Noch vor Gründung der Universität hält Prof. Dr. Schuchhardt aus Berlin im Rahmen des "Allgemeinen Vorlesungswesens" eine Vorlesungsreihe über "Alteuropa"
1914
Beginn des Ersten Weltkriegs
WS 1914/15
Eine zweite Vorlesungsreihe Schuchhardts entfällt wegen des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs.
1919
Gründung der "Hamburgischen Universität"
SS 1927
Dr. Gustav Schwantes bietet in der "Völkerkunde" die Veranstaltung
"Besichtigungen von Denkmälern und Ausgrabungen" an. Er habilitiert
sich 1928 für Vorgeschichte und bietet in den Folgesemestern als
Privatdozent Veranstaltungen in der Vorgeschichte an.
1929
Dr. Schwantes folgt einem Ruf nach Kiel.
SS 1931
Dr. Bolko Freiherr von Richthofen (1930
habilitiert für Vorgeschichte) tritt Schwantes´ Nachfolge als
Privatdozent für Vorgeschichte an und gibt zusammen mit Walter Hansen
in jedem Semester mehrere Veranstaltungen.
1933
Machtübernahme durch die Nationalsozialisten. Auch Beginn gravierender Umgestaltungen an den deutschen Universitäten.
Dr.
von Richthofen folgt einem Ruf auf das Ordinariat für Vorgeschichte an
der Universität Königsberg (Ostpreußen). Kurz darauf verlässt auch
Hansen die Universität.
WS 1933/34
An der Universität Hamburg werden politisch oder rassisch unerwünschte
Dozenten und Lehrende Opfer von Angriffen nationalsozialistischer
Studierender. Beginn einer Welle von Vertreibungen und Arbeitsverboten,
mehrere politisch nicht genehme Professuren und Mitarbeiterstellen
werden aufgelöst. Die freigemachten Ressourcen werden für politisch
gewollte Fächer verwandt.
SS 1934
Keine Veranstaltungen in der Vorgeschichte
1. April 1934
Einrichtung der ordentlichen Professur für "Vorgeschichte und
germanische Frühgeschichte" an der "Hamburgischen Universität". Für die
Errichtung dieses Ordinariats werden die Ressourcen des zuvor
abgeschafften zweiten Ordinariats für Romanistik verwandt. Der Inhaber
dieser Stelle, Prof. Walther Küchler, war zuvor von der Universität
vertrieben worden.
1934
Besetzung der ordentlichen Professur mit Dr. Walther Matthes, vorher
tätig in Beuthen, Oberschlesien. Gleichzeitig Einrichtung des
"Instituts für Vorgeschichte und germanische Frühgeschichte", es hat
seinen ersten Sitz im Völkerkundemuseum.
WS 1934/35
"Vor- und Frühgeschichte" erscheint in Hamburg erstmals als eigenständiges Fach im
Vorlesungsverzeichnis
1935
Dr. Georg Müller-Kuales wechselt als Wissenschaftlicher Assistent nach Hamburg.
Umbenennung der "Hamburgischen Universität" in "Hansische Universität"
WS 1937/38
Dr. Willi Wegewitz, Direktor des Harburger Helms-Museums, gibt regelmäßig Vorgeschichtskurse.
1939
Kriegseinsatz der Dozenten: Prof. Matthes ist aktiv
als Mitarbeiter im "Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg (ERR), er ist
unter anderem in Frankreich und in der Sowjetunion eingesetzt.
Dr. Georg Müller-Kuales wird zur Wehrmacht eingezogen, im Osten schwer
verwundet und fällt 1945 als Oberleutnant bei den letzten Kämpfen im
Westen.
Dr. Wegewitz hält den Lehrbetrieb aufrecht, ab 1942 de facto alleine.
Er wird noch 1945 zur Wehrmacht eingezogen und gerät kurzzeitig in
Gefangenschaft.
1940er Jahre
Die drei in Hamburg lehrenden Prähistoriker
beteiligen sich an der "Vorgeschichte der deutschen Stämme" von Hans
Reinerth. In drei Sammelbänden mit Beiträgen verschiedener
Germanenforscher wird versucht, die Entwicklung der "germanischen"
Völkerschaften von der Bronze- bis zur Völkerwanderungszeit im Sinne
der Nationalsozialisten ideologisch zu vereinnahmen und umzudeuten.
Prof. Matthes schreibt über "Die Sweben oder Altschwaben", Dr.
Müller-Kuales über "Die Goten" und Dr. Wegewitz über "Die Langobarden
an der Niederelbe".
1945
Umbenennung der "Hansischen Universität" in "Universität Hamburg"
WS 1945/46
Nach der Wiederaufnahme des Lehrbetriebes nach Kriegsende gibt Dr. Wegewitz erneut Lehrveranstaltungen in Vorgeschichte.
Die Universitätsleitung beschließt, das Ordinariat für "Vorgeschichte
und germanische Frühgeschichte" aufzulösen und das 1934 abgeschaffte
Ordinariat für "Romanische Philologie" wieder zu errichten.
Prof. Matthes wird auf Anordnung der alliierten Militärregierung als "Belasteter" entlassen, er klagt gegen diese Entscheidung.
1946
Dr. Hans-Jürgen Eggers, zuvor in Greifswald und Pommern tätig, erhält einen Lehrauftrag für Vorgeschichte.
1949
Dr. Eggers erhält eine außerordentliche Professur.
1951
Prof. Matthes erhält sein Ordinariat zurück, nachdem er von einer
Entnazifizierungskommission als "entlastet" eingestuft wurde und
mehrere Prozesse gegen die Universität gewonnen hat.
WS 1951/52
Das Institut sitzt nun am Bornplatz 2, IV, PA 13.
1956
Dr. Wegewitz wird zum Honorarprofessor ernannt.
1959
Prof. Eggers bringt seine "Einführung in die Vorgeschichte" heraus
WS 1961/62
Das Institut zieht um und sitzt nun Von Melle Park 15, II (Hamburg 13).
SS 1963
Das Institut zieht erneut um und sitzt nun am Von Melle Park 6, X. Stock (Hamburg 13).
1965
Dr. Helmut Ziegert wird Wissenschaftlicher Assistent.
1969
Prof. Matthes wird emeritiert
Habilitation von Dr. Ziegert.
1970
Dr. Otto-Herman Frey übernimmt das Ordinariat
Vor- und Frühgeschichte ist nun nicht mehr Teil der philosophischen
Fakultät sondern des neuen Fachbereiches Kulturgeschichte und
Kulturkunde.
1971
Prof. Eggers wird entpflichtet.
Dr. Wegewitz´ Honorarprofessur endet.
1972
Dr. Helmut Ziegert übernimmt die außerordentliche Professur von Prof. Eggers.
WS 1975/76
Einrichtung eines "Archäologischen Instituts", in dem die
Archäologischen Fächer "Vor- und Frühgeschichte", "Klassische
Archäologie", "Ägyptologie", "Altamerikanistik" und "Altorientalistik"
zusammengefasst sind. Die Vor- und Frühgeschichte bildet die
Arbeitsbereiche I (Urgeschichte des Menschen und Vor- und
Frühgeschichte Afrikas) sowie II (Vor- und Frühgeschichte Europas).
1976
Prof. Frey folgt einem Ruf nach Marburg
1977-1989
Dr. Wolfgang Hübener übernimmt das Ordinariat
1978
Dr. Manfred Eggert wird Wissenschaftlicher Assistent.
Dr. Günter P. Fehring wird zum Honorarprofessor ernannt.
WS 1981/82
Das Institut zieht erneut um und sitzt nun in der Johnsallee 35. Die
fünf archäologischen Fächer sind dort nicht nur organisatorisch sondern
auch räumlich vereint. Ein Modell, dass in der Fachwelt Beachtung
findet und als Vorbild für andere Institute dient.
1983
Habilitation von Dr. Manfred Eggert, der bis 1988 in Hamburg als Privatdozent lehrt.
1986
Habilitation von Dr. Michael Gebühr, der bis heute in Hamburg als Privatdozent lehrt.
1988
Dr. Eggert folgt einem Ruf an die Universität Erlangen-Nürnberg.
1989
Prof. Hübener wird emeritiert.
1989-1997
Dr. Elisabeth Noll wird Wissenschaftliche Assistentin am Archäologischen Institut.
1991
Dr. Renate Rolle übernimmt das Ordinariat.
1992-1999
Dr. Frank Andraschko wird Wissenschaftlicher Assistent für Vor- und
Frühgeschichtliche Archäologie. Er hält bis heute Lehrveranstaltungen
in Hamburg.
1999-2005
Dr. Jörg Orschiedt wird Wissenschaftlicher Assistent für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie.
2000
Prof. Ziegert wird entpflichtet. Die außerordentliche Professur in Ur- und Frühgeschichte ist seitdem unbesetzt.
2004/2005
Im Rahmen massiver Umstrukturierungen der Universität wird der
Fachbereich Kulturgeschichte und Kulturkunde in die neu gegründete
Fakultät für Gesistes-, Kultur- und Sprachwissenschaften eingegliedert
und hat seitdem den Status als Department. Im Zuge der damit
verbundenen universitätsweiten Kürzungs-maßnahmen werden die Fächer
Ägyptologie und Mesoamerikanistik (vormals Altamerikanistik)
eingestellt. Es verbleiben lediglich die Vor- und Frühgeschichtliche
und die Klassische Archäologie als archäologische Fächer in Hamburg.
2006
Habilitation von Dr. Jörg Orschiedt, der seitdem als Privatdozent in Hamburg lehrt.
Dr. Haio Zimmermann wird zum Honorarprofessor ernannt.
Das Institut zieht erneut um und sitzt nun im Westflügel des Hauptgebäudes, Edmund-Siemers-Allee 1.
Prof. Rolle wird emeritiert.
Umwandlung der bisherigen Wissenschaftlichen Assistentenstelle in eine Juniorprofessur.
Erste Juniorprofessorin für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie wird Dr. Britta Ramminger.
2006/2007
Die Vor- und Frühgeschichte in Hamburg erlebt eine ihrer schwersten
Krisen seit der Nachkriegszeit. Aufgrund einer allgemeinen
Unterfinanzierung der Universität ruht die Wiederausschreibung der
ordentlichen Professur.
WS 2007/08
Einführung des Bachelor-Studienganges.
© A. Homann