Prof. Dr. Angelika Brandt
In der Arbeitsgruppe Brandt wird der Erforschung von Biodiversitätsmustern
und ihrer Ursachen in verschiedenen marinen Regionen nachgegangen, wobei in
den letzten Jahren besonders die logistisch schwer zugängliche Tiefsee im
Rahmen internationaler Forschungsprojekte in den Fokus gerückt ist und sehr
erfolgreich bearbeitet wird. Das ZMH hat in seiner marinen
Biodiversitätsforschung in der südpolaren Tiefsee (s. ANDEEP Projekt
(ANtarctic benthic DEEP-sea biodiversity: colonisation history and recent
community patterns)) unter den nationalen Forschungsmuseen ein
Alleinstellungsmerkmal. Es arbeitet eng mit dem Deutschen Zentrum für Marine
Biodiversität (DZMB, Senckenberg, ein Standort befindet sich in Hamburg)
zusammen und ist involviert in das DFG-Schwerpunktprogramm
Antarktisforschung, in verschiedene Feldprojekte des Census of Marine Life
(CoML) sowie das Exzellenzcluster CliSAP (Integrated Climate System Analysis
and Prediction).
Forschungsschwerpunkte:
- Systematik, Evolution, Ökologie, Biogeographie von Peracarida (Crustacea,
Malacostraca)
- Vergleichende Untersuchungen der Tiefsee des
geographisch vergleichsweise isolierten Japanischen Beckens sowie der
abyssalen Tiefsee des Kurilen-Kamchatka Bereiches; Untersuchungen zur
Biodiversität des Japanischen Meeres (SoJaBio); Biodiversitätsuntersuchungen
in der Tiefsee des Kurilen Kamchatka Bereiches (KuramBio)
- Beiträge zur Arbeit von CoML, sowie den Projekten CeDAMar (Census of the
Diversity of Abyssal Marine Life) und CAML (Census of the Antarctic Marine
Life)
- Untersuchungen zur Antarktischen Biodiversität auf
verschiedenen räumlichen Skalen: Einfluss von Isolation, geographischer
Entfernung, Tiefe und Produktivität
- Latitudinale Gradienten
in der Biodiversität der abyssalen Tiefsee des Süd-Atlantiks (DIVA-
Expeditionen), Ermittlung von Minimalarealen von Arten, horizontale
Verbreitung von Endemiten.
- Analyse von Mustern in der
Biodiversität der Tiefsee des Südpolarmeeres während der ANDEEP I-III
Expeditionen PDF
- Untersuchungen zum Verständnis der Biodiversität steuernden Prozesse,
SYSTCO (SYSTem COupling) PDF
- Beiträge zum Exzellenzcluster CliSAP, Habitatveränderungen von Nordseeorganismen
- Ursprung und Verbreitung antarktischer Isopoda
Die SoJaBio-Expedition
Die russisch-deutsche Tiefsee-Expedition (Sea of Japan Biodiversity
Studies [SoJaBio]) an Bord des russischen FS Akademik Lavrentyev in das
Japanische Meer hat zum Ziel die Biodiversität des halb geschlossenen und
isolierten, jungen Japanischen Meeres mit hoher Produktivität und sehr
starker anthropogener Beeinflussung zu untersuchen. Die Ergebnisse sollen
dann mit der Biodiversität einer offenen, nicht isolierten Tiefseeregion, der
Kurilen-Kamchatka (KuramBio) Region verglichen werden. Die Expedition
KuramBio mit FS Sonne ist für 2012 beantragt. Die Biodiversitätsdaten dieser
Regionen sollen mit bereits existierenden Daten, welche im Rahmen des CeDAMar-
Projektes mittels standardisiertem Geräteeinsatz erhoben wurden, verglichen
werden. Es sollen die Abundanzen und der Artenreichtum der verschiedenen
Stationen miteinander verglichen und die Hypothese getestet werden, ob die
Abundanzen mit der Enfernung vom Land und der Wassertiefe abnehmen, die
Diversität aber zu. Des Weiteren soll die α-, β-und γ-Diversität von
ausgewählten Taxa bearbeitet werden.