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Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie



Inhalt:

Geschichte

Eckdaten zur Vor- und Frühgeschichtlichen Archäologie an der Hamburger Universität

Stand: Wintersemester 2010/2011

WS 1913/14

Noch vor Gründung der Universität hält Prof. Dr. Schuchhardt aus Berlin im Rahmen des "Allgemeinen Vorlesungswesens" eine Vorlesungsreihe über "Alteuropa"

1914
Beginn des Ersten Weltkriegs

WS 1914/15
Eine zweite Vorlesungsreihe Schuchhardts entfällt wegen des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs.

1919
Gründung der "Hamburgischen Universität"

SS 1927
Dr. Gustav Schwantes bietet in der "Völkerkunde" die Veranstaltung "Besichtigungen von Denkmälern und Ausgrabungen" an. Er habilitiert sich 1928 für Vorgeschichte und bietet in den Folgesemestern als Privatdozent Veranstaltungen in der Vorgeschichte an.

1929
Dr. Schwantes folgt einem Ruf nach Kiel.

SS 1931
Dr. Bolko Freiherr von Richthofen (1930 habilitiert für Vorgeschichte) tritt Schwantes´ Nachfolge als Privatdozent für Vorgeschichte an und gibt zusammen mit Walter Hansen in jedem Semester mehrere Veranstaltungen.

1933
Machtübernahme durch die Nationalsozialisten. Auch Beginn gravierender Umgestaltungen an den deutschen Universitäten.
Dr. von Richthofen folgt einem Ruf auf das Ordinariat für Vorgeschichte an der Universität Königsberg (Ostpreußen). Kurz darauf verlässt auch Hansen die Universität.

WS 1933/34
An der Universität Hamburg werden politisch oder rassisch unerwünschte Dozenten und Lehrende Opfer von Angriffen nationalsozialistischer Studierender. Beginn einer Welle von Vertreibungen und Arbeitsverboten, mehrere politisch nicht genehme Professuren und Mitarbeiterstellen werden aufgelöst. Die freigemachten Ressourcen werden für politisch gewollte Fächer verwandt.

SS 1934
Keine Veranstaltungen in der Vorgeschichte

1. April 1934
Einrichtung der ordentlichen Professur für "Vorgeschichte und germanische Frühgeschichte" an der "Hamburgischen Universität". Für die Errichtung dieses Ordinariats werden die Ressourcen des zuvor abgeschafften zweiten Ordinariats für Romanistik verwandt. Der Inhaber dieser Stelle, Prof. Walther Küchler, war zuvor von der Universität vertrieben worden.

1934
Besetzung der ordentlichen Professur mit Dr. Walther Matthes, vorher tätig in Beuthen, Oberschlesien. Gleichzeitig Einrichtung des "Instituts für Vorgeschichte und germanische Frühgeschichte", es hat seinen ersten Sitz im Völkerkundemuseum.

WS 1934/35
"Vor- und Frühgeschichte" erscheint in Hamburg erstmals als eigenständiges Fach im Vorlesungsverzeichnis

1935
Dr. Georg Müller-Kuales wechselt als Wissenschaftlicher Assistent nach Hamburg.
Umbenennung der "Hamburgischen Universität" in "Hansische Universität"

WS 1937/38
Dr. Willi Wegewitz, Direktor des Harburger Helms-Museums, gibt regelmäßig Vorgeschichtskurse.

1939
Kriegseinsatz der Dozenten: Prof. Matthes ist aktiv als Mitarbeiter im "Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg (ERR), er ist unter anderem in Frankreich und in der Sowjetunion eingesetzt.
Dr. Georg Müller-Kuales wird zur Wehrmacht eingezogen, im Osten schwer verwundet und fällt 1945 als Oberleutnant bei den letzten Kämpfen im Westen.
Dr. Wegewitz hält den Lehrbetrieb aufrecht, ab 1942 de facto alleine. Er wird noch 1945 zur Wehrmacht eingezogen und gerät kurzzeitig in Gefangenschaft.

1940er Jahre
Die drei in Hamburg lehrenden Prähistoriker beteiligen sich an der "Vorgeschichte der deutschen Stämme" von Hans Reinerth. In drei Sammelbänden mit Beiträgen verschiedener Germanenforscher wird versucht, die Entwicklung der "germanischen" Völkerschaften von der Bronze- bis zur Völkerwanderungszeit im Sinne der Nationalsozialisten ideologisch zu vereinnahmen und umzudeuten.
Prof. Matthes schreibt über "Die Sweben oder Altschwaben", Dr. Müller-Kuales über "Die Goten" und Dr. Wegewitz über "Die Langobarden an der Niederelbe".

1945
Umbenennung der "Hansischen Universität" in "Universität Hamburg"

WS 1945/46
Nach der Wiederaufnahme des Lehrbetriebes nach Kriegsende gibt Dr. Wegewitz erneut Lehrveranstaltungen in Vorgeschichte.
Die Universitätsleitung beschließt, das Ordinariat für "Vorgeschichte und germanische Frühgeschichte" aufzulösen und das 1934 abgeschaffte Ordinariat für "Romanische Philologie" wieder zu errichten.
Prof. Matthes wird auf Anordnung der alliierten Militärregierung als "Belasteter" entlassen, er klagt gegen diese Entscheidung.

1946
Dr. Hans-Jürgen Eggers, zuvor in Greifswald und Pommern tätig, erhält einen Lehrauftrag für Vorgeschichte.

1949
Dr. Eggers erhält eine außerordentliche Professur.

1951
Prof. Matthes erhält sein Ordinariat zurück, nachdem er von einer Entnazifizierungskommission als "entlastet" eingestuft wurde und mehrere Prozesse gegen die Universität gewonnen hat.

WS 1951/52
Das Institut sitzt nun am Bornplatz 2, IV, PA 13.

1956
Dr. Wegewitz wird zum Honorarprofessor ernannt.

1959
Prof. Eggers bringt seine "Einführung in die Vorgeschichte" heraus

WS 1961/62
Das Institut zieht um und sitzt nun Von Melle Park 15, II (Hamburg 13).

SS 1963
Das Institut zieht erneut um und sitzt nun am Von Melle Park 6, X. Stock (Hamburg 13).

1965
Dr. Helmut Ziegert wird Wissenschaftlicher Assistent.

1969
Prof. Matthes wird emeritiert
Habilitation von Dr. Ziegert.

1970
Dr. Otto-Herman Frey übernimmt das Ordinariat
Vor- und Frühgeschichte ist nun nicht mehr Teil der philosophischen Fakultät sondern des neuen Fachbereiches Kulturgeschichte und Kulturkunde.

1971
Prof. Eggers wird entpflichtet.
Dr. Wegewitz´ Honorarprofessur endet.

1972
Dr. Helmut Ziegert übernimmt die außerordentliche Professur von Prof. Eggers.

WS 1975/76
Einrichtung eines "Archäologischen Instituts", in dem die Archäologischen Fächer "Vor- und Frühgeschichte", "Klassische Archäologie", "Ägyptologie", "Altamerikanistik" und "Altorientalistik" zusammengefasst sind. Die Vor- und Frühgeschichte bildet die Arbeitsbereiche I (Urgeschichte des Menschen und Vor- und Frühgeschichte Afrikas) sowie II (Vor- und Frühgeschichte Europas).

1976
Prof. Frey folgt einem Ruf nach Marburg

1977-1989
Dr. Wolfgang Hübener übernimmt das Ordinariat

1978
Dr. Manfred Eggert wird Wissenschaftlicher Assistent.
Dr. Günter P. Fehring wird zum Honorarprofessor ernannt.

WS 1981/82
Das Institut zieht erneut um und sitzt nun in der Johnsallee 35. Die fünf archäologischen Fächer sind dort nicht nur organisatorisch sondern auch räumlich vereint. Ein Modell, dass in der Fachwelt Beachtung findet und als Vorbild für andere Institute dient.

1983
Habilitation von Dr. Manfred Eggert, der bis 1988 in Hamburg als Privatdozent lehrt.

1986
Habilitation von Dr. Michael Gebühr, der bis heute in Hamburg als Privatdozent lehrt.

1988
Dr. Eggert folgt einem Ruf an die Universität Erlangen-Nürnberg.

1989
Prof. Hübener wird emeritiert.

1989-1997
Dr. Elisabeth Noll wird Wissenschaftliche Assistentin am Archäologischen Institut.

1991
Dr. Renate Rolle übernimmt das Ordinariat.

1992-1999
Dr. Frank Andraschko wird Wissenschaftlicher Assistent für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie. Er hält bis heute Lehrveranstaltungen in Hamburg.

1999-2005
Dr. Jörg Orschiedt wird Wissenschaftlicher Assistent für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie.

2000
Prof. Ziegert wird entpflichtet. Die außerordentliche Professur in Ur- und Frühgeschichte ist seitdem unbesetzt.

2001
Dr. Siegfried Fröhlich wird zum Honorarprofessor ernannt.

2004/2005
Im Rahmen massiver Umstrukturierungen der Universität wird der Fachbereich Kulturgeschichte und Kulturkunde in die neu gegründete Fakultät für Gesistes-, Kultur- und Sprachwissenschaften eingegliedert und hat seitdem den Status als Department. Im Zuge der damit verbundenen universitätsweiten Kürzungs-maßnahmen werden die Fächer Ägyptologie und Mesoamerikanistik (vormals Altamerikanistik) eingestellt. Es verbleiben lediglich die Vor- und Frühgeschichtliche und die Klassische Archäologie als archäologische Fächer in Hamburg.

2006
Habilitation von Dr. Jörg Orschiedt, der seitdem als Privatdozent in Hamburg lehrt.
Dr. Haio Zimmermann wird zum Honorarprofessor ernannt.
Das Institut zieht erneut um und sitzt nun im Westflügel des Hauptgebäudes, Edmund-Siemers-Allee 1.
Prof. Rolle wird emeritiert.
Umwandlung der bisherigen Wissenschaftlichen Assistentenstelle in eine Juniorprofessur.
Erste Juniorprofessorin für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie wird Dr. Britta Ramminger.

2006/2007
Die Vor- und Frühgeschichte in Hamburg erlebt eine ihrer schwersten Krisen seit der Nachkriegszeit. Aufgrund einer allgemeinen Unterfinanzierung der Universität ruht die Wiederausschreibung der ordentlichen Professur.

WS 2007/08
Einführung des Bachelor-Studienganges.

2008/09
Dr. Ulf Ickerodt vertritt die Professur.

2009/10
Dr.Frank Andraschko vertritt die Professur.

2010
PD Dr. Frank Nikulka (Universität Münster und Landesamt für Kultur und Denkmalpflege, Schwerin) lehnt einen Ruf der Universität Leipzig ab und folgt dem Ruf auf die Hamburger W2-Professur für "Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie Europas" zum WS 2010/11. Nach mehrjähriger Vakanz ist zusätzlich zur Juniorprofessur (Ramminger) nun auch eine Universitätsprofessur (Nikulka) besetzt.

WS 2010/11
Einführung des Master-Studienganges.


© A. Homann

 

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