche Diskussion über Schulreformen nähren
den Verdacht, dass es letztlich um Einsparungen geht.
Von Prof.Dr. E.H. Witte
Der Wert Leistung wird in
unserer Gesellschaft stark vertreten. Schon jetzt greifen Schüler und Studenten
zu so genannten Neuro- Enhancern - Substanzen, die leistungssteigernd wirken
sollen. In einem Zeitalter, in dem die Möglichkeit der Entwicklung einer
Substanz besteht welche die kognitiven Fähigkeiten von Menschen steigert und
zugleich ein geringes Risiko birgt, muss sich unsere Gesellschaft Gedanken
darüber machen, wie mit einer möglichen chemischen Leistungssteigerung des
Gehirns umzugehen wäre.
Von Valerie
Brandt.
Religion & Wirtschaft – Wirtschaftsethische
Notizen.
Religion ist Religion – und
nicht etwa Wirtschaft. Das Primärgeschäft der Religionen ist das Transzendente
(Gott, Jenseits). Daher verfügen Religionen weder über „Kochrezepte“ zur Lösung
wirtschaftlicher Probleme noch ist eine bisweilen diagnostizierte
„Konsumreligion“ tatsächlich in einem inhaltlichen Sinn Religion. Gleichwohl
sind Religionen ein mögliches Angebot auf einem Markt von
„Identitätssemantiken“, von Angeboten also, wie wir uns als Menschen in der
Welt verorten können.
Von Prof. Dr.
Michael Schramm.
Zur gesellschafts-
und wirtschaftspolitischen Bedeutung der Positiven Psychologie als
Kerndisziplin der fachübergreifenden Glücksforschung.
Die Positive Psychologie
konzentriert sich auf die Erforschung der positiven Aspekte des menschlichen
Lebens und Miteinanders, die das Leben gesünder, besser und glücklicher machen.
Sie ist zentral für eine zukunftsweisende Gesellschafts- und
Wirtschaftspolitik.
Von Prof. Dr.
Karlheinz Ruckriegel.
Respekt als
Arbeitswert: Theorie und Praxis.
Arbeitswerte bestimmen mit, wie
sich Angestellte bei ihrer Tätigkeit fühlen und verhalten. Zu den klassischen
Arbeitswerten zählten dabei bislang vor allem Merkmale der Tätigkeit und nicht
des Umgangs miteinander am Arbeitsplatz. Wie wichtig ist den Arbeitnehmern
Respekt im Miteinander im Vergleich zu anderen Werten? Und: Wird Respekt in der
Praxis dementsprechend gelebt?
Von Christina
Mölders und Dr. Tilman Eckloff.
Die verlockende Mär von Gut und Böse.
Die jüngsten Turbulenzen um den
Euro werden von Medien und Politik mit markigen Worten begleitet. Die Einteilung
in „gute“ und „böse“ Rollen ist dabei allgegenwärtig - und auch effektiv, weil
sie verschiedenen Prinzipien der menschlichen Informationsverarbeitung entgegen
kommt. Im Vergleich zu anderen gesellschaftlichen und politischen Themen trifft
dies bei der aktuellen Krise um den Euro in besonderem Maße zu.
Von Dipl.-Psych.
Tobias Gollan.
In unserer alternden
Gesellschaft steigt der Bedarf an Pflegekräften stetig an und immer mehr
Personal wird aus dem Ausland angeworben. Um ältere Menschen gut pflegen zu
können, benötigen Pflegekräfte Arbeitsbedingungen, die sie motivieren und ihre
eigene Gesundheit fördern und erhalten. Besonders wichtig ist ein positives
Arbeitsklima, bei dem sich Mitarbeiter gegenseitig unterstützen, für ihre
Arbeit Anerkennung erhalten und Beschäftigte mit Migrationshintergrund im Team
integriert werden.
Von Katharina Klug
und Dr. Annekatrin Hoppe.