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Inhalt:

Empirische Ethikforschung

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Erich H. Witte

Kurzbeschreibung:

In einer wertepluralistischen Gesellschaft, aber auch bei interkulturellen Vergleichen, die mit anhaltender Globalisierung weiter zunehmen, geht es neben der beobachtbaren Ebene des Handelns auch immer um ihre Rechtfertigung. Diese  Rechterfertigungen in einem moralischen Sinne müssen sich auf ethische Grundpositionen beziehen. Dabei lassen sich auch empirisch die vier klassischen Positionen identifizieren: Hedonismus, Utilitarismus, Intuitionismus, Deontologie. Es zeigt sich jetzt, dass diese Rechtfertigungen mit der Art der Handlung (individuell, interpersonal, sozial), mit der Berufssozialisation, der Kultur, der Rolle und dem Öffentlichkeitscharakter variieren. Die Verwendung ganz unterschiedlicher Rechtfertigungen kann folgende KONSEQUENZEN haben:
1. Man versteht die Handlungen anderer nicht,
2. Konflikte eskalieren aus Missverständnissen,
3. die Argumentationen werden einseitig,
4. Werte für aggressive Handlungen (Terrorismus, Krieg) sind einseitig ausgewählt,
5. Umbewertungen können zu höherer Moral führen (Steuermoral).

Die Aufgabe der empirischen Ethikforschung ist es, die Rechtfertigungen und Empfehlungen vergleichbar der Werteforschung zu untersuchen. Dabei kann die Rechtfertigung als eine präskriptive Attribution betrachtet werden. Bei dieser handelt es sich um eine Begründung einer Handlung durch ethische Grundpositionen, in Ergänzung zu der deskriptiven Attribution, bei der Menschen eine subjektive Verbindung von einer Wirkung zu einer Ursache ziehen.
Da die Werteebene Handlungen in starkem Maße motiviert, ist die Entschlüsselung dieser Ebene für das Zusammenleben der Menschen von hoher Bedeutung. Es stellt auch eine wichtige Möglichkeit dar, im öffentlichen Bereich angemessene Rechtfertigungen für Entscheidungen zu geben. Für das Finden solcher Rechtfertigungen in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik werden Ethik-Kommissionen eingesetzt. Damit nicht die oben beschriebenen Konsequenzen eintreten, sollten diese Ethikkommissionen als Gruppe angeleitet werden. 
 

Beginn:

Schon in den 90er Jahren begann unsere Forschung zu den vier ethischen Grundpositionen. 

geplante Laufzeit:

Das Projekt bleibt prinzipiell unabgeschlossen. Das jüngste Forschungsprojekt bezieht sich auf die Moderation von Ethikkommissionen, siehe dazu unter Dissertationen.
 

Fördermittel:

Förderung durch die Stiftung Wertevolle Zukunft

Literatur:

Heitkamp, I., Borchardt, H. & Witte, E. H. (2005). Zur simulierten Rechtfertigung wirtschaftlicher und medizinischer Entscheidungen in Ethikkommissionen: Eine empirische Analyse des Einflusses verschiedener Rollen. Hamburger Forschungsberichte aus dem Arbeitsbereich Sozialpsychologie (HaFoS 55). Universität Hamburg.

 

 

Seiteninfo: Impressum  | Kontakt | Browserinfo | Letzte Aktualisierung am 19. Nov. 2008 durch Sozialpsychologie
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