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06.07.1999
Krebse neben Mensch und Säugetieren
Nervensysteme: Wie erfolgreich ist der dritte Weg? Tagung von Neurowissenschaftlern
Auf der Suche nach Fortschritten im Verständnis von Nervensystemen konzentrieren sich Neurowissenschaftler in erster Linie auf das des Menschen und das von Säugetieren. Daneben erforschen Neurowissenschaftler vor allem aus Zoologischen Instituten der Universitäten ein ebenfalls sehr leistungsfähiges Nervensystem einer im Körperbau stark abweichenden Tiergruppe, um herauszufinden, welche elementaren Strukturen in jedem realen Nervensystem wiedergefunden werden. Auf Einladung von Prof. Dr. Konrad Wiese (Universität Hamburg) treffen sich vom 8. bis 11. Juli 1999 im Elsa-Brändström-Haus in Blankenese (Kösterbergstraße 62) 100 Neurowissenschaftler aus aller Welt zu der Konferenz "Frontiers in Crustacean Neurobiology", also Pionierforschung zur Organisation von Nervensystemen, durchgeführt an Krebsen als experimentell besonders vorteilhaften Untersuchungsobjekten.
Die Nervensysteme von Krebsen sind aus Neuronindividuen und nicht aus den beim Wirbeltier üblichen Neuronpopulationen aufgebaut (Neuron = Nervenzelle). Zusammen mit der bescheideneren Körpergröße der Tiere ist es möglich, nach selektiver Färbung einzelner Neurone, deren Beitrag zur Verarbeitung von Signalen mit großer Gründlichdkeit zu messen. Die stärker abstrakt gestalteten Nervensysteme der Krebse sind für die Erkennung prinzipieller funktioneller Einheiten von Gehirnen eine vielversprechende Alternative zu den Nervensystemen der höheren Wirbeltiere als ausschließlichem Untersuchungsobjekt. Dies wird sichtbar an den eindrucksvollen Erfolgen der neurobiologischen Forschung am Nervensystem der Krebse. So ist es zum Beispiel gelungen, ein definiertes Verhalten, den Fluchtreflex des Krebses, als nahezu einziges komplexes Verhalten im Tierreich überhaupt, auf der Basis jeder einzelnen beteiligten Nervenzelle aufzuklären.
Die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützte Tagung beginnt am 8. Juli um 19.30 Uhr.
Universität Hamburg, 06.07.1999.
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