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23. 8. 2000
"Ich sehe jetzt die einmalige Chance für die Gründung einer "Stiftung Bildung". Mit einem Grundkapital von 60 Mrd. DM kann sie das System der bisher staatlichen Ausbildungsförderung übernehmen und weiterentwickeln. Damit verbliebe dem Finanzminister zur Schuldentilgung immer noch weit mehr als der bisher im Haushalt veranschlagte Betrag. Die Verlagerung der BaföG-Ausgaben entlastet die staatlichen Haushalte in mindestens der gleichen Größenordnung, wie wenn das Stiftungskapital zur Schuldentilgung verwendet würde. Und diese Entlastung käme auch den Ländern zugute, denen durch Verlustabschreibung der Lizenzerwerber Steuereinnahmen entgehen werden."
Die "Stiftung Bildung" dürfe das Stiftungskapital nur für Bildung verwenden, wie Lüthje hervorhebt: "Auch die Bundesregierung will die Zinseinsparungen zugunsten der Bildung nutzen, kann dies aber nicht für die Zukunft garantieren! Allein die "Stiftung Bildung" stellt diese Verwendung der Lizenzeinnahmen dauerhaft sicher. Sie ist darüber hinaus geeignet, zusätzlich privates Geld für die Bildung zu erschließen."
Die "Stiftung Bildung" wäre ein deutliches Signal für das notwendige Umdenken, Bildungsförderung nicht nur als staatliche, sondern als gemeinsame Aufgabe der Zivilgesellschaft zu sehen. Viele Menschen wären bereit, der Stiftung Vermächtnisse, Spenden, Zustiftungen oder Anleihen zu überlassen.
Jürgen Lüthje: "Eine Gesellschaft, die künftigen Generationen mehr Eigenverantwortung abverlangen muss, hat gegenwärtig die Möglichkeit, ihnen zukunftsfähige Bildungschancen zu sichern. Schulden tilgen ist gut - Bildung stiften noch besser."
