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Wünsche und Erwartungen

268 Studierende befragt / Lob für Bibliothekspersonal


 

Im Januar 1999 wurden auf Initiative der AG bibliothek-&-ServiceRRZ Benutzerinnen und Benutzer in fünf ausgewählten Bibliotheken nach ihren Eindrücken und ihren Wünschen zur Situation und zum Serviceangebot befragt.1 Fazit: Die Fachbereichs- und Institutsbibliotheken sind aus der Sicht der Studierenden besser als ihr Ruf.



1 "Haben Sie etwas Zeit für uns?" Vgl. UniHH 29 (1998), Nr. 3, S. 54. Wen der vollständige (standardisierte) Fragebogen oder die ausführliche Auswertung interessiert, möge Prof. Kübler (Grindelhof 30, 20146 HH) ansprechen.
Es wurden insgesamt 268 Personen in den Bibliotheken der Erziehungswissenschaft, Evangelischen Theologie, Informatik, Kunstgeschichte/Rechtswissenschaft (Edmund-Siemers-Allee) und Physik befragt.

Allgemeine Arbeitsbedingungen und Ausstattung

Die Bibliotheken sind für viele Studierende nach wie vor Arbeits- und Aufenthaltsorte, die sie im Laufe ihres Studiums gern, häufig und über längere Zeiträume hinweg aufsuchen. 80 % der Befragten kommen, um zu lesen und zu lernen, 70 % suchen einen bestimmten Text, 40 % möchten kopieren. Die Studierenden wünschen sich viel mehr Arbeitsplätze und auch Räume, in denen sich Arbeitsgruppen treffen können. Zur Verbesserung wünschen sich einige Studierende Hinweise auf die Bestände anderer Bibliotheken und einheitliche Benutzungsordnungen. Die Signaturen-Systeme werden als zu kompliziert angesehen.

Gut die Hälfte der Befragten hält das EDV-Angebot für OPAC (Online Public Access Catalogue)- und Internet-Recherchen für »ausreichend« bis »gut«. Ein Viertel hält die Anzahl der Geräte für zu gering, jedenfalls sind sie häufig belegt. Bei den Recherche-Möglichkeiten in CD-ROM und Datenbanken herrscht eine gewisse Unsicherheit: Nur ein Fünftel hält die Ausstattung für »gut« bis »ausreichend«, doch über 60 % fällen gar kein Urteil.

Dass Studierende ihre eigenen Recherche-Kompetenzen verbessern möchten, deuten fast 85 % damit an, dass sie sich für »Einführungen in bibliothekarische Online-Angebote« interessieren. Nachdrücklich wird Interesse an themenbezogenen Internet-Recherchen geäußert. Mehr als die Hälfte der Befragten wünscht sich Einführungen in CD-ROM-Recherchen sowie generell Einführungen in den Umgang mit den neuen Medien.

Allgemeine und spezielle Dienstleistungen

Erfreulich sind die Erfahrungen mit dem Bibliothekspersonal: Über 90 % der Befragten finden »immer« oder »meistens« jemanden, der ihre Fragen beantwortet. Über 80 % erfahren das Bibliothekspersonal als »freundlich« und »hilfsbereit«. Fast ebenso viele halten die Informationen für »verständlich«. Die Qualität der Auskünfte beurteilt ein Drittel als »sehr gut«, fast die Hälfte als »gut«. Entsprechend überwiegen in den frei formulierten Antworten Zustimmung, Lob und Dank.

Neben den klassischen Dienstleistungen wie allgemeine Auskunft und Leihverkehr werden weitere angeboten, u.a. Bibliothekseinführungen, Auslage von Neuerwerbungslisten, aber auch Kopiergeräte. An einer Bibliothekseinführung nahmen leider nur wenige Studierende teil. Ein Drittel der Befragten äußert sich allerdings positiv dazu.

Nach wie vor häufig genutzt werden Kopierer (45 %), aber ein Viertel der Befragten bewertet die Qualität der Geräte als »schlecht«. In neueren Einrichtungen wie in den Bibliotheken der Kunstgeschichte/Rechtswissenschaft gibt es bereits Laptop-Arbeitsplätze mit Internet-Anschluss. Immerhin knapp zehn Prozent der Befragten gibt an, sie benutzten diese schon häufig, und 38 % beurteilen sie als »gut« bis »sehr gut«.

Resümee

Ausschlaggebend für die positive Einschätzung ist in erster Linie das Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die von den Befragten überaus gelobt werden. Neben moderner Ausstattung erwarten Studierende heute Einführungen in Online- und Datenbankrecherchen - und zwar spezifisch für das jeweilige Fachgebiet. Diese Aufgabe kann noch nicht von allen Bibliotheken geleistet werden; denn sie setzt die einschlägige Qualifizierung des Bibliothekspersonals bzw. eine entsprechende Bereitstellung von Personalkapazitäten voraus.

Nur Studierende mit Medienkompetenz finden zuverlässig jene Informationen, die sie für ihre Bildung, ihre Qualifikation und den erfolgreichen Abschluss ihres Studiums brauchen. Daher wird die Vermittlung solcher Kompetenz künftig eine zentrale Aufgabe auch des Bibliothekspersonals sein.

Angela Graf und Hans-Dieter Kübler


unihh - Heft 2, 2000


Universität Hamburg, 11. Mai 2000. Impressum.

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