Das universitäre Fach Religionswissenschaft ist eine kulturwissenschaftliche Disziplin, die sich eine Vielzahl von methodischen Zugängen aus dem Bereich des empirischen und historischen Forschens zu eigen macht.
Gegenstand des Fachs sind die religiösen Handlungen, religiösen Lebensvollzüge und die religiöse Kommunikation der Menschen und die sich daraus ergebenden Dokumente, die sozialen Bezüge und historischen Erscheinungsformen. Riten, religiöse Organisationen. Historische Prozesse und Veränderungen, die Begegnung von Religionen sowie Neubildungen werden hier beobachtet. Begriffe wie Fundamentalismus oder Synkretismus sind Gegenstand der Reflexion und des Studiums, und Phänomene wie die religiöse Aufladung alltäglicher Lebenswelten im Kontext ihrer Geschichte und auf dem Hintergrund moderner interkultureller Kommunikationszusammenhänge werden hier untersucht. Im Sinne einer praktischen Religionswissenschaft, die alle Lebensäußerungen religiöser Menschen berücksichtigt, ist auch der interreligiöse Dialog Bestandteil des Studiums sowie der wissenschaftlichen Auseinandersetzung. Das Fach Religionswissenschaft ist entsprechend interdisziplinär orientiert.
Studienziel des Bachelorstudiengangs Religionswissenschaft im Hauptfach ist es, methodisches Grundwissen in den Unterdisziplinen der Religionswissenschaft zu vermitteln, in die großen weltreligiösen Traditionen sowie in die Themen der primären Religionsformen und der neuen religiösen Bewegungen (NRB) einschließlich der Stichworte New Age und Esoterik einzuführen und mit religionsphilosophischem Denken vertraut zu machen. Auch werden hier Angebote zur Aneignung von Grundwissen im Bereich Christentum/ev. Theologie vorgehalten. Es geht darum, explizit religiöse Vorgänge sowie religiös aufgeladene Vorgänge der Alltagswelt wahrnehmen und analysieren zu können. Auch der Erwerb von Grundkenntnissen einer religionswissenschaftlich relevanten Sprache ist vorgesehen.
Der Studiengang bietet damit eine Qualifikation für ein großes Feld von Berufsmöglichkeiten mit interreligiöser oder interkultureller Dimension an: Neben der Weiterqualifikation für eine wissenschaftliche Laufbahn sind Tätigkeiten im Bereich interkultureller und interreligiöser Kommunikation, Koordination und Mediation, im Journalismus, in migrations- und integrationsbezogenen Arbeitsfeldern und in der Erwachsenenbildung beispielhaft zu nennen.

