Der Master ist ein akademischer Grad von Hochschulabsolventen, der durch einen Aufbaustudiengang, meist im Anschluss auf den Bachelor, erworbenen wird. In der Regel dauert ein Masterstudiengang zwei bis vier Semester und ist als Ergänzung zu einem grundständigen Studium zu sehen. Die inhaltliche Ausrichtung kann je nach Fach variieren, jedoch ist die Zielsetzung des Masters immer in der Vertiefung und Ausweitung von bereits vorhandenem Wissen zu sehen, meist durch die Spezialisierung auf einen Teilbereich. Studienvoraussetzung ist vor diesem Hintergrund ein Bachelor-Abschluss, jedoch ist auch der Quereinstieg über einen traditionellen, einstufigen Studiengang (wie dem Magister) möglich. Oftmals ist der Zugang zu den Masterstudiengängen zulassungsbeschränkt. Daher sollte man sich bereits vor Abschluss des Erststudiums über Alternativen informieren. Außerdem gilt es zu beachten, dass nicht nur zahlreiche Veranstaltungen erfolgreich besucht werden müssen, sondern auch eine wissenschaftliche Abschlussarbeit erstellt werden muss. Gerade wenn der Abschluss im berufsbegleiteten Studium erworben wird, setzt dies viel Disziplin und Planung voraus. Jedoch existiert inzwischen ein breites Netz von privaten Anbietern, bei denen der begehrte Masterabschluss im Rahmen eines Fernstudiums erworben werden kann. Gerade im Fall des berufsbegleitenden Studiums kann dies - auf Grund der freieren Zeiteinteilung und des geringeren Zeitaufwandes (Fahrten zwischen Arbeit und Universität entfallen) - eine sehr gute Alternative darstellen.
Die Abschlussbezeichnung Master ist Folge des europäischen Wunsches nach einer neuen, vereinheitlichten Studienstruktur. Im Zuge der 1999 in Bologna von 29 europäischen Ländern unterzeichneten Bologna-Erklärung, die Höhepunkt und Abschluss des Bologna-Prozesses war, entstanden die Abschlüsse "Bachelor" und "Master". Diese Abschlüsse lösten in Deutschland ursprüngliche Studienabschlüsse wie Magister, Diplom und Staatsexamination ab und beanspruchen stärker anwendungs- und forschungsorientiert zu sein. Auch wenn der Umstrukturierungsprozess nicht ohne Kritik verlief, fördert die Vereinheitlichung der Abschlüsse und der Aufbau eines zweistufigen Studiensystems die Mobilität und die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Studienabgänger. Besonders die Einführung eines Leistungspunktesystems, des European Credit Transfer Systems (ECTS) sorgt dafür, dass innerhalb von Europa erworbene Studienleistungen stärker miteinander zu vergleichen sind. Die Vernetzung des europäischen Hochschulraumes führt außerdem Verbesserungen in der Lehre durch die verstärkte Zusammenarbeit der Hochschulen. Bekanntestes Resultat ist uns bleibt die Schaffung eines durch die ECTS-Credits bestimmten Regelwerks. Während des ersten Studiums, dem sogenannten Bachelorstudium, müssen innerhalb eines Zeitraumes von 6 Semestern mindestens 180 ECTS-Credits erreicht werden (180-240 ECTS-Credits). Anknüpfend können im Aufbaustudium 60-120 ECTS-Credits erworben werden, ab 300 ECTS-Credits gilt der Master als bestanden. Der Erwerb der Doktorwürde ist bei sehr guten Studienleistungen im Anschluss möglich.