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Arbeitsbereich Sozialpsychologie



Inhalt:

 Soziale Identität und Medienwahl

Die praktische Medienforschung zeigt uns eindeutig, dass Rezipienten Unterhaltung gemäß ihrer Gruppenzugehörigkeiten selektieren: Zuschauer aller Nationen bevorzugen lokale Unterhaltungsserien, Frauen mögen am liebsten Sendungen mit weiblichen Protagonistinnen und Männer solche mit männlichen Helden. Diese Beobachtung wird in einem Projekt von Dr. Sabine Trepte auf Grundlage der Theorie der sozialen Identität untersucht.
Im Vordergrund steht die Frage, welchen Einfluss soziale Kategorien auf die Medienwahl haben. Ein besonderes Augenmerk wurde der Bedeutung der Nationalität geschenkt. Dazu wurden kulturvergleichende Studien in Hamburg, Los Angeles (USA) und Cambridge (UK) durchgeführt. Außerdem wurde gefragt, welchen Einfluss das Geschlecht auf die Selektion unterhaltender Fernsehserien hat. Derzeit wird ein theoretisches Modell zum Zusammenhang von sozialer Identität und Medienwahl formuliert.

In diesem Projekt sind zwei Diplomarbeiten ausgeschrieben:
• Eine Diplomarbeit befasst sich mit der Frage, welche Bedeutung die Nationalität bei der Betrachtung internationaler Sportereignisse in den Medien hat. Mit einem Experiment soll geprüft werden, ob während der Rezeption eines internationalen Sportereignisses Prozesse des sozialen Vergleichs stattfinden. Das Experiment soll im Online-Labor des Arbeitsbereiches Sozialpsychologie durchgeführt werden.
• Die zweite Diplomarbeit widmet sich der Frage, welche Rolle die Übereinstimmung des eigenen Berufes und der in Unterhaltungsserien dargestellten Berufsgruppen spielt und ob die Übereinstimmung einen Einfluss auf die Selektion und Bewertung der Serien hat. Diese Studie soll als Online-Befragung durchgeführt werden.

Literatur: Trepte, S. (2004). Soziale Identität und Medienwahl. Eine bi-nationale Studie zum Einfluss von Gender-Identität und nationaler Identität auf die Selektion unterhaltender Medieninhalte. Medien- und Kommunikationswissenschaft, 52 (2), 230-249    [pdf]

Betreuerin: Dr. Sabine Trepte


Cultural Proximity

In einer Acht-Länder Studie werden im Projekt Cultural Proximity von Dr. Sabine Trepte derzeit die Zusammenhänge individueller Werte mit der Bewertung von US-amerikanischen Unterhaltungsserien untersucht. Die grundlegende Annahme ist, dass Länder, die ähnliche Wertvorstellungen haben, auch Unterhaltung ähnlich bewerten.
Die Befragung kann eingesehen werden unter http://unipark.de/uc/psychologisches_institut/68f9/
Diplomanden in diesem Projekt wählen sich Teilfragestellungen aus, generieren dazu eigene angegliederte empirische Studien oder führen Sekundäranalysen mit dem vorhandenen Datenmaterial durch.

Literatur: Trepte, S. (2003, June). The Intercultural Perspective. Cultural Proximity as a key factor of television success. Presentation at the 53rd Annual Conference of the International Communication Association (ICA) 23.05.-27.05.2003 in San Diego, USA. [pdf]

Betreuerin: Dr. Sabine Trepte

Games@Work

Im Rahmen Projektes „Games @ work“ von Dr. Sabine Trepte soll erhoben werden, welche Bedeutung Online-Games am Arbeitsplatz haben. Grundsätzlich sind bei der Nutzung von Computerspielen zwei Wirkmechanismen denkbar. Entweder regen die Spiele die User an und führen damit zu gesteigerter Zufriedenheit und höherer Arbeitsleistung, oder die Spiele lenken von der eigentlichen Arbeit ab und hemmen  Produktivität. In einer Screening Befragung stellte sich heraus, dass viele ‚Bildschirmarbeiter und –arbeiterinnen’ während ihrer Arbeitszeit  Unterhaltungsmedien nutzen. Immerhin 85 Prozent der Befragten nutzen Spiele wie ‚Moorhuhn’ oder ‚Yetisports’. Derzeit wird ein Laborexperiment durchgeführt, mit dem die Effekte unterschiedlicher Spiele auf die Arbeitsleistung und die subjektive Befindlichkeit haben.


In diesem Projekt sind zwei Diplomarbeiten ausgeschrieben.
• Die erste Diplomarbeit soll sich mit der Frage beschäftigen, welche Rolle andere Unterhaltungsmedien (z. B. Internet, Zeitschriften oder Musik) am Arbeitsplatz haben und deren Auswirkung auf Produktivität und Zufriedenheit untersuchen. Die Studie soll als qualitative Befragung durchgeführt werden.
• Die zweite Diplomarbeit soll die Frage beantworten, wie sich die Nutzung von Online-Spielen auf  die Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeitsdauer auswirkt. Die Studie soll als Laborexperiment durchgeführt werden.

Literatur: Trepte S. & Reinecke, L. (2004). Games@Work. Die Nutzung von Unterhaltungsmedien am Arbeitsplatz. Unveröffentlichter Projektbericht. [pdf]

Betreuerin: Dr. Sabine Trepte


Meinungsführer und Informationseliten

Ein Meinungsführer wird von anderen um Rat gefragt und schätzt sich selbst als eine Person ein, die auf einem bestimmten Fachgebiet (z. B. Politik, Mode, Musik) besonders gut informiert und interessiert ist (Katz & Lazarsfeld, 1955). In den Studien zur Meinungsführerschaft wurde bisher stillschweigend davon ausgegangen, dass Meinungsführer diese Expertise tatsächlich für sich beanspruchen können. Wissensabfragen oder -tests gab es nicht.
In einer Studie von Dr. Sabine Trepte an der Universität Hamburg und Herrn Prof. Dr. Scherer am Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung Hannover wurden Befragten nicht nur Skalen zur Meinungsführerschaft, sondern auch ein Wissenstest vorgelegt. Es stellte sich heraus, dass es nicht nur Meinungsführer gibt, die tatsächlich über ihr Fachgebiet informiert sind, sondern auch solche, die nur ‚blenden’. Letztere besitzen zwar die Persönlichkeitseigenschaften von echten Meinungsführern, sie geben also an, um Rat gefragt zu werden und sich auf dem Fachgebiet Politik sehr gut auszukennen. Im Wissenstest stellt sich jedoch heraus, dass sie weitgehend ahnungslos sind und nicht für sich beanspruchen können, eine besondere Expertise zu besitzen. Und im Gegenzug sind auch Personen, die nicht als Meinungsführer gelten, durchaus gut informiert. In der Studie stellte sich sogar heraus, dass ‚stille Experten’ einen sehr hohen Informationsstand haben.


In diesem Projekt sind zwei Diplomarbeiten ausgeschrieben:
• Im Rahmen der ausgeschriebenen Diplomarbeit soll ein kurzer Wissenstest zum Thema „Politisches Wissen“ entwickelt werden. Dazu muss zunächst ein Pool an Wissensfragen entwickelt und der dann Item-, Reliabilitätsanalysen unterzogen werden. Die Studie soll als Befragung im Online-Labor durchgeführt werden.
• In der hier geschilderten Studie wurde die Frage nach dem tatsächlichen Wissen von Meinungsführern auf das Wissensgebiet Politik bezogen. In der Diplomarbeit soll diese Frage im Hinblick auf ein anderes Wissens- und Interessengebiete wie z. B. neue Technologien, Medien, Musik, Mode empirisch untersucht werden. Die Untersuchung soll in Form einer Online-Befragung durchgeführt werden.

Trepte, S. & Scherer, H. (submitted for publication). “What do they really know?” Differentiating opinion leaders into dazzlers and experts. [pdf]

Betreuerin: Dr. Sabine Trepte

 

 

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