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Archäologie und Kulturgeschichte des antiken Mittelmeerraumes



Inhalt:

Rostislav Oreshko, M. A.

Stipendiat im Übergang in die Post-Doc-Phase (Nachwuchsinitiative der Universität Hamburg)
Archäologie und Kulturgeschichte des antiken Mittelmeerraumes
Archäologisches Institut
Universität Hamburg
Edmund-Siemers-Allee 1, Westflügel
D-20146 Hamburg

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Werdegang:
2000 – 2004 Bachelorstudium an der Staatlichen Universität Sankt-Petersburg, Fakultät für Orientalistik, Lehrstuhl für Indologie
2004 – 2006 Magisterstudium an der Staatlichen Universität Sankt-Petersburg, Fakultät für Orientalistik, Lehrstuhl für Geschichte des alten Orients und Fakultät für Geschichte, Lehrstuhl für Archäologie (Nebenfach)
2006 – 2007 Doktorand am Institut für Orientalische Handschriften, Sankt-Petersburg (bei Prof. Dr. Vladimir A. Jakobson)
Oktober 2007 – Dezember 2010 Stipendiat des DAAD (Promotion)
April 2009 – November 2012 Doktorand am Institut für Altorientalistik, Freie Universität Berlin, Betreuer: Prof. Dr. J. Klinger
November 2012 Verteidigung der Dissertation zum Thema: „Studies in Hieroglyphic Luwian: Towards a Philological and Historical Reinterpretation of the SÜDBURG inscription“
seit Februar 2013 Stipendiat im Übergang in die Post-Doc-Phase an der Universität Hamburg
Teilnahme an archäologischen Projekten:
Juli – August 2004 Cembalo (Krim)
August 2005 Myrmekion (Krim)
August 2006 Pschikujhabl (nördlicher Kaukasus)
August 2007 Karaburnu (Nordzypern)
2008 – 2011 Borysthenes/Berezan (nördliches Schwarzmeergebiet)
Oktober 2012 Milet (Westtürkei)
Zum Projekt:
Zwischen Hethitern und Griechen. Die einheimischen Völker des zentralen Westanatoliens und die Interaktionsprozesse von der späten Bronzezeit bis zu dem Ende der archaischen Periode (14.-6. Jh. v. Chr.)

Die Region Westanatoliens wird im heutigen historischen Diskurs meistens als eine Übergangszone zwischen den ägäischen und anatolischen Kulturkreisen angesprochen und wird dementsprechend entweder im Kontext der Geschichte des hethitischen Reiches (im 2. Jt. v. Chr.) oder im Rahmen der griechischen Kolonisation Kleinasiens (im frühen 1. Jt. v. Chr.) betrachtet. Aufgrund des archäologischen Befunds in der Region und nach den – leider ziemlich spärlichen – Aussagen der schriftlichen Quellen ist es aber klar, dass die regionale Kultur vor der Ankunft der griechischen Siedler völlig eigenständig war und sich sowohl von der Kultur der Griechen als auch von der Zentralanatoliens, des Kernlands der Hethiter, stark unterschied. In der späten Bronzezeit war Westanatolien (verschiedentlich unter den Namen Assuwa, Arzawa oder Luwiya in hethitischen Quellen bekannt) meistens, soweit man beurteilen kann, von den Luwiern besiedelt, die auch den ganzen südlichen Teil Anatoliens einnahmen. Die luwische Sprache (oder Sprachen) war(en) viel weiter in Anatolien verbreitet als das Hethitische, und für die schriftliche Fixierung verwendete man eine spezielle einheimische Hieroglyphenschrift (einige Inschriften in dieser Schrift wurden auch in Westanatolien gefunden). Im 1. Jt. v. Chr. war die Region von den Lydern (zentraler Teil) und von den Karern besiedelt (südwestlicher Teil). Die beiden Völker sprachen auch anatolische Sprachen, aber die Verbindungen dieser Sprachen mit dem Luwischen oder Hethitischen sind nicht ganz klar, und dementsprechend liegen die Herkunft und die frühe Geschichte der Lyder und Karer im Dunkeln.
Mein Forschungsprojekt stellt das zentrale Westanatolien in den Mittelpunkt einer umfassenden Studie und ist als eine Untersuchung auf dem Schnittpunkt von Archäologie, Geschichte und Philologie konzipiert. Das Hauptziel ist, alle relevanten historischen Quellen, die archäologischen Materialien und vorhandenen Sprachzeugnisse zu sammeln und in einem Komplex zu analysieren, um ein möglichst einheitliches Bild der Kultur dieser Region im Zeitraum von der späten Bronzezeit bis zur persischen Eroberung ca. 540 v. Chr. zu geben. Einer der wichtigsten Schwerpunkte der Arbeit ist, die kulturelle Kontinuität in der Region am Übergang von der späten Bronzezeit zu den „Dunklen Jahrhunderten“ und zu der archaischen Periode zu verfolgen – oder Diskontinuität festzustellen. Das zweite Ziel des Projektes ist, die Rolle Zentral-Westanatoliens als Kontaktzone zwischen den anatolischen und ägäischen Kulturen und Völkern zu untersuchen. Dabei wird die Aufmerksamkeit nicht nur auf die Einflüsse von außen, sondern auch auf den Beitrag der westanatolischen Region zur Entwicklung der Nachbarkulturen, vor allem der griechischen Kultur, gerichtet.
Publikationen:
Hieroglyphic Inscriptions of western Anatolia: Long Arm of the Empire or Vernacular Tradition(s)?, in: Mouton A., Rutherford I., Yakubovich I. (eds) Luwian Identities. Culture, Language and Religion Between Anatolia and the Aegean. Proceedings of the conference in Reading, June 2011, 354-435 (im Druck).

Hieroglyphisch-luwische Inschrift auf der ANKARA-Silberschale: Versuch einer neuen epigraphischen und historischen Interpretation, in: Vestnik Drevnej Istorii, 2, Moskau, 2012, 3-28 (im Russisch).

Kubanta: die „Große Königin“ Westanatoliens?, in: Kazanskij N. (ed.) Indoeuropäische Sprachwissenschaft und klassische Philologie, XVI, St. Petersburg, 2012 (im Russisch).

The Strange Case of Dr. FRATER and Mr. DOMINUS: a re-consideration of the evidence concerning Luwian nani-, in: Taracha P., Kapelus M. (eds), Proceedings of Eighth International Congress of Hittitology, Warsaw, 5-9 September 2011 (im Druck).

Über Spiegel, Bronze und Schiffe aus Dilmun in altsumerischer Zeit, in: Kogan L., Koslova N., Loesov S. (eds) Language in the ancient Near East: proceedings of the 53e Rencontre Assyriologique Internationale. Vol. 1, Winona Lake, 2010, 491-503.
 

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