Ziele, Inhalt und Ablauf im Detail
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Modul |
Berufsfelderkundung [ABK-E1] |
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Umfang |
2 SWS Seminar wöchentlich oder als Blockseminar (4 Termine) |
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2 SWS Übung (unter Mitwirkung von Tutoren) |
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Termin |
2. Semester |
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Workload |
28 Std. Seminar |
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32 Std. Vor- und Nachbereitung einschließlich Bericht |
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60 Std. Übung/Exkursionen (Interviews) |
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Prüfung |
Bericht über die Erkundungen (ca. 10 Seiten zzgl. Interviewprotokolle) |
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Leistungspunkte |
Seminar 2 + Übung 2 = 4 Lp |
Wahl des Seminars: Jedes BFE-Seminar beschränkt sich auf die Erkundung eines oder mehrerer verwandter Berufsfelder. Nach Interesse und Neigung entscheiden Sie sich für ein Seminar und geben zwei Alternativ-Wünsche an. Sollten Sie in einem Berufsfeld bereits sehr viel Praxiserfahrung haben, wird dringend empfohlen, zur Erweiterung Ihres Praxiswissens ein anderes Feld zu wählen, in dem Sie sich noch nicht gut auskennen.
Ziele: Das
Seminar + Übung dient der exemplarischen Vertiefung des parallel in der
Vorlesung „Berufsfelder für Sprach-, Literatur- und Medienwissenschaftler“
erworbenen Orientierungswissens. Im Mittelpunkt steht die aktive Erkundung von Berufsfeldern mittels Gesprächen mit
Berufstätigen:
- Sie sammeln Informationen über für
sie realisierbare Berufe und erarbeiten sich so eine möglichst anschauliche
Vorstellung von einem möglichen künftigen Arbeitsalltag.
- Sie entwickeln einen persönlichen Zugang zu möglichen Arbeitsfeldern. Sie sammeln und verwerten Anstöße in der Arbeitswelt und gleichen Ihre eigenen Vorstellungen mit den Berufsrealitäten ab. Sie beginnen Berufswünsche und –interessen zu entwickeln oder entdecken neue Arbeitsfelder für sich, die Ihnen bislang unbekannt waren.
- Das Seminar kann als Einstieg in den länger währenden Prozess der Auseinandersetzung mit dem eigenen Berufswunsch dienen oder dazu führen, bereits bestehende Berufswünsche zu bestätigen oder zu verwerfen.
- Sie entwickeln Pläne, wie das Interesse an bestimmten Berufen weiter verfolgt und das Studium darauf bezogen werden kann.
- Sie erlernen soziale und kommunikative Kompetenzen wie Eigenverantwortlichkeit, Kommunikations- und Organisationsfähigkeit, Eigenständigkeit.
Phase 1, die Vorbereitung der Erkundungen,
erstreckt sich über die ersten vier Sitzungen/den ersten Block. Hier werden zunächst
das Seminarkonzept mit Inhalten und Zielen erläutert, das Berufsfeld im
Überblick vorgestellt, Vorkenntnisse und Vorerfahrungen zusammentragen, die mit
dem Berufsfeld in Verbindung stehen könnten, Erwartungen an das Seminar
formuliert. Danach bilden Sie anhand Ihrer Erkundungsinteressen Kleingruppen,
die für den Rest des Seminars zusammen bleiben. Ihnen wird kein zu erkundender Bereich
vorgeschrieben. Es werden nur die Erkundungen tatsächlich durchgeführt, für die
im Seminar ein Interesse vorhanden ist. In den Gruppen recherchieren Sie das
Berufsfeld, speziell dessen Hamburger Ausprägung, und diskutieren jeweils unter
sich Ihre Interessen.
In den Erkundungsgruppen
entwickeln Sie Fragen, die Sie im Seminar und vor allem in den zu führenden
Interviews geklärt wissen möchten. Daraus wird im Plenum ein Fragenkatalog entwickelt.
Sollten die Interessen und Fragen der Erkundungsteams zu stark voneinander
abweichen, kann im gleichen Seminar auch mit verschiedenen Fragebögen
gearbeitet werden. Diese werden an einigen Berufspraktikern getestet, die als
Gäste ins Seminar kommen. Als Gruppen üben Sie dabei die berufsbezogene
Befragung, die noch nicht den Aspekt des eigenen Berufswunsches oder der
eigenen Neigung umfasst, sondern sich zunächst nur auf das Interviewen selbst
konzentriert.
Phase 2, die Durchführung, bildet den Kern
des Seminars. Sie umfasst sieben bis acht Wochen und besteht aus den
Erkundungen in den Betrieben, die die Arbeitsgruppen selbstständig durchführen,
sowie aus unterstützender und ergänzender Arbeit im Seminarplenum. Wichtigstes
Element des gesamten Seminars sind Ihre Interviews mit Berufstätigen! Sie
stehen im Zentrum der Veranstaltung!
Jede Gruppe
bis zu drei Personen führt mindestens 4 Interviews. Bei größeren Gruppen erhöht
sich die Anzahl der geforderten Interviews pro weiterem Mitglied um ein
Interview. Das heißt: eine vierköpfige Gruppe hat mindestens 5 Interviews zu
führen, eine fünfköpfige 6, eine sechsköpfige 7, usw. Alle Interviews sind zu
protokollieren. Dabei ist nicht nur das Gespräch selbst wiederzugeben, sondern
auch der Arbeitsplatz Ihres jeweiligen Interviewpartners zu beschreiben und Ihr
Eindruck von der vorgefundenen Arbeitsatmosphäre festzuhalten. Diese Aufgaben
erledigen Sie während der zweistündigen Übung, deren Termine Sie jeweils als
Gruppe frei vereinbaren.
In Ihrer
Erkundungsgruppe verteilen Sie Aufgaben: wer nimmt Kontakt zu den gewünschten
Gesprächspartnern auf, wer geht in welche Betriebe, wer führt welches
Interview, wer führt jeweils Protokoll? Zu den vereinbarten Übungszeiten
innerhalb der Phase 2 setzen Sie regelmäßig und unter aktiver Beteiligung Ihres
Tutors an der Erkundungsarbeit die Recherche fort und vereinbaren selbstständig
Interviewtermine. Dabei nutzen Sie neben anderen Recherchequellen auch die
Materialsammlung der ABK-Bibliothek.
Im
Einzelfall soll Ihnen die Teilnahme an Interviews anderer Gruppen oder auch
anderer Seminare ermöglicht werden. Die Koordination hierfür obliegt den
Tutoren, die während des Semesters regelmäßige Sprechstunden anbieten.
In den wöchentlichen
Seminarsitzungen/zwei Blockterminen der Phase 2 wird von erfolgreichen oder
erfolglosen Kontakten und Gesprächen berichtet, werden Fragen beantwortet und
Probleme gelöst und wird über neue Interviewpartner entschieden, wenn die
Wunschkandidaten nicht zur Verfügung standen oder das Interesse der Gruppe sich
verschoben hat. Alle Gruppen berichten vom jeweiligen Stand ihrer Arbeit. Bis
zum Ende der zweiten Phase, also bis zur elften Sitzung/zum dritten Block, stellen
Sie Ihre Berichte über die Gruppenarbeit fertig, die Sie in Phase 3
präsentieren müssen.
In den
Seminarsitzungen der Phase 2 werden
- geführte Interviews und vorliegende Interviewprotokolle besprochen;
- von den Gruppen weitere Interviewkandidaten recherchiert sowie Termine geplant und vorbereitet;
- die Präsentationstermine für Phase 3 festgelegt.
In den
Seminarsitzungen der Phase 2 können (zum Beispiel)
-
Kurzvorträge zu Aspekten des Berufsfelds vorgesehen werden;
- weitere Gäste als Gesprächspartner und Informationsquellen zum Berufsfeld des Seminars oder einem anderen Feld eingeladen werden;
- Referate (über ein Unternehmen/eine Person aus dem Berufsfeld oder Fachbegriffe der Branche oder hilfreiche Bücher oder, oder, oder) gehalten werden;
- Betriebsführungen oder Messebesuche während der Seminarzeit organisiert werden;
- berufsfeldspezifische Übungsaufgaben (z.B. Schreibaufgaben, Projektübungen) vorbereitet und durchgeführt werden;
- die spezifischen Anforderungen der jeweiligen Branche/des Berufsfelds an Praktikums- und Stellenbewerbungen untersucht werden;
- abhängig von Ihren Interessen Fragen nach Ihrem Selbstverständnis als SLM-Studierende, nach Zukunftsaussichten und –ängsten sowie Ihr auf diesem Weg bereits erzielter Lernfortschritt diskutiert werden, also z.B. die Frage, was das Studium „bringen“ soll, was der ABK-Bereich, und wo Sie sich in drei oder fünf Jahren sehen.
Die
genannten Punkte sind optional. Die Ausgestaltung Ihres Seminars hängt von
Ihren Interessen und Ihrem Engagement ab und kann von Seminar zu Seminar
wechseln.
Phase 3, die Nachbereitung der Erkundungen,
erstreckt sich über drei Termine/den vierten Block. Schwerpunkte sind die
Diskussion und Bilanzierung der Erkundungserfahrungen. Als Gruppe präsentieren
Sie Ihren Bericht im Plenum. Die Präsentation soll keine Nacherzählung der (zum
Teil bereits in Phase 2 besprochenen) Interviews sein, sondern soll die
geführten Gespräche unter einigen wichtigen Aspekten vergleichen und auswerten.
Hierfür ist es erforderlich, dass Sie als Gruppe in Phase 2 regelmäßig und
gemeinsam mit dem Tutor Zwischenbilanz über Ihre Gruppenarbeit ziehen und
besprechen, welche Interviews noch fehlen, um ein möglichst komplettes Bild des
Berufszweigs zu bekommen, das dann als Ergebnis präsentiert werden kann.
Die
Auswertung im Seminar versucht die Frage zu beantworten, welche Auswirkungen
die Erkundungen vor Ort auf Ihre eigenen Berufswünsche hatten. Sie diskutieren
miteinander die Vorstellungen, die sie von bestimmten Berufen hatten, den dann
vorgefundenen Berufsalltag, die Berufsanforderungen, das Image der erkundeten
Berufe und die Einstiegswege. Am Ziel steht die Frage, inwieweit Sie
tatsächlich konkrete Einblicke in den Arbeitsalltag der erkundeten Berufe
gewonnen haben. Die Antwort darauf hängt allein von Ihrer Mitarbeit in Seminar
und Übung ab. Es wird dringend geraten: Nutzen Sie diese Chance!
Die letzte
Seminarsitzung/die letzte Stunde des vierten Blocks dient dazu, gemeinsam
Bilanz zu ziehen und nach den Erfahrungen der Gruppen ein Berufsbild zu
entwerfen: Welche Hard und Soft Skills braucht man in diesem Berufsfeld, welche
Anforderungen werden gestellt, welche Praktikums- und Einstiegsmöglichkeiten
gibt es? Und schließlich: Haben Sie Praktikumswünsche oder -pläne entwickelt?
Prüfung: Der Bericht über die Aktivitäten
Ihrer Gruppe bildet die Modulprüfungsleistung.
Er wird während der Phase 2 des Seminars verfasst und während der Phase 3 zur
endgültigen Abgabe korrigiert. Er ist bis zum Ende der letzten Vorlesungswoche in
seiner endgültigen Version einzureichen. Die Teilleistungen der einzelnen Gruppenmitglieder
bzw. Ihre jeweiligen Anteile an dem Bericht sind kenntlich zu machen.
Der Bericht
gliedert sich wie folgt:
Die
Berichte dienen den übrigen Seminarteilnehmern sowie den Studierenden, die in
Parallelseminaren andere Berufsfelder erkunden, als Grundlage für die
Selbsteinschätzung bei Überlegungen wie: Interessiert mich das Berufsfeld bzw.
der Beruf? Möchte ich ihn später ausüben oder ein Praktikum in dem Bereich
absolvieren? Was müsste ich für den Beruf noch lernen? Die Darstellung des
Berufsalltags in den Berichten muss solche Fragen beantworten können. Das
bedeutet, der Bericht muss möglichst genau, anschaulich und mit Beispielen
versehen sein. Die Seminarleitung begutachtet die Berichte und kann Nachbesserungen
fordern. Noten werden nicht vergeben.
Leistungspunkte: Die Vergabe von Leistungspunkten für Seminar und Übung kann nur erfolgen, wenn Sie regelmäßig daran teilnehmen und sich aktiv an der Gruppenarbeit beteiligen, alle von der Seminarleitung geforderten Studienleistungen und begleitenden Aufgaben zufriedenstellend erfüllen, Ihre Teilleistungen sowohl bei den Interviews als auch im Bericht erkennbar sind und der Bericht insgesamt die Anforderungen an Form und Inhalt in vollem Umfang erfüllt.