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Übersetzer übersetzen die geschriebenen Texte aus einer Sprache in eine andere. Dolmetscher übertragen das Gesprochene aus einer Sprache in eine andere, d.h., das Ganze findet ausschließlich mündlich statt.
Fremdsprachenkorrespondent ist die niedrigste Stufe der Übersetzerberufe.
Fremdsprachenkorrespondenten/innen bearbeiten kaufmännische Sachverhalte
in den Betrieben, die wirtschaftliche Beziehungen zu ausländischen
Geschäftspartnern haben. Sie werden meistens in Handels- und
Produktionsunternehmen in Vertriebs- oder Exportabteilungen oder in
Dienstleistungsunternehmen eingesetzt.
Fremdsprachenkorrespondenten/innen haben folgende Aufgaben: Sie führen
Telefongespräche in einer Fremdsprache, betreuen ausländische Gäste,
führen fremdsprachige Handelskorrespondenz nach vorgegebenen Stichworten
und Entwürfen, übernehmen einfache Dolmetschertätigkeiten bei
Geschäftsverhandlungen, Besprechungen und an Messeständen sowie
sachbearbeitende Tätigkeiten, die kaufmännische Kenntnisse erfordern.
Sie
werden an den Berufsfachschulen ausgebildet. Daneben besteht die
Möglichkeit, diesen Abschluss als Zusatzqualifikation zu erwerben, indem
man die entsprechende Fortbildungsprüfung vor einer Industrie- und
Handelskammer ablegt. Ausgebildet wird meist in mindestens zwei
Fremdsprachen.
Fremdsprachenkenntnisse
Bereits
während der Ausbildung lernen die künftigen Dolmetscher/innen und
Übersetzer/innen mindestens zwei Fremdsprachen. Die erste Fremdsprache
ist meistens Englisch oder Französisch, da sie in Europa zu den
gefragtesten Sprachen auf dem Übersetzermarkt gehören.
Im
Normalfall wird in die Muttersprache übersetzt/gedolmetscht.
Muttersprache wird auch die A-Sprache genannt. Die erste Fremdsprache
ist die B-Sprache. Diese Sprache muss fast auf dem gleichen Niveau wie
die Muttersprache beherrscht werden. Es wird nämlich vorausgesetzt, dass
die Dolmetscher/innen bzw. Übersetzer/innen aus der und in die Sprache
übersetzen. Eine C-Sprache ist eine zweite Fremdsprache, die passiv fast
wie die A-Sprache beherrscht wird. Es wird nur aus der Sprache
übersetzt/gedolmetscht. Professionelle DolmetscherInnen/ÜbersetzerInnen
beherrschen normalerweise mehrere C-Sprachen.
Übersetzerische Kompetenz
Dazu
gehört auch die Kenntnis der Übersetzungstheorien und Methoden. Die
übersetzerische Kompetenz wird während des entsprechenden Studiums
erworben.
Mindestens ein Fachgebiet
Zusätzlich
spezialisieren sich die Dolmetscher/innen/Übersetzer/innen in einem
oder mehreren Fachgebieten wie Wirtschaft, Technik, Recht oder
Naturwissenschaften.
Interkulturelle Kompetenz
Diese
setzt die Kenntnis der gesellschaftlichen Verhältnisse, politischen
Strukturen, Konventionen und Verhaltensweisen in den jeweiligen Ländern
voraus. Wichtig ist auch die Fähigkeit, diese Kenntnis auf die Sprache
zu übertragen und die jeweils typischen Kommunikationsmuster und
-techniken zu beherrschen.
Technische Kompetenz
Über
die guten PC-Kenntnisse und die Beherrschung der Internetrecherche
hinaus ist es heutzutage absolut notwendig für Dolmetscher/innen und
Übersetzer/innen, mit den gesamten für diesen Beruf relevanten
Programmen, Software, Tools usw. vertraut zu sein.
Softskills
Flexibilität,
Kommunikationsfähigkeit, Mobilität, Bereitschaft zum lebenslangen
Lernen, Bereitschaft zur Erschließung neuer Berufsfelder, Fähigkeit zur
interkulturellen Beratung, Teamfähigkeit, Perfektion (bei Übersetzern),
besondere psychische und körperliche Belastbarkeit (für Dolmetscher),
Kritik und Lernfähigkeit
Für den Job eignen sich vor allem:
Wer eine spezielle
Übersetzer- oder Dolmetscherschule besucht, erwirbt ein internes Diplom.
Prüfungen werden aber auch von staatlichen Kommissionen oder der
Industrie- und Handelskammer abgenommen. Die Abschlussbezeichnung lautet
dann: Übersetzer und/oder Dolmetscher, staatlich geprüft oder staatlich
anerkannt.
Die Handelskammer in Hamburg
bietet leider keine Dolmetscher/Übersetzer-Prüfung mehr an. Es gibt nur
noch die Fremdsprachenkorrespondent-Prüfung. Es lohnt sich aber, bei den
Handelskammern anderer Städte nachzufragen, denn die
Dolmetscher/Übersetzer-Prüfungen finden oft mangels Nachfrage sehr
unregelmäßig statt. Homepage Industrie- und Handelskammer Deutschland
Die Beeidigungs-, Vereidigungs- und Ermächtigungsverfahren sind in den 16 Bundesländern der BRD jeweils unterschiedlich geregelt. Zuständig für die Allgemeinbeeidigungen, -vereidigungen und/oder Ermächtigungen sind die betreffenden Oberlandes- und Landesgerichte der einzelnen Bundesländer bzw. Stadtstaaten.
Mit der Einführung
der Bachelor- und Master-Studiengänge werden in den kommenden Jahren
zunehmend Weiterbildungsmöglichkeiten im Master-Bereich an den
Hochschulen entstehen. Auch private Anbieter haben viele Kurse in ihrem
Programm, um Kenntnisse zu vertiefen oder neue zu erwerben.
Die
entsprechenden Seminare werden regelmäßig von den
Dolmetscher/Übersetzer-Verbänden organisiert, z.B. von ADÜ. Das sind
Seminare zu den Themen, die von besonderem Interesse für
Dolmetscher/Übersetzer sein können, wie Steuer, Kostenkalkulation,
Marketing, elektronische Hilfsmittel usw.
Berufsverbände:
Wissenschaftliche Organisationen:
In der EU wird alles in die 23 EU-Sprachen übersetzt, weshalb eine
ganze Armee von Dolmetscher/innen gebraucht wird. Daher verfügen das
Europäische Parlament, die Kommission und der Rat über ihre eigenen
Dolmetscher/innen.
Trotzdem ist es nicht leicht, eine Stelle als
EU-Dolmetscher zu bekommen. Die Bewerbung erfolgt in einem öffentlichen
Auswahlverfahren, dem Concours mit rund 3000 Interessenten auf knapp 300
zu besetzende Stellen. Man braucht Kenntnisse im Bereich Soziologie,
Wirtschaft und Politik, um als EU-Dolmetscher/in zu arbeiten. Man muss
genau und vor allem schnell arbeiten. EU-Dolmetscher/innen können oft
drei bis vier EU-Sprachen sprechen. Gedolmetscht wird immer in die
Muttersprache. Die Arbeit verlangt immer volle Konzentration, weshalb
sich die DolmetscherInnen etwa alle fünfzehn Minuten abwechseln.
Auf der folgenden Seite sind die Voraussetzungen aufgeführt:
Dolmetscher/in beim Europäischen Parlament:
Ein interessanter Artikel der AIIC zum Thema Dolmetschen in der EU: aiic.net
Wer freiberuflich mit einer "exotischen" Sprache arbeitet (wie Afrikaans oder Vietnamesisch) hat weniger Konkurrenten und kann meistens bessere Preise erzielen. Für eine feste Anstellung kann eine exotische Sprache schon wieder ein Nachteil sein, denn da gibt es nur wenige Stellen.
Aufgrund der fortschreitenden Globalisierung und Internationalisierung des Weltmarktes werden die qualifizierten Dolmetscher/innen und Übersetzer/innen immer gebraucht. Die Umfragen von Berufsverbänden zeigen, dass die Berufsaussichten gut sind. Hier sind einige Zahlen [Quelle: Handbuch Translation]:
Andererseits gibt es gewisse Schwierigkeiten auf dem Dolmetscher/Übersetzer-Markt: Er zeigt nämlich eine Tendenz zur Selbstständigkeit. Viele Unternehmen kürzen aus Kostengründen die Dolmetscher/Übersetzer-Stellen und ziehen es vor, die Übersetzungsarbeit nach Bedarf per Auftrag erledigen zu lassen. Dank Internet ist die Auftragsbearbeitung heutzutage auch online möglich, was den Auftraggebern die Suche nach billigen Auftragnehmern weltweit ermöglicht. Folglich bieten viele Auftraggeber kaum noch angemessene Verdienstchancen.
Ein/e etablierte/r Dolmetscher/in kann pro Tag bis zu 1000 Euro verdienen. Übersetzer/innen gelten als weniger begünstigt. Für eine Zeile mit 55 Anschlägen ist im Schnitt ein Euro Honorar zu erzielen. Was die literarischen Übersetzer angeht, können nur ganz wenige vom Honorar leben. Selbst diejenigen, die Aufträge haben, verdienen selten mehr als 1000 Euro im Monat.
Beispiele persönlicher Erfahrungen einiger DolmetscherInnen: aiic.de
Beispiel einer Fachakademieordnung Fremdsprachenberufe: juris.de








