Ägyptologie

 

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Studien zur Altägyptischen Kultur

 

SAK 25 (1998): Abstracts

Hier finden Sie die Abstracts der Artikel aus SAK 25, 1998. Wegen der begrenzten Möglichkeiten von HTML ist es leider nicht möglich, alle Zeichen der Transkription darzustellen.

  • Awadalla, Atef:
    Une stèle cintrée de Ns-Mnw Caire CG 22053
    S. 1-5, Taf. 1
    Publication d'une stèle de l'époque gréco-romaine provenant d'Akhmim. La stèle est adressée aux divinités Osiris, Sokaris, Rê-Horakhty, Atoum, Min, Horus, Isis et Aperetiset.
  • Dieleman, Jacco:
    Fear of women? Representations of women in demotic wisdom texts
    S. 7-46
    In this article the representations of women in demotic wisdom texts are analysed. Although this corpus consists of several texts, they all seem to belong to the same discourse with regard to women. Important aspects of these representations are objectification of women and distrust with regard to women's sexuality and ability to deal with property. Conspicuous are also the recurring warnings for the reader not to seduce a married woman. At last, the concern for male control over women ist confronted with demotic documentary texts from which it can be deduced that women's economic and legal position within society was relatively strong and independent.
  • Eichler, Selke:
    Amtseinsetzung und Beförderung von Beamten in der 18. Dynastie
    S. 47-69
    Gegenstand der Untersuchung ist die Amtseinsetzung von Beamten in der 18. Dynastie. In diesem Zusammenhang werden Fragen nach dem Ablauf einer Amtseinsetzungszeremonie und möglichen Hinweisen auf das Prinzip "Leistungsanreiz durch Beförderung" behandelt. Es ist zu erkennen, daß Einsetzungszeremonien in der Voramarnazeit anders verlaufen als in der Amarnazeit und Beförderungen in beiden Zeitabschnitten auch unterschiedlich begründet werden. Während in der Voramarnazeit das eigenverantwortliche Handeln des Beamten im Vordergrund steht, werden in der Amarnazeit das Hören der königlichen Lehre und die Ausführung königlicher Anordnungen in den Mittelpunkt gestellt. In beiden Fällen sind die Ansprüche und Vorstellungen des Herrschers den Beamten aber bekannt. Die Beförderungskandidaten können somit durch ihr Verhalten selbst einen gewissen Einfluß auf ihre Karrierechancen nehmen.
  • Galán, José M.:
    Two Passages of Sinuhe Reconsidered
    S. 71-81
    Passages B 97-99 and B 161-162 of Sinuhe are analyzed by confronting them with Ashmolean Ostracon of Sinuhe (AOS) version. New analysis and translations are offered, showing the value of AOS for textual criticism and the interpretation of textual differences.
  • Gestermann, Louise:
    Die "Textschmiede" Theben: Der thebanische Beitrag zu Konzeption und Tradierung von Sargtexten und Totenbuch
    S. 83-89 Das früheste (datierbare) Auftreten von Sargtexten ist in Theben zu beobachten (T3C). Allerdings ist nicht zu entscheiden, ob und in welchem Umfang die jeweiligen Texte auch dort verfaßt wurden. Im Gegensatz dazu kann Theben als Konzeptionsort für das Totenbuch als sicher angesehen werden. Wie die Überlieferungsgeschichtliche Untersuchung einzelner Texte zeigt (CT 151/Tb 67, CT 179/Tb 106, CT 227/Tb 69 und PT 247/CT 349/Tb 174), wurde dabei jedoch nicht allein auf thebanisches Material zurückgegriffen, sondern (u.a.) auch in größerem, wenngleich noch nicht sicher zu bestimmendem Umfang auf Textversionen, die in ad-Deir al-birsa lagerten. Von diesem Vorgehen könnte auch der Fundtopos, der in der Nachschrift zu einzelnen Kapiteln des Totenbuchs (Tb 30B, Tb 64 Langversion, Tb 137A, Tb 148) Hermopolis als Fundstätte nennt, hergeleitet sein.
  • Goedicke, Hans:
    Dienstränge im Alten Reich?
    S. 101-111
    Eine Untersuchung des Titels des "Vorstehers" jmy-rA und von weiteren mit dem Element jmy zusammengesetzten Titeln ergibt, daß jmy-rA ursprünglich "Einer, der der Mund ist" bedeutet. Der Titelträger ist Vertreter einer Personengruppe, deren "Sprecher" er ist. Er besitzt an sich keine administrative Befehlsgewalt, sondern übt seine Stellung auf der Basis von Respekt aus. Der Titel bezeichnet aus diesem Grund nicht einen Dienstrang, sondern eine soziale Stellung. In ähnlicher Weise sind auch die Titel sHD und jmy-xt unter einem sozialen Aspekt zu sehen.
    (Redaktion)
  • Jenni, Hanna:
    Der Papyrus Westcar
    S. 113-141
    Der Papyrus Westcar wird versuchsweise als ein Text vom Anfang des Mittleren Reiches verstanden. Die Gesamtintention des Textes wird als politische Propaganda Sesostris' I. bestimmt - dies unter der Voraussetzung, daß dem Text auf weiten Strecken Doppelsinn zugrunde liegt. Die Erzählebene liegt in der Zeit des Königs Cheops und blendet in frühere Zeiten (der Könige Djoser, Nebka, Snofru) zurück, die Sinnebene dagegen scheint in der Zeit Amenemhats I. zu liegen. Die vorgebrachte Deutung des Papyrus Westcar ist zwar eine nicht beweisbare Hypothese, hat aber den Vorteil, ihn als einen als Einheit konzipierten Text zu begreifen, und nicht als lockere Folge simpler Wundergeschichten. Der Text dürfte überdies als Zeugnis für die Entwicklung der Vorstellung von der Gottessohnschaft des Königs sowie des Offenbarungsbegriffs einige Bedeutung haben.
  • Kákosy, László / Moussa, Ahmed M.:
    A Horus Stela with Meret Goddesses
    S. 143-159, Taf. 2-5 The article deals with a Horus stela in the Museum of Seized Antiquities in Cairo. The stela had close relations to Thebes. The donor was a member of the Theban clergy, and the obverse bears a praise to Amun. The main representation refers to the Sokaris-Osiris festivals in Thebes. The stela can be dated to the first half of the first millennium B.C.
  • Kessler, Dieter:
    Dissidentenliteratur oder kultischer Hintergrund? Teil 1: Überlegungen zum Tura-Hymnus und zum Hymnus in TT 139
    S. 161-188
    Der Tura-Hymnus (ÄHG Nr. 88) gehört zu einem täglichen Kultgeschehen im Steinbruch. Der Gebetshymnus im Grab TT 139 aus der Zeit des Semenchkare gehört zu einer üblichen Petitionsanrufung an den rettenden und dann richtenden Gott, die der Wab als Kultführer einer Personengruppe vorschriftsgemäß in der Nacht des Dekadenfesttags durchführt. Damit entfallen die Hauptzeugen für eine von Jan Assmann eingeführte, angeblich heimlich tradierte Dissidentenliteratur, die auf die Entwicklung der Persönlichen Frömmigkeit eingewirkt haben soll.
  • Kloth, Nicole:
    Beobachtungen zu den biographischen Inschriften des Alten Reiches
    S. 189-205
    Die Untersuchung behandelt die Frage nach der gegenseitigen Abgrenzung und Definition von Biographie und Autobiographie sowie deren Übertragung auf die (auto-) biographischen Inschriften des Alten Reiches. Innerhalb der (auto-) biographischen Grabinschriften des Alten Reiches lassen sich weiterhin vier Entwicklungsstufen beobachten: 1. Grabschutzinschriften der 1. Pers. mit "idealbiographischen Phrasen", 2. paraphrasierend-berichtende Biographien, 3. Laufbahn-Autobiographien und 4. ethische Biographie ("Idealbiographie").
  • Lohmann, Katherina:
    Das Gespräch eines Mannes mit seinem Ba
    S. 207-236
    Der Aufsatz enthält eine neue Übersetzung und Interpretation des Berliner Papyrus 3024. Es wird gezeigt, daß die Botschaft des Ba vor dem Hintergrund einer Glaubenskonzeption zu sehen ist, die den Tod nicht mehr als Phase eines diesseitigen Erneuerungsprozesses voraussetzt, sondern als Existenz in einer jenseitigen Sphäre. Mit Hilfe der Rechtsprechung im Totengericht verläßt der Verstorbene die Welt, um mit Hilfe seines Ba im Umkreis der Götter wirksam zu sein. Das Totengericht, das über die Eingliederung des Toten in das Jenseits entscheidet, markiert die Grenze zwischen den Sphären der Lebenden und der Toten. Der Tod wird nicht mehr mit dem zyklischen Ablauf der Jahreszeit assoziiert, sondern mit dem Begriff der Vollendung. Mit der Wandlung des Totenglaubens verschiebt sich der Sinngehalt der Worte "Tod" und "Leben" in Richtung der christlichen Auffassung, ohne jedoch die Seelenkonzeption des Christentums vor wegzunehmen. Da der Text in Form eines Gesprächs auf die Überwindung überkommener Glaubensvor stellungen zielt, muß die Akzentuierung der genannten Begriffe beachtet werden. Der Mann, der dem traditionellen Glauben anhängt, versteht den Tod als künftige Lebensphase, die durch bestimmte Vorsorge manipulierbar ist. Der Ba hingegen verbindet den Tod mit der Vergänglichkeit des gegenwärtigen Lebens, das als einmalige Chance genutzt werden soll.
  • Morenz, Ludwig D.:
    Besondere Zeichen aus der späten XI. Dynastie; zu den Inschriften des Antef, Sohn der Myt
    S. 237-249
    Aus dem (wahrscheinlich in Dra Abu el-Naga gelegenen) Grab des Antef, Sohn der Myt stammen drei Steintafeln mit mehr oder weniger selbständigen Teil-Texten, die zu einer längeren Präsentation gehören. Im folgenden werden Besonderheiten in den Schreibungen und insbesondere bildspielerische bzw. sogar kryptographische Elemente behandelt. Gerade in der späten XI. wie der frühen XII. Dynastie drangen originelle Zeichen und Schreibvarianten in die nach vorherigem Niedergang der Monumentalschriftlichkeit in der frühen Ersten Zwischenzeit wieder kunstvoll gemeisterte Hieroglyphenschrift. Dafür liefern die Steintafeln des Antef reizvolle Beispiele. Bei diesem Mann, der als "Gleicher des Thot" bezeichnet wird, und seinem Umfeld kann man ein besonderes Interesse an der Schrift und deren Möglichkeiten unterstellen.
  • El-Noubi, Mansour:
    A Harper's Song from the Tomb of Roma-Roy at Thebes (TT 283)
    S. 251-255, Taf. 6
    Publication and study of the harper's song from the Ramesside tomb of Roma-Roy at Thebes (TT 283).
  • Polz, Daniel:
    The Ramsesnakht Dynasty and the Fall of the New Kingdom: A New Monument in Thebes
    S. 257-293, Taf. 7-14
    From 1993-96, the joint archaeological project of the German Institute of Archaeology, Cairo (DAI) and the University of California, Los Angeles (UCLA) partially excavated a large tomb in the hillside of Dra' Abu el-Naga on the Theban West Bank. The architecture, archaeological record, and objects found thus far indicate that the tomb had at least two major construction and use phases. The original construction of the tomb probably dates back to the late 17th or early 18th dynasties. The second phase includes an extensive remodeling of the complex and can be attributed to a high official of the late 20th dynasty, the High Priest of Amun, Ramsesnakht. The present article is a first attempt to interpret the results of the 1993-96 field seasons when the inside of the tomb and half of both its forecourts were excavated. The emphasis will be on the Ramesside constructions and re-use of the tomb and the possible historical implications.
  • El-Saady, Hassan:
    Considerations on Bribery in Ancient Egypt
    S. 295-304
    This paper deals with the terminology and available examples of bribery in Ancient Egypt. This is based on the textual evidences of administration, biographies as well as religious texts. Is also highlights the different kinds of bribery and the various punishments, which were enacted against the bribers.
  • Sabbahy, Lisa K.:
    The king's mother in the Old Kingdom with special reference to the title sAt-nTr
    S. 305-310
    The king's mother held a special position in the Old Kingdom. This is expressed not only in her titulary and iconography, but also by the fact that cults were established for her. This article explores the evidence for the king's mother in the Old Kingdom, in particular discussing the title sAt-nTr which was an important part of her titulary.
  • Spalinger, Anthony:
    Orientations on Sinuhe
    S. 311-339
    A discussion of the various scholarly interpretations of the Story of Sinuhe, with emphasis placed upon the verbal structure of the composition. In addition, the mental outlook of the protagonist is stressed, without recourse to hyper-philosophic or theosophic theories.
  • Vasiljevic, Vera:
    Über die relative Größe der Darstellungen des Grabherrn im Alten Reich
    S. 341-352
    Ausgangpunkt der Untersuchung ist die in der ägyptischen Kunst geltende Regel, daß die bedeutendste Figur einer Komposition durch ihre Größe hervorgehoben wird. Zu den bereits bekannten Ausnahmen aus dem Alten Reich werden hier weitere Belege hinzugefügt. Es werden die ikonographischen Mittel, die eine Identifikation der unbeschrifteten Grabherrnfiguren ermöglichen, analysiert und die Bedeutung des Grabherrn in solchen Szenen untersucht.
  • Wiebach-Koepke, Silvia:
    Motive des Sonnenlaufes in den Totenbuch-Sprüchen des Neuen Reiches
    S. 353-375
    Das Totenbuch des Neuen Reiches enthält zahlreiche Kapitel, in denen Aussagen zum Phänomen des Sonnenlaufes gemacht werden. Es fragt sich, ob und in welcher Weise das Vorstellungskonzept dieser Bemerkungen demjenigen der übrigen Textkorpora dieser Zeit entspricht. Gibt es diesbezüglich einen Unterschied zwischen dem königlichen Textbestand der Jenseitsbücher und dem nichtköniglichen Spruchgut des Totenbuches? Zunächst wurde dazu eine vorläufige Belegsammlung erstellt, deren Gliederung nach verschiedenen Einzelmotiven sowie deren Kombination an Beispielen erörtert wird. Eine Untersuchung des Materials auf die formulierten Jenseitshoffnungen hin ergibt erste Ergebnisse: Die Konzeption des Sonnenlaufes stimmt weitgehend mit den Vostellungen überein, die in anderen Textbeständen des Neuen Reiches allgemein aufzufinden sind. Bezüglich der Wissenskompetenz des nichtköniglichen Toten sind allerdings gravierende Einschränkungen zu machen.

 Impressum   Letzte Aktualisierung: 03.12.2008 Seitenanfang Zur vorangehenden Seite Zur nächsten Seite