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02.07.1999
Mit dem Forschungsschiff VALDIVIA, dessen Name geschützt bleibt, konnte sich das Zentrum für Meeres- und Klimaforschung der Universität Hamburg im Laufe der Jahre zu einem vollwertigen Partner führender nationaler und internationaler Institutionen der Meeresforchung entwickeln.
Mit dem Farewell der VALDIVIA endet das längste der bisher drei "Leben" dieses Schiffes. Das erste begann 1961 als moderner Hecktrawler VIKINGBANK. Auf etwa 150 Fangreisen im Nordatlantik und im Nordmeer erwies sich das Schiff als außerordentlich seetüchtig. Mit der Entwicklung neuer Fangtechniken und Fischverarbeitungsmethoden veraltete die VIKINGBANK im kommerziellen Sinne rasch und stand nach neun Jahren zum Verkauf. Zu dieser Zeit hatte die Bundesrepublik Deutschland gerade mit der Erkundung mariner Rohstoffe begonnen und brauchte für diesen angewandten Zweig der Meeresforschung ein geeignetes Schiff. Aus dem Fischtrawler wurde so das erste deutsche Rohstoff-Forschungsschiff VALDIVIA. Während seiner elfjährigen Einsatzzeit trieben Wissenschaftler auf 31 Reisen grundlegende Entwicklungen von Verfahren zur Erkundung und Gewinnung mariner Rohstoffe wie zum Beispiel der metallreichen Manganknollen im Pazifischen Ozean so erfolgreich voran, daß das größere Nachfolgeschiff SONNE 1981 eingesetzt und die VALDIVIA erneut verkauft wurde.
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft kaufte das Schiff, finanzierte den Umbau und stellte es der Universität Hamburg für die Grundlagenforschung zur Verfügung. Damit begann 1982 das 18jährige dritte Leben des Schiffes, das den Traditionsnamen VALDIVIA beibehielt. Es bewältigte 181 Expeditionen über eine Distanz von 442 601 Seemeilen mit Schwerpunkten in der Nordsee, dem Nordatlantik und dem Europäischen Nordmeer.
Die VALDIVIA wurde für 500 000 Mark an eine Firma in Schottland verkauft, die mit dem Schiff Trassen für untermeerische Rohrleitungen und Kabel im Nordatlantik erkunden will.
Wie steht es mit einer Nachfolge für die VALDIVIA, die für die Meeres- und Klimaforschung in Hamburg unabdingbar ist? Dem Bundesland Hamburg ist es nicht möglich, aus eigenen Mitteln der Universität einen Ersatz des Schiffes zu beschaffen. Da diese Situation auch für die anderen Küstenländer bei anstehendem Ersatz ihrer Forschungsschiffe gilt, haben Bund und Küstenländer begonnen, die mittelgroßen Forschungsschiffe in Bremerhaven, Kiel und Warnemünde in einen Pool zu überführen, aus dem heraus der Bedarf an Schiffszeit zentral vergeben wird. Damit ist sichergestellt, daß die Hamburger Meeresforscher auch in Zukunft Experimente auf See durchführen können. Sie erwarten von dem Zusammenschluß der Küstenländer unter Beteiligung des Bundes darüber hinaus, daß in absehbarer Zeit auch Ersatzbauten für die Flotte der mittelgroßen Forschungsschiffe geschaffen werden.
