
Die Sammlung erlitt im Krieg substantielle Verluste. Die alten Kataloge gingen rest- los verloren. Nach dem Krieg wurde die Sammlung wieder stark aufgestockt. Darin enthalten ist Material aus den Hamburger Indien- und Angola-Expeditionen, zudem auch die umfangreichen Sammlungen Gomez (1957; Ecuador, 1.700 Stk.), Oelckers (1958; weltweit, 2.400 Stk.) und Zeidler (1962; weltweit, 1.600 Stk.), zudem eine Reihe kleinerer, aber dennoch bedeutender Aufsammlungen und Schenkungen. Seit 1968 wurde der Bestand mehr als verdoppelt. Bemerkenswert ist die große, Europa umfassende Sammlung der Elster (Pica pica) mit ca. 2.000 Exemplaren (Sammlung Kelm) zur Dokumentation der Variation innerhalb der Art. Vom Altonaer Museum konnte seinerzeit eine größere Zahl von Bälgen und Schaupräparaten übernommen werden.
Nach dem Krieg übernahm der bedeutende Deutsche Ornithologe Prof. W. Meise von 1956-1970 die Abteilung. Dr. H. Hoerschelmann war von 1971-1997 Kustos.
Die ornithologische Sammlung dient als Repositorium und ist häufige Anlaufstelle für Totfunde von Vögeln aus Hamburg und dem Umland. Die Funde werden von der Bevölkerung oder Naturschutzorganisationen überbracht. Tropische Vögel kommen aus Tierparks in die Sammlung. Eine aktive Sammeltätigkeit ist derzeit nicht gegeben.
Die Katalogisierung des Sammlungsmaterials auf Karteikarten ist nahezu vollständig. Unter Dr. H. Hoerschelmann wurde mit der Aufnahme in EDV-Datenbanken begonnen. Die Datenbank war zunächst nach eigenen Bedürfnissen konzipiert. Ab 2005 wurde die Datenbank modernisiert. Derzeit sind ca. 4.000 Exemplare in der Datenbank erfasst. Ziel ist die Integration in internationale Metadatenbanken und der Zugang zu ausgewählten Informationen über das Internet.
Die Ornithologische Sammlung beinhaltet derzeit ca. 30.000 Bälge und Schaupräparate von ca. 3.500 Arten, 142 Typen, ca. 4.000 Skelette, 2.000 Alkoholpräparate, ca. 15.000 Eier und 20.000 Federbelege. Das Typenmaterial wurde im Rahmen des GBIF Erfassungsprojektes aufgenommen und erfasst. Am ZMH sind Belegstücke weltweiter Herkunft, ohne ausgeprägten Schwerpunkt. Dazu gehört umfangreiches historisches Material und Teile der ornithologischen Sammlung des Museums Godeffroy aus dem Südpazifik (Fidschi, Samoa). Geographische Schwer- punkte insgesamt sind: Deutschland, Sao Tomé, Ferner Osten Russlands, China, Angola, Ost Afrika, Indien, Pazifik, Peru, Ecuador, Guatemala, Philippinen, Neu Gui- nea, Australien, Bismarck Archipel, Federn von Vögeln der West Paläarktis. Die Tauben- und Kolibrisammlungen zählen zu den bedeutendsten Sammlungsteilen.

