

Schauen Sie auch auf sich: Was macht Ihnen Freude, was fällt Ihnen leicht, was schwer, was können Sie, was wollen Sie? Natürlich ist es wichtig zu wissen, was es für Möglichkeiten gibt und was andere gemacht haben. Aber genauso wichtig ist es, zu klären, was ich selbst eigentlich kann und will. Dabei sollte man versuchen, sich von den vielleicht starren Berufsbildern zu lösen, die man zunächst im Kopf hat. Manche Workshops des Career Centers oder an der Uni helfen Ihnen dabei. Teilweise geht es dort ausschließlich um das Herausfinden der eigenen Interessen, Stärken und Schwächen, teilweise ist dieser Schritt in einen umfassenderen Prozess der Berufsplanung integriert.
Autoren wie Richard Nelson Bolles oder Uta Glaubitz haben Literatur zum Thema verfasst. Einige Texte oder Anregungen zum Thema gibt es auch im Internet.
Sie können das Thema "Was will ich, was kann ich?" zuerst einmal alleine angehen, indem Sie sich selber Fragen stellen. Nehmen Sie sich Zeit und beantworten Sie die Fragen schriftlich. Heben Sie die Antworten in Ihrem Sammelordner auf und wiederholen Sie das Nachdenken von Zeit zu Zeit. So kriegen Sie ein klareres Bild. Filtern Sie die Gemeinsamkeiten Ihrer Antworten heraus und erkennen Sie Ihre Prioritäten. Dann sollten Sie recherchieren, in welchen Berufen Sie Ihre Vorlieben ausprobieren können und dort Praktika machen und Ihre Vorstellungen an der Wirklichkeit testen.
Wie soll mein Leben in 2, 5 oder 10 Jahren aussehen?
Lassen
Sie Ihrer Fantasie freien Lauf: Stellen Sie sich vor, Sie halten auf
der AbsolventInnenfeier Ihres ehemaligen Fachbereiches eine Rede als
ehemalige Absolventin.
Wie ist Ihr Berufseinstieg gelaufen?
Wo stehen
Sie jetzt, 2 oder 5 Jahre später?
Verfassen Sie jetzt schon den
Lebenslauf, den Sie mit 35 schreiben werden, erfinden Sie sich Stellen,
Auslandsaufenthalte, Auszeichnungen oder Veröffentlichungen. Seien Sie
gleichzeitig kreativ und so konkret wie möglich.
Was würden Sie tun, wenn Sie nicht scheitern könnten?
Eine
beliebte Frage, um erst einmal ohne "Schere im Kopf" den eigenen
Vorstellungen auf die Spur zu kommen. Vielleicht finden Sie ja im
zweiten Schritt ähnliche Möglichkeiten. Vielleicht können Sie das Risiko
des Scheiterns gezielt verkleinern oder Sie bemerken, dass das
Scheitern doch nicht so wahrscheinlich oder schrecklich wäre, und
versuchen, Ihr Ziel zu erreichen.
Wenn ich mir den optimalen Beruf erfinden könnte...
Dann
würde ich welche Tätigkeiten ausüben?
Mit welchen Themen zu tun haben?
Mit anderen im Team oder allein?
Was für Arbeitszeiten
haben?
Was wäre mir dabei noch alles wichtig?
Sie können auch von der
anderen Seite her eingrenzen:
Was will ich auf gar keinen Fall? Welche
Menschen beeindrucken mich durch ihre Lebensläufe?
Wäre ich gerne
Albert Schweitzer oder Angela Merkel? Warum?
Was würde ich gerne
ähnlich, was anders machen?
Oder wäre ich gerne meine Nachbarin, die
lange im Ausland gelebt hat, oder der Besitzer des Comicladens um die
Ecke?
Zum einen kommen Sie mit dieser Frage Ihren Ideen auf die Spur,
zum anderen können Sie auch, wenn Sie die Lebensläufe Ihrer Vorbilder
genauer recherchieren, Anregungen für Ihre eigene Berufsplanung
erhalten.
Welche Stellenausschreibungen gefallen mir?
Stöbern Sie in den Stellenmärkten einschlägiger Zeitungen, in Internetstellenbörsen
oder im oben bereits erwähnten Arbeitsmarktheft. Wenn Sie einen
halbwegs spannenden Job finden, analysieren Sie:
Was genau gefällt mir
an dieser Stelle?
Welche Inhalte, welche Rahmenbedingungen?
Achten Sie auf das Anforderungsprofil und vergleichen Sie es mit
Ihren Einschätzungen von sich selbst. Das heißt nicht, dass Sie sich auf
diese konkrete Stelle festlegen müssen, Sie erhalten so aber wieder
Kriterien, aus denen Sie sich die Traumstelle zusammenpuzzeln können und
genauer erkennen können, was Sie wollen.
Was mache ich gerne? Was mache ich gut?
Erinnern
Sie sich an Situationen, die Ihnen Freude gemacht haben, in denen Sie
stolz auf sich waren, in denen andere Sie gelobt haben. Das muss nicht
nur auf Jobs oder Praktika bezogen sein. Hat es Ihnen Spaß gemacht, Ihre
letzte Urlaubsreise selbst zu organisieren? Was genau gefällt Ihnen
daran? Dass Sie Ihre Fremdsprachenkenntnisse einsetzen konnten oder dass
Sie im Vorfeld viele Informationen gesammelt haben? Oder...?
Versuchen
Sie dann, Ihre wichtigsten Vorlieben und Stärken unter einen Hut zu
bringen. Wenn es zu viele sind, "filtern" Sie sie mit den Fragen: Was
will ich mindestens? Was wäre optimal? Sprechen Sie auch mit Freunden
und Bekannten. Wo könnten Sie eine entsprechende Tätigkeit finden oder
anbinden? Tasten Sie sich heran, sprechen Sie mit Menschen, die in
ähnlichen Bereichen arbeiten. Mehr Tipps dazu gibt es in diesem
Leitfaden unter "Recherchieren".
Beratung und Coaching
Ob man
noch unsicher ist, ob und wie sich der eigene Berufswunsch realisieren
lässt, oder ob man ganz konkrete Fragen hat: Persönliche Beratung kann
weiterhelfen.
Career Center der Universität Hamburg:
Beratungsangebote
Informationen zum
Team Akademische Berufe der Agentur für Arbeit Hamburg:
Das jeweils aktuelle
Programm
des Teams Akademische Berufe der Agentur für Arbeit Hamburg gibt es als
PDF zum Download. Man kann es auch per Mail oder Telefon bestellen:
Annedore.Broeker@arbeits-agentur.de oder
Hamburg.Mitte-971-Akademiker@arbeitsagentur.de oder +49 40/2485 2370
Veranstaltungssuche der Agentur für Arbeit
Eine weitere Möglichkeit sind selbstständige Coaches, die man dann natürlich selbst bezahlen muss.
SelbsttestsAußerdem
gibt es Selbsttests, bei denen Sie Fragen beantworten können, um Ihnen
dann ein individuelles Profil zu erstellen. In diesen Tests werden
Fähigkeiten und Vorstellungen abgefragt und daraufhin ein Profil mit
passenden Berufsfeldern erstellt. Allerdings sollte man das Testergebnis
nicht als absolute Wahrheit auffassen, sondern nur als Hinweis. Auf
jeden Fall noch einmal mit anderen besprechen. Mindestens genauso
interessant wie das Ergebnis sind auch die Ideen und Einsichten, die man
bekommt, wenn man die Fragen dieser Tests beantwortet; oft wird einem
dadurch schon vieles klarer.
Verschiedene Institute bieten diesen Dienst online an. Einige dieser Berufswahltests sind über das Internet zugänglich.
Stiftung Warentest FINANZtest hat im November 2004 zehn Online-Tests zur Selbsteinschätzung/Berufsorientierung untersucht und bewertet.




