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Arbeitsbereich Sozialpsychologie



Inhalt:
 Der Out-Group-Homogenitätseffekt

Gegenstand des Projekts ist das Phänomen der Fremdgruppen-Homogenität („outgroup homogeneity effect“, OHE). Hiernach werden Fremdgruppen im Allgemeinen als homogener wahrgenommen als die Eigengruppe („ die anderen sind alle gleich“).
(Beispiel: Für Deutsche sind Chinesen alle gleich; für Chinesen ist es jedoch umgekehrt).
Ein Ziel des Forschungsprojekts ist es empirisch nachzuweisen, dass entsprechende Homogenitäts-Unterschiede in systematischer Weise durch Prozesse der Subkategorisierung beeinflusst und verändert werden können. Ferner soll gezeigt werden, dass das Phänomen nicht auf Eigen- und Fremdgruppen-Vergleiche beschränkt ist, sondern einen allgemeinen Kategorisierungseffekt darstellt und somit einen wesentlich breiteren Geltungsbereich hat als bisher angenommen wurde.
Demnach wären auch die bisherigen Erklärungsansätze für den OHE nicht länger haltbar. Dieses gilt sowohl für die Modelle aus der sozialen Kognitionsforschung als auch für die im Rahmen der Intergruppenforschung konzipierten Theorien.
Ein weiteres Ziel des Projekts besteht deshalb in der Entwicklung einer neuen Theorie, die den OHE als einen allgemeinen Kategorisierungseffekt betrachtet und im Wesentlichen  auf Prozesse der Subkategorisierung und deren Funktionalität zurückführt.
Denn im Allgemeinen ist es funktional, in der eigenen sozialen Umgebung stärker zu kategorisieren, also mehr Kategorien und Subkategorien zu bilden.
(Beispiel: Eskimos haben viel mehr Begriffe für ’Schnee’ als wir.)
Wenn aber in relevanten Bereichen, wie z.B. der Eigengruppe, deutlich mehr Unterkategorien vorhanden sind (oder experimentell induziert werden), führt dies zu einer stärkeren Differenzierung innerhalb der Eigengruppe und somit zu größerer Heterogenität. Folglich werden Fremdgruppen als homogener wahrgenommen.
Eine solche Theorie hätte auch einen wichtigen Anwendungsaspekt: Das Prinzip der Subkategorisierung als Methode zu Abbau von Vorurteilen.

Betreuer: Prof. Dr. Orth
Ansprechpartnerin: Dipl.-Psych. N. Plum, Tel.: 428-38-5530, Mail: nina.plum@uni-hamburg.de, Raumnr.: 3026b



Abbau interkultureller Diskriminierung

Der Kontakt zwischen den Kulturen gestaltet sich häufig sehr schwierig. Das gilt insbesondere, wenn der Kontakt zwischen Mitgliedern einer Minoritätskultur mit denjenigen einer Majoritätskultur stattfindet. Automatische Diskriminierungen abbauen zu helfen, wird eine wichtige Aufgabe für die Zukunft sein. Die bisher vorgeschlagenen Strategien sind nicht sehr erfolgreich gewesen. In der Diplomarbeit soll eine nahe liegende, aber noch nicht ausreichend überprüfte Strategie angewendet und deren Wirkung experimentell überprüft werden.
Hierzu ist bereits das Experiment entwickelt worden. Es müssen jetzt weitere Daten erhoben werden und die Ergebnisse ausgewertet sowie theoretisch interpretiert werden.

Literatur :
Pettigrew,T. F. & Tropp,L. R. (2000). Does intergroup contact reduce prejudice? Recent meta-analytic findings. In S. Oskamp (Ed.), Reducing prejudice and discrimination. (pp. 93-114). Mahwah: Erlbaum.
Wagner, U. et al. (2003). Die empirische Evaluation von Präventionsprogrammen gegen Fremdenfeindlichkeit. In Witte, E. H.(Hrsg.). Sozialpsychologie politischer Prozesse (S. 272-288). Lengerich: Pabst.

Betreuer: Prof. Dr. Erich H. Witte

 

Seiteninfo: Impressum  | Kontakt | Browserinfo | Letzte Aktualisierung am 21. Okt. 2004 durch Sozialpsychologie
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